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Armee will die Werbetrommel rühren

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Ja, wenn es sein müsse, gehe er hinaus auf die Strasse und schüttle Hände, sagte der Kommandant der Luftwaffe, Aldo Schellenberg, gegenüber den FN (siehe Kasten). Die Hauptsache sei, er und seine Leute könnten dem Volk ihre Anliegen näherbringen und Vertrauen schaffen. So könne die Armee auch bei schwierigen Abstimmungen wie der Gripen-Vorlage Mehrheiten gewinnen. «Wir müssen die Bevölkerung von unseren Aufgaben überzeugen. Das ist uns am 18. Mai nicht gelungen.» 54 Prozent Nein-Stimmen seien zu viel, die Armee habe versagt. «Das darf uns nicht mehr passieren.»

Schellenberg hatte seine Offiziere und Bundesrat Ueli Maurer nach Payerne zum jährlichen Rapport geladen, zum ersten nach dem Gripen-Nein. Dies im Rahmen der Flugschau Air14. Dieser Anlass sei eine Möglichkeit, der Bevölkerung aufzuzeigen, welche Aufgaben die Armee habe, welche Mittel ihr zur Verfügung stehen und wie die Milizarmee ihre Aufgaben erfülle. Die Begeisterung der Besucher zeige, dass er Grund zur Hoffnung haben dürfe.

In der Krise ist es laut Schellenberg nicht mehr möglich, kurzfristig Material zu beschaffen und Piloten auszubilden. Die Schweiz müsse vorbereitet sein. Ein Punkt, den auch Armeeminister Maurer betonte. Die aktuellen Krisen zeigten, wie wichtig die Verteidigungsbereitschaft sei. Es sei für ihn frustrierend, sich dauernd erklären zu müssen. Die Air14 sei für ihn aber eine Gelegenheit, die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit der Armee und dem Kauf neuer Flugzeuge zu überzeugen. Sie verbinde das Volk mit der Armee. «Die Verschiebung der Abstimmung auf einen Termin nach der Air14 hätte sich wohl positiv ausgewirkt», mutmasste Maurer.

Nächste Abstimmung folgt

Neben verbesserter Kommunikation steht für Schellenberg ein effizienteres Projektmanagement im Vordergrund. Gerade bei grossen Beschaffungsprojekten sei mehr Wert auf Machbarkeit und die Finanzierung zu legen. Das Projekt müsse rascher umgesetzt werden. Dazu gehöre, nicht mehr auf Neuentwicklungen, sondern auf bestehende Serienprodukte zu setzen. Die Armee müsse den Schutz des Luftraumes im Fokus behalten. Selbst wenn die Einsatzdauer der 32 F/A-18 verlängert werden könnte, irgendwann müssten diese ersetzt werden. Für ihn habe bereits die nächste Debatte um ein neues Flugzeug und damit der nächste Abstimmungskampf begonnen, so Schellenberg. «Der direkte Kontakt zur Bevölkerung ist eine permanente Aufgabe.»

Schellenberg gab in Payerne den Tagesbefehl für die Luftwaffe für die nächsten Jahre durch. Er will in Friedenszeiten den 24-Stunden-Luftpolizeidienst so rasch wie möglich einführen und Unterstützungsdienste liefern. In der Krise müsse sie fähig sein, den Luftraum zu schützen, und im Krieg müsse sie das Land verteidigen können. Das gehe nur mit der Unterstützung der Bevölkerung. Ab 2015 will deshalb die Armee stärker hinaus zu den Leuten gehen, namentlich mit dezentralen Anlässen.

Verlängerung kein Thema

Für Schellenberg ist eine Verlängerung des Betriebs der F5-Tiger kein Thema. «Sie können aus einem Ford Capri kein modernes Kampfflugzeug machen. Auch mit Milliardeninvestitionen nicht.» Bewaffnung und Radar können nicht aufgepeppt, und die Reichweite könne nicht verlängert werden. «Würden Sie unsere Piloten mit über 50 Jahre alten Flugzeugen in den Kampf schicken? Ich nicht. Deshalb bin ich rigoros gegen jedwelche Aufrüstung der Tiger-Flotte.»

Kommunikation: Deutlicher, klarer und näher bei den Leuten

L uftwaffenchef Aldo Schellenberg zieht eine kritische Analyse der Gripen-Abstimmung.

 

Sie sagen, die Armee habe bei der Gripen-Vorlage versagt. Was meinen Sie damit?

Es ist offensichtlich, dass es uns nicht gelang, aufzuzeigen, dass 32 F/A-18 nicht reichen, um den Schutz von Land und Leuten in Krisen sicherzustellen. Luftpolizeidienst ist eine wichtige Aufgabe, aber nicht die einzige. Die F/A-18 reichen für diesen Zweck aber nicht für mehr. Das Abstimmungsresultat und die Auswertungen zeigen, dass es uns nicht gelang, aufzuzeigen, dass der Gripen die beste Lösung, ein gutes Flugzeug zu einem vernünftigen Preis ist.

Was lernen Sie daraus?

Wir müssen in Kontakt mit der Bevölkerung treten und klarer, einfacher, deutlicher werden. Wir müssen schauen, dass wir wie hier an der Air14 das Volk zu uns holen und ihm erklären, was wir machen. Nicht aufdringlich, sondern bürgernah sympathisch und verständlich.

 

Konkret: Würden Sie auf die Strasse gehen und wie ein Politiker Hände schütteln?

Wir wollen uns nicht anbiedern, sondern offen, ehrlich und transparent informieren. So kann sich jeder ein eigenes Urteil bilden. Dazu fühle ich mich verpflichtet. Und ja, das kann durchaus auch bedeuten, dass ich zu den Leuten gehe und Hände schüttle. fca

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