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Arbeit sorgt für Struktur und Integration

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In der ganzen Schweiz gibt es Institutionen, die sich dafür einsetzen, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung einen Platz in der Gesellschaft finden können. Die wichtigste Institution dieser Art im Sensebezirk ist die Sensler Stiftung für Behinderte (SSB), die bereits vor über 30 Jahren gegründet wurde (siehe Kasten). In der Werkstatt der SSB in Schmitten arbeiten grösstenteils Mitarbeitende mit kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen in Begleitung von Arbeitsagogen. In verschiedenen Tätigkeitsbereichen können sie je nach Grad der Beeinträchtigung einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Die ZiG-Reporter haben sich durch die Räumlichkeiten der Institution in Schmitten führen lassen.

Im Rhythmus der Menschen

Die Führung startet in der sogenannten produktiven Beschäftigungsgruppe. Hier erledigen die betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedene Aufgaben. So reinigen sie zum Beispiel die Halterungen für Opferkerzen oder stellen Holzbündel zum Anfeuern her. Es werden aber auch Ausgleichsaktivitäten wie Schwimmen, Kochen oder Malen angeboten. Dabei passt sich das Arbeitstempo immer dem Rhythmus der Menschen dieser Gruppe an.

Der Rundgang führt weiter zur Produktion. Hier weben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tücher oder stellen Weihnachtskarten her. Markus Stöckli, Direktor der SSB, erklärt im Gespräch mit den ZiG-Reportern, dass ihm und seinen Angestellten die Qualität und die Preisleistung sehr wichtig seien. Für die Stiftung sei es jedoch immer schwieriger, Kundenaufträge zu bekommen. «Der globale Markt arbeitet eher gegen uns. Mit den Preisen vom asiatischen Markt können wir teilweise nicht einmal unsere Rohstoffe kaufen», so Stöckli. Er betont aber auch, dass es zum Glück noch Arbeiten gäbe, für die es noch keine Maschinen gibt. Die SSB erhält ihre Aufträge vor allem durch Beziehungen oder in der lokalen Wirtschaft. «Wir nehmen die Arbeit dort, wo wir sie finden», sagt Stöckli.

Nach der Produktionsabteilung erreicht die Führung die Montageabteilung. Hier sortieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schrauben und verpacken Schokoladentafeln, die anschliessend als Firmengeschenke dienen. Markus Stöckli erklärt, dass er es sehr schätzt, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter äus­serst zuverlässig sind.

Der Rundgang setzt sich in der Mensa fort. Auch was die Versorgung der Mitarbeiter mit reichhaltigen Menüs angeht, ist die SSB nicht untätig. In den Räumlichkeiten der Stiftung im Nachbardorf Tafers werden diverse Menüs hergestellt, welche die SSB schliesslich auch an andere Empfänger in der Region liefert (siehe Kasten).

Stolze Mitarbeitende

Auch andere Arbeiten wie etwa die Reinigung der Gebäude der Stiftung oder verschiedene Gartenarbeiten werden durch Beeinträchtigte in Begleitung von Fachkräften erledigt. «Ich bin froh und auch stolz, hier arbeiten zu können», sagte die SSB-Mitarbeiterin Michaela Krattinger im Gespräch mit den ZiG-Reportern. «Es ist einfach super hier und auch praktisch mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen», ergänzt ihre Kollegin Iris Portmann.

Eigene Fachprodukte

Es gibt zahlreiche Bereiche in der SSB, welche den Beeinträchtigten Arbeit bieten, damit sie ihren Alltag gestalten können. Während der Führung wird klar, dass jede Arbeitsgruppe ihren eigenen Fachbereich und somit auch ihr eigenes Fachprodukt hat. «Wir sind keine therapeutische Institution. Unser Grundauftrag liegt in der Arbeit», betont Markus Stöckli. So können sich die Menschen mit einer Beeinträchtigung sinnvoll beschäftigen, sind am Arbeitsprozess beteiligt und erleben durch die geleisteten Arbeiten Erfolgserlebnisse und Integration.

