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«Après Stein, c’est Frankenstein»

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«Après Stein, c’est Frankenstein»

Armin Jordan: von Freiburg nach Europa – die Laufbahn eines bedeutenden Musikers

Im Jahr 1985 wurde Armin Jordan beim «Orchestre de la Suisse Romande» Nachfolger von Horst Stein. Sein witziger Slogan aus der damaligen Zeit lautete: «Auf Stein folgt Frankenstein.» Armin Jordan strahlte, als ihm das alles anlässlich einer Stippvisite in Freiburg wieder in den Sinn kam.

Von IRMGARD LEHMANN
«Lache, Johannes, lache, du bist alt, du hast keine Zeit mehr zu verlieren.» Unter diesen Leitsatz hätte man das Gespräch vom Montagabend stellen können. Da sitzen die drei Eminenzen: Jordan, Hayoz und Gross und führen das Publikum in ihre Jugendzeit, in ihre gemeinsame Zürcher Zeit zurück. Lassen hinter die Kulissen schauen, scheuen sich nicht, aus dem «Schatzkästlein» zu plaudern, und freuen sich selbst am meis-ten über das Erzählte.

Ein Kabarett erster Güte …

Der Abend – diese eine Feier im Rahmen der Europatage – hätte nicht genüsslicher sein können. Und warum wohl? Weil alles Gesagte aus dem Leben gegriffen ist. Weil die drei einem so wohltuend vor Augen führen, dass Dummheiten und Streiche auf ewige Zeiten verbinden. Und weil man es so wunderbar nachvollziehen konnten, wie die drei «gross» geworden sind. Vorab Armin Jordan. Da reiht sich Geschichte an Geschichte.

An das Tageslicht kommen Taten und Absichten aus der Zürcher Zeit. Auch solche, die Armin Jordan mit Drohfinger und Schweigelaut – «P…st» – abzuwehren versuchte. Vergebens. Jean-Michel Hayoz, der redegewandte ehemalige Direktor des Konservatoriums, war nicht zu bremsen. Er erzählte von gemeinsam erlittenen Tagen. Wie zum Beispiel von dem Dirigenten aus Zürich, der dem jungen Bratschisten mächtig die Nerven strapazierte. Hayoz klagte sein Leid niemand Geringerem als Armin Jordan.

Man müsste dem Dirigenten eine Seite aus seiner Lieblingspartitur reissen, meinte Hayoz. Armin Jordan überlegte kurz, tat es aber nicht. Doch viele, viele Jahre später wurde Armin Jordan in einem Interview gefragt, was er in den letzten Minuten kurz vor Konzertbeginn tue. «Und was sagt der Meister», lacht Jean-Michel Hayoz in die Runde, «Armin habe – sage und schreibe – gesagt, er blättere die Partituren durch.»

… und druckreif dazu

Von Freiburg nach Europa, so hiess das Thema der öffentlichen Diskussionsrunde. Stecken geblieben sind die drei aber in Zürich. Mit allem Grund wohl. Denn da haben die Herren in den sechziger Jahren gewirkt: Armin Jordan als Operndirigent, Jean-Michel Hayoz als Solobratschist im Orchestergraben und François Gross, der ehemalige Chefredaktor der Liberté, als Journalist beim Schweizer Fernsehen.

Über den Werdegang von Armin Jordan informierte kurz Maurice Senn, Direktor des Konservatoriums. Und Francois Gross brachte die Diskussion in Gang mit der Feststellung, dass man im 19. Jahrhundert kaum einmal eine Chance gehabt habe, eine Mozartsinfonie zu hören, und heute ertöne sie 20 Mal pro Tag. Armin Jordan unterstreicht: «Früher haben wir zu wenig Musik gehört, heute jedoch zu viel.»

Ein gelungenes Konzert
und falsche Noten

Mit dem Einwand, ein gelungenes Konzert hänge nur von einem guten oder schlechten Dirigenten ab, schnitt Jean-Michel Hayoz ein weiteres Thema an. «Nein, das ist falsch», wendet Jordan ein. «Auch mit einem schlechten Chef kann ein Orchester gut sein.» Und er berichtet über sein ganz persönliches Wahlverfahren. Eine CD oder eine Kritik könne noch so gut sein, bei ihm zähle einzig der direkte Kontakt. «Ich lade die Gastdirigenten oder die Solisten ein und schaue ihnen bei der Arbeit zu.»

