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Asbestsanierung in Jura-Schulhäusern ist früher abgeschlossen als erwartet

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Im Frühjahr entdeckte die Gemeinde Freiburg in zwei Gebäuden des Jura-Schulhauses Asbest in den Zimmerdecken. Umgehend wurde eine komplette Asbestsanierung während den Sommerferien angeordnet. Die Sanierung von 1700 Quadratmetern Decke ist nun abgeschlossen – früher als erwartet.

24 Zimmerdecken saniert

«Hier im Gebäude C haben wir bereits alles wieder eingeräumt», sagt Architekt Jorge Manuel de Jesus, der das Projekt begleitet hat, und zeigt auf das Zimmer einer Kindergartenklasse. Die Decke ist kahl und das alte Metallgerüst mit den Neonröhren ist gut sichtbar. «Alle Kabel und Lampen wurden gesichert und befestigt, so dass beim Schulstart für die Kinder keine Gefahr besteht», erklärt de Jesus. Ersetzt werden die 24 sanierten Zimmerdecken erst nächstes Jahr, wenn auch die gesamte Beleuchtung erneuert wird. Für diesen Sommer fehlten das Konzept, das Geld und die Zeit, um alles vor dem Schulstart bereit zu haben.

Kleines Team, viel Arbeit

Die Vorbereitungen für die Asbestsanierung haben bereits in der letzten Schulwoche begonnen. Die Klassen der betroffenen Zimmer mussten alle nicht festgemachten Möbel aus den Klassenzimmern bringen. Für die Arbeiten in den Sommerferien wurden an den Eingangstüren der Gebäude vorübergehend die Schlösser ausgetauscht. «Als Vorsichtsmassnahme», sagt de Jesus, damit nicht aus Versehen Kinder oder Lehrpersonen hereinkommen.

Am 6. Juli ist die Spezialfirma für diese Arbeit gekommen und hat begonnen, in den Klassenzimmern alles, was nicht mit Wasser gewaschen werden kann, mit Folien abzukleben. Nachdem alles abgeklebt war, begann die eigentliche Arbeit an den Zimmerdecken. Sieben Zimmerdecken im Gebäude C und 17 Zimmerdecken im Gebäude B mussten saniert werden. Vier Personen arbeiteten mehrere Wochen lang in den Klassenzimmern.

Während der Arbeit in den Zimmern trugen die Arbeiter stets Ganzkörper-Schutzanzüge, die sie vor dem Asbest schützten. Beim Verlassen der Räume mussten die Arbeiter durch eine grosse Box: «Dort mussten sie eine Dusche nehmen und die Werkzeuge waschen», so de Jesus.

Jede Platte an der Decke musste vorsichtig abmontiert werden – ohne dabei zerbrochen zu werden – und anschliessend zum Schutz doppelt verpackt werden. «Das Entfernen der Platten war nicht unproblematisch. Man musste sehr vorsichtig arbeiten», meint de Jesus. Die verpackten Platten wurden in einen Container und anschliessend in eine Asbestentsorgungsstelle gebracht.

Strenge Kontrollen

Als im Schulhaus in den Zimmerdecken Asbest entdeckt wurde, war schnell klar, dass die Zwischendecken raus müssen: «Bei Schulen gibt es eine Null-Toleranz-Regel, was Asbest in der Luft angeht», erklärt de Jesus. Denn die kleinen Asbestfasern können zu Krebs führen, wenn sie in die Lunge geraten. Die Stadt Freiburg habe schnell reagiert, und sie habe Glück gehabt, das Asbest bereits im Frühling entdeckt zu haben. So konnte sie im Sommer – noch vor dem Schulstart – die Sanierungsarbeiten durchzuführen.

Für Asbestsanierungen gibt es sehr strenge Auflagen. Während der Arbeiten kam ungefähr 30 Mal ein Spezialist, der die Luftqualität kontrollierte und das Okay für die Weiterarbeit gab, auf die Baustelle. «Die Arbeiten sind insgesamt sehr gut verlaufen, es gab keine bösen Überraschungen und es wurde sehr sauber gearbeitet», sagt de Jesus.

