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ARA Sensetal übt Kritik an der Saidef

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Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Sensetal schliesst die Jahresrechnung 2017 mit einem Nettoaufwand von 2,44 Millionen Franken. «Das sind 271 400 Franken oder elf Prozent unter dem Budget», sagte Kassier Oswald Udry vor den 40 Delegierten am Dienstagabend im Kultur- und Vereins­haus Heitenried.

Die Rechnung hätte aber noch besser ausfallen können. «Im Vergleich zu anderen Verbrennungsanlagen in der Region, die auch freie Kapazitäten haben, zahlen wir 300 000 Franken mehr bei der Saidef in Châtillon für die Entsorgung des Klärschlammes», hielt Geschäftsleiter Bernhard Ho­stettler fest. Er führte dies auf die Abschreibungspolitik der Saidef zurück. «Sie schreibt die Anlage in 20 Jahren ab, andere rechnen mit einer Lebensdauer von 40 Jahren. Das verteuert die Entsorgungskosten massiv.»

Vergeblich verhandelt

«Als die ARA Sensetal gebaut wurde, war es eine Bedingung, dass der Schlamm in Châtillon entsorgt wird», erklärte Präsident Paul Keller. «Wir haben verhandelt, wir haben mit einem Ausstieg gedroht. Wir haben viel versucht. Wir erzielten zwar eine kleine Verbesserung, aber mehr war nicht zu machen. Wir werden aber weiter verhandeln», versprach er.

Die Rechnung schliesst vor allem gut ab, weil das Jahr 2017 mit 21,5 Prozent weniger Abwasser ein trockenes Jahr war. «Dies hat zu mehr Frischschlamm und somit zu einer höheren Gasproduktion geführt. «So konnten wir die Stromerzeugung von 1,8 auf 2,2 Millionen Kilowatt-Stunden erhöhen», betonte Hostettler. «Wir haben einen Selbstversorgungsgrad von 161,4 Prozent», freute sich auch der Präsident. Er wies aber auch darauf hin, dass die ARA Sensetal mit Swissgrid einen guten Vertrag bezüglich der Einspeisevergütung ausgehandelt habe. Dies könnte bei einer nächsten Vertragsabschliessung nicht mehr der Fall sein. Die Finanzen beeinträchtigen werde laut Hostettler in Zukunft auch der Bau einer neuen ARA im Murtenbiet, die dann den Schlamm selber entwässert.

Neubau Mikroverunreinigung

In den Finanzen der Gemeinden werde sich in den nächsten Jahren ebenfalls der Neubau einer Anlage für die Mikroverunreinigung niederschlagen, der auf 20 Millionen Franken abzüglich Subventionen geschätzt wird. Die Gemeinden müssen nun gestaffelt neun Franken pro Einwohner in einen Fonds einzahlen. Laut Keller wird den Delegierten an der nächsten Versammlung im kommenden Jahr ein Rahmenkredit und ein Finanzierungsplan unterbreitet. Wir er sagte, hat sich der Vorstand wegen des hohen Bromit-Gehalts der Abwasser für eine Anlage auf Kohlen-Basis entschieden. Demnächst werde die Vergabe der Ingenieurarbeiten öffentlich ausgeschrieben.

Alle Anträge des Vorstandes wurden einstimmig genehmigt, auch der neue Kostenverteiler (siehe Kasten). «Auf diesem Gebiet sind wir federführend und garantieren eine gerechte Verteilung», sagte Keller und lobte die Väter der ARA Sensetal, die hier Pionierarbeit geleistet haben.

Der Geschäftsleiter hielt weiter fest, dass die Bundesämter sehr zufrieden seien mit der ARA Sensetal, besonders auch den Entwässerungsplan (GEP) betreffend, der nachgeführt wurde. «Von 292 Analysen an 73 Tagen überschritt nur eine den Grenzwert», fügte Hostettler hinzu, um den guten Betrieb der ARA Sensetal zu unterstreichen.

An der Versammlung wurde der Klärmeister-Mechaniker Alfred Walther verabschiedet, der nach 33 Jahren in den Ruhestand tritt. Er wird durch Markus Burri ersetzt.

Zahlen und Fakten

Neuer Kostenverteiler

An der ARA Sensetal sind 13 Berner und 14 Freiburger Gemeinden angeschlossen. Für die Verteilung der Betriebs- und Investitionskosten sind die Einwohnerzahlen und die Abwässer der Betriebe massgebend, die dann in Einwohnergleichwerte (EGW) umgerechnet werden. Wie Geschäftsleiter Bernhard Hostettler erklärte, ist die Einwohnerzahl in den letzten sechs Jahren von 57 779 auf 61 882 oder um 6,6 Prozent gestiegen, während die EGW von 30 794 auf 29 628 oder um 3,8 Prozent gesunken sind. «Die Abwässer der Betriebe werden genau ermittelt, neue Baugebiete müssen sich einkaufen», fügte er bei. So müssen etwa die Gemeinden Tafers wegen des Spitals und Pflegeheims, Heitenried wegen der Käserei sowie Düdingen und Gurmels wegen der steigenden Einwohnerzahlen mehr bezahlen. Ein Ausbau der ARA Sensetal, die heute zu 85  Prozent ausgelastet ist, steht nach seinen Worten in den nächsten 10 bis 15  Jahren ausser Frage.

az

«Wir haben verhandelt, wir haben mit einem Ausstieg gedroht. Wir haben viel versucht.»

Paul Keller

Präsident ARA Sensetal

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