Das Thema beunruhigte nicht weiter, und schon war man beim nächsten. Falsche Noten waren an der Reihe. Jean-Michel Hayoz wiederum in Aktion: «Ich habe den Schülern immer gesagt, bei falschen Noten ja keine Grimassen zu schneiden.» Und Hayoz wendet sich gegen das Publikum, macht es vor, wie es eben nicht sein sollte.

Nicht nur dem Publikum wird angst und bange, auch Armin Jordan reagiert: «Pour moi, pas d’problèmes – j’entends pas les fausses notes.» (Für mich kein Problem. Ich höre die falschen Noten nicht.)

«An der Uni habe ich mich gelangweilt»

Er ist 68 Jahre alt und noch kein bisschen müde: Nach wie vor steht Armin Jordan auf den grossen Bühnen der Welt; zurzeit dirigiert er die «Walküre», ein Mammutwerk von Richard Wagner, an der Oper von Genf.

Mit ARMIN JORDAN sprach IRMGARD LEHMANN

Armin Jordan vor acht Jahren habe ich Sie in Paris getroffen. Damals waren sie 60 Jahre alt und beteuerten steif und fest, abzubauen. Von dem kann bei Ihrem Engagement nun aber keine Rede sein.

Ja etwas hat sich schon geändert. Ich habe jetzt einen Agenten und der will ja auch etwas verdienen … Natürlich nehme ich nur die Sachen an, die ich machen will. Klar ist es zurzeit etwas viel. Aber es schneien so viele Angebote ins Haus. Jetzt bin ich eben frei und nicht mehr an ein Haus mit festem Engagement gebunden

Sie waren krank, schwerkrank letztes Jahr?

Ich erlebte einen allgemeinen Schwächezustand, hatte ein Lungenemphysem (Atembeschwerden) und Herzrhythmusstörungen. Es ist unangenehm, das muss ich sagen.

Die Konsequenz?

Mit der Fliegerei wird es leider komplizierter. Auf 10 000 Meter Höhe, da fühl ich mich nicht mehr so wohl.

Demnächst reisen Sie nach Seattle – macht Ihnen das denn nicht Angst?

Nein, der Arzt hat mehr Angst als ich. Er sorgt sich tatsächlich und lässt am Flugzeug eine Einrichtung anbringen, für den Fall dass …

Sie fühlten sich seit jeher der Oper zugetan.

So ist es. Nebst meiner Zuneigung gibt es aber noch einen anderen Grund. Wenn ich Opern dirigiere, dann kann ich doch eine gewisse Zeit am gleichen Ort verbringen. Wie jetzt in Genf, wo ich doch sechs Wochen in dieser Stadt bin und jeden dritten Tag die «Walküre» dirigieren kann. Hingegen mit Konzerten bin ich dauernd auf Achse, einen Tag hier, einen Tag dort und schon gehts wieder rein ins Flugzeug. Ein sehr mühsames Leben.

Sie waren auf allen grossen Bühnen der Welt anzutreffen, jetteten von Tokjo nach New York, von London nach Seattle. Und doch sind Sie ein, bleiben Sie ein Heimwehschweizer.

Ja am liebsten bin ich hier, in Genf oder in Basel, in Frankreich, in Paris.

Seit Jahren, ja seit Jahrzehnten reiht sich in ihrem Leben Erfolg an Erfolg. Wieviel Prozent haben sie der Arbeit, wieviel ihrem Talent und wieviel dem Glück zu verdanken?

Alles dem Glück.

Was, das sagen Sie mit einer solchen Bestimmtheit

Ja (Jordan überlegt), vielleicht habe ich auch das Glück, Talent zu haben.

Wieder einmal in Freiburg. Sind die Erinnerungen wach geblieben?

Keine Frage – zumal sie gut sind. Mit 11 Jahren kam ich in diese Stadt und verlebte hier die wichtigste Zeit meines Lebens, eine Zeit, die mich geprägt hat. Ich machte die ersten Gehversuche in der Musik, stud

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