Archiv 24.05.2000

1275 Ausgesteuerte im Jahre 1999

1999 sind im Kanton Freiburg 1275 arbeitslose Personen am Ende ihrer eidgenössischen Rahmenfrist angelangt, ohne eine Stelle gefunden zu haben. Sie gelten also als ausgesteuert. Als Stellen suchend sind bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) aber noch 705 Personen gemeldet.

705 Personen blieben als «Stellen suchend» registriert

Dies geht aus einer Antwort des Staatsrates auf eine Interpellation der SP-Grossrätin Antoinette Romanens aus Châtel-St-Denis hervor. Von den 1275 Personen haben kurz nach der Aussteuerung 225 Personen oder 18 Prozent eine Stelle gefunden, und 345 oder 27 Prozent haben darauf verzichtet, mit Hilfe der RAV eine Arbeit zu suchen, womit auch der Verzicht auf die Leistungen der Arbeitslosenversicherung (ALV) und auf kantonale Massnahmen verbunden war.

593 Qualifizierungsprogramme

Bei den RAV sind somit noch 705 Personen nach Ablauf der Rahmenfrist als stellensuchend gemeldet geblieben, wie der Antwort des Staatsrates weiter zu entnehmen ist. Für sie wurden 593 Qualifizierungsprogramme mit folgenden Ergebnissen organisiert:

«Diese letzte Zahl rechtfertigt eine gezielte Bewilligung von Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung. Obwohl ihre Situation ganz besonders berücksichtigt wurde, konnten 14 Prozent der Anspruchsberechtigten das für sie bestimmte Programm nicht beenden», schreibt der Staatsrat weiter.

Qualifizierungsprogramme
für vermittlungsfähige Arbeitslose

Die Qualifizierungsprogramme wurden anfangs 1999 mit der Revision des Gesetzes über die Beschäftigung und die Arbeitslosenhilfe geschaffen. Sie bieten eine qualifizierende Beschäftigung von höchstens zwölf Monaten bei einer öffentlichen Verwaltung, einer gemeinnützigen Organisation oder einem Unternehmen. Sie sind gedacht für vermittlungsfähige Ausgesteuerte, um ihre Chancen auf eine neue Anstellung zu verbessern. Zudem hat diese Massnahme den Vorteil, dass die Teilnahme als Beitragszeit angerechnet werden kann und somit der betreffenden Person die Eröffnung einer weiteren Rahmenfrist nach Bundesrecht ermöglicht.

Damit kann verhindert werden, dass eine grosse Zahl von Stellen Suchenden den regionalen Sozialdiens-ten und den Gemeinden zur Last fällt. Der Durchschnittslohn eines Teilnehmers an einem Qualifizierungsprogramm liegt bei rund 3000 Franken pro Monat.

Noch wenige Qualifizierungsprogramme in der Privatwirtschaft

Im Jahre 1999 konnten nur 14 Prozent der Qualifizierungsprogramme bei privaten Unternehmen angeboten werden. Nach den Worten des Staatsrates konnte aber dieser Anteil dank verschiedener von den RAV organisierter Massnahmen im Verlaufe der ersten drei Monate dieses Jahres auf 26 Prozent erhöht werden.

44 Prozent der Stellen Suchenden, die an Qualifizierungsprogrammen in Unternehmen teilgenommen haben, haben eine Arbeit gefunden, wie die Regierung weiter auf die Interpellation antwortet. Eine Person, der zwei oder drei Beitragsmonate für die Eröffnung einer neuen Rahmenfrist fehlen, wird bei den Qualifizierungsprogrammen prioritär berücksichtigt.