Letzter Schritt

Jetzt, da alle Sanierungsarbeiten beendet sind, müssen die Arbeiter nur noch alle Schulmöbel wieder einräumen. «Im Gebäude C ist bereits alles an seinem Platz. Nächste Woche sollte auch im Gebäude B alles soweit sein, dass die Lehrpersonen für die Vorbereitungen des nächsten Schuljahres die Räume wieder benutzen können.»

Asbest

Vom «Segen» zum Klotz am Bein

Asbest ist die Bezeichnung für eine Gruppe von natürlich vorkommenden mineralischen Fasern. Diese sind feuer-, hitze- und säurebeständig, verbundfähig und weisen eine hohe elektrische sowie thermische Isolierfähigkeit auf, wie die Suva schreibt. Das Material kommt seit rund 2000 Jahren in verschiedensten Anwendungen zum Einsatz.

Die einstige «Wunderfaser» wurde insbesondere in den 1960er- und 1970er-Jahren in Baumaterialien als leicht- oder festgebundener Asbest verarbeitet und sowohl auf dem Bau als auch in der Industrie breit eingesetzt. Die Faser steckt in Gebäuden unter anderem in Fliesenklebern, Verputzen, Wand- und Bodenbelägen, Leitungsisolationen, Dächern, Fassaden und Fenstern sowie Elektroinstallationen. Da das Material als dauerhaft und leicht zu reinigen angepriesen wurde, kam es sogar bei feuerfesten Kleidungsstücken und Schuhen zum Einsatz. Auch in Blumenkästen, Theatervorhängen sowie Zahnpasta kam die Faser vor und nicht zuletzt in den 30er-Jahren als Kunstschnee in Hollywood oder als Spinnweben in Filmen wie «Die Mumie».

Mehr Proben und Abfall

Mit der Pflicht zur Abklärung von Asbestvorkommen hat seit 2016 auch die Anzahl Proben zugenommen, jährlich sind es rund 200 000 – das stellt jedoch nur einen geringen Anteil der asbesthaltigen Risikomaterialien dar, wie ein akkreditiertes Analyselabor im Berner Seeland schreibt. Diese Aussage bestätigt Daniel Bürgi, Präsident der Vereinigung für Asbestberater.

Dem Kantonalen Laboratorium Bern wurden in den 1990er-Jahren noch 50 Proben pro Jahr eingesandt, 2019 waren es 2784, wie es auf Anfrage hiess. Bei rund einem Drittel bestätigte sich der Verdacht. Meist wurde das Material in Fliesenklebern (63 Prozent) nachgewiesen. Deutlich zugenommen haben die Verputze mit 122 Proben im Jahr 2019 gegenüber 70 im Jahr 2018.

In der Stadt Zürich hat sich seit 2016 die Schadstoffabklärung verdreifacht, wie Patrick Buschor, Leiter Gebäudeschadstoffe im Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich, auf Anfrage mitteilte.

Auch bei Schadstoffsanierungen und bei der Entsorgung auf Deponien habe man eine verstärkte Tätigkeit festgestellt. Gemäss Angaben der Baudirektion des Kantons Zürich sind für festgebundene Asbestfasern seit 2005 Daten erhältlich. So wurden von 2005 bis 2009 etwa 10 800 Tonnen entsorgt, 2010 bis 2015 waren es 17 500 Tonnen.

Gesamtschweizerisch sind zu den Abfallmengen jedoch keine Zahlen erhältlich, wie das Bundesamt für Umwelt auf Anfrage mitteilt.

sda

 

«Alle Kabel und Lampen wurden gesichert, so dass beim Schulstart für die Kinder keine Gefahr besteht.»

Jorge Manuel de Jesus

Architekt

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