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Arbeitskampf unter Gewerkschaftern

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Es ist paradox. Eigentlich sollte eine Gewerkschaft die Interessen von Arbeitnehmern vertreten. Was aber tun Gewerkschafter, wenn sie mit ihrem eigenen Arbeitgeber unzufrieden sind? Ganz einfach: Sie holen sich die Unterstützung einer anderen Gewerkschaft und gründen ein Komitee. So war es im Fall einiger ehemaliger oder aktiver Mitarbeiter der Unia Freiburg. Sie fühlten sich vom Regionalsekretär Armand Jaquier unfair behandelt und werfen ihm «tyrannische und diktatorische Geschäftsführung» sowie missbräuchliche Kündigungen vor. Ihre Interessen lassen sie vom Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) vertreten und gründeten ein «Unterstützungskomitee für Gewerkschafter, denen die Unia Freiburg missbräuchlich gekündigt hat». Kurz: Sie wehren sich mit gewerkschaftlichen Methoden gegen die eigene Gewerkschaft. Gestern luden acht von ihnen zu einer Medienkonferenz ins Café du Gothard in Freiburg. Sie wollen allesamt anonym bleiben, aus Angst vor weiteren Repressionen. Die Rede war von Burn-outs, Depressionen, Missständen, fehlenden Schulungen, nicht ausgestellten Arbeitsbestätigungen und dem Druck zu nicht kompensierten Überstunden. Es geht vor allem um zwei Mitarbeiter, denen die Unia Ende August gekündigt hat – angeblich im Zusammenhang mit zwei «Liberté»-Artikeln über Missstände in der Gewerkschaft diesen Sommer. Darüber hinaus hat das Komitee einen Brief an den Präsidenten des Unia-Regionalkomitees, Carlos dos Santos, geschrieben, in dem sie von diesem mehr Autonomie für die Gewerkschaftssekretäre und mehr Demokratie innerhalb der Unia fordern. Ausserdem ist die Sammlung von Unterschriften im Rahmen einer entsprechenden Petition noch bis Ende Oktober am Laufen.

Jaquier bestreitet die Vorwürfe

Der attackierte Armand Jaquier wehrt sich gegen die Vorwürfe, wie er auf Anfrage klarmacht. «Es ist Sache eines Arbeitsgerichts, zu beurteilen, ob diese Kündigungen missbräuchlich waren oder nicht», sagt er. Zu den konkreten Gründen für die Kündigungen will er nicht öffentlich Stellung nehmen. Jedenfalls handle es sich um zwei Mitarbeiter, die erst seit wenigen Monaten für die Unia tätig gewesen seien. Eine engere Bindung sei noch nicht da gewesen. Die Kündigungen seien im Zusammenhang mit der geleisteten Arbeit dieser Personen gestanden. Die Gewerkschaft habe diese Personalentscheide sicher mit viel Aufmerksamkeit, Genauigkeit und Respekt vor den Arbeitnehmern getroffen. Es wäre sicher besser gewesen, die Angelegenheit bilateral zu regeln, als an die Presse zu gehen, so Jaquier weiter. «Ich habe grosse Mühe, diese Art von Aktion zu verstehen», sagt er. Hier zeige sich ein regelrechter «Zerstörungswille» gegenüber der Unia, deren Ruf dadurch sicher Schaden nehmen werde. «Ich bin ein engagierter Gewerkschafter und Kämpfer für unsere Ziele», so der Regionalsekretär. Nun gelte es, die neue Situation zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Auch Carlos dos Santos sähe es viel lieber, wenn diese Art von Problemen intern geregelt würde, sagt er – in einem vertraulichen und konstruktiven Dialog, wie es auch in der Firma, für die er beruflich tätig sei, eigentlich der Normalfall wäre. Jaquier beurteilt er als «sehr kompetent und seit zwei Jahrzehnten für die gewerkschaftliche Sache engagiert». Und auch Pepo Hofstetter, Leiter Kommunikation bei der Unia Schweiz, wollte auf Anfrage nichts von irgendwelchen Missständen in der Unia Freiburg wissen.

«Wir distanzieren uns in aller Form von dieser Aktion», sagt schliesslich auch François Ducrest, Präsident der Freiburger Sektion des Gewerkschaftsbunds. Er habe natürlich Kenntnis von den Vorfällen und habe der Unia schon zwei Mal eine interne Mediation vorgeschlagen. Jaquier bezeichnet er als «sehr kompetent, aber eben auch omnipräsent». Er schliesse auch nicht aus, dass sogar Dritte hinter dieser Aktion gegen den Regionalsekretär stehen könnten – Personen, die ihm politisch schaden wollten. VPOD-Regionalsekretär Gaétan Zurkinden bestätigte auf Anfrage, dass sich seine Gewerkschaft um die Betroffenen kümmere. Weiter wollte er aber nicht Stellung nehmen.

«Es ist Sache eines Arbeitsgerichts, zu beurteilen, ob diese Kündigungen missbräuchlich waren oder nicht.»

Armand Jaquier

Unia-Regionalsekretär

«Wir distanzieren uns in aller Form von dieser Aktion. Jaquier ist sehr kompetent, aber eben auch omnipräsent.»

François Ducrest

Präsident Gewerkschaftsbund

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