Zahlen und Fakten

Eine über 30-jährige Erfolgsgeschichte

Die Sensler Stiftung für Behinderte (SSB) wurde 1985 gegründet. Bei ihr finden Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung einen individuell angepassten Arbeitsplatz. Die erste Werkstatt der SSB wurde 1988 in Tafers eröffnet. Zur Ergänzung der Werkstatt wurde 1998 das Wohnheim in Tafers eingeweiht. Vor 14 Jahren wurde die Werkstatt in Schmitten vergrössert. Die Werkstätten der SSB übernehmen verschiedene Aufträge von Vertretern des lokalen Gewerbes. Darüber hinaus kümmern sich die Mitarbeitenden der Stiftung auch um verschiedene Arbeiten, die im Zusammenhang mit den Werkstätten und Wohnheimen anfallen. So produzieren die Mitarbeiter der SSB zum Beispiel täglich 170 Mittagessen. Diese werden unter anderem an die Applico in Schmitten und an zwei Primarschulen im Bezirk geliefert. Derzeit beschäftigt die SSB rund 135 betreute Mitarbeitende, dazu kommen 120 Mitarbeitende des Personals. Die SSB bietet zudem 58 Wohnplätze in verschiedenen Wohnformen an. Seit 2012 verfügt die Stiftung auch über die Alterswohnstruktur «Wohnen im Alter» – eine Art Altersheim für Menschen mit einer Behinderung. Der Wünnewiler Elmar Perler ist Präsident des Stiftungsrates der SSB. Markus Stöckli aus Tafers übernahm 2011 die operative Leitung der Stiftung.

Olivier Jungo

 

«Wir sind keine therapeutische Institution. Unser Grundauftrag liegt in der Arbeit.»

Markus Stöckli

Direktor der Sensler Stiftung für Behinderte (SSB)

Werkstätten

Eine Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt

Auch Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen sollen in die Gesellschaft einbezogen werden und sich wertvoll fühlen. Verschiedene Werkstätten, welche vom Staat unterstützt werden, helfen ihnen dabei. Durch diese Einrichtungen erhalten Menschen eine Tagesstruktur, eine Ausbildung, können arbeiten und somit am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die Werkstätten stellen ihnen geschützte Arbeits- und Beschäftigungsplätze zur Verfügung. Das Personal, das diese Menschen begleitet, weist eine fachspezifische Ausbildung auf. Von ihnen wird verlangt, dass sie Geduld und Verständnis aufbringen; die Menschen, die in diesen Werkstätten betreut werden, sollen sich sicher und wohl fühlen. Eine weitere Aufgabe dieser Einrichtungen ist, dass die dort arbeitenden Menschen mit Beeinträchtigungen auf die Integration in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. So können sie sich, wenn sie dafür bereit sind, schneller in die Arbeit einfinden. Neben der Arbeit braucht es für Menschen, die eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung haben, noch weitere Unterstützungen: Zum Beispiel bieten viele Werkstätten Freizeiterziehung, Haushaltsführung und Mobilitätstraining an.

Eine Institution, die eine solche umfassende Betreuung und Unterstützung garantiert, ist die Sensler Stiftung für Behinderte (SSB). Die SSB hat sich seit ihrer Gründung vor 32 Jahren zu einer Institution entwickelt, die aus dem Leben des Sensebezirks nicht mehr wegzudenken ist. «Genaues über die künftige Ausrichtung der SSB können wir zurzeit nicht sagen. Jedoch könnten Entwicklungen der Dienstleistungen aufgrund von Veränderungen im sozialen Umfeld nicht ausgeschlossen werden», sagt Direktor Markus Stöckli im Gespräch mit den ZiG-Reportern.

 

Adrian Rentsch, Selina Piller und Dunia Lemqadem

 

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