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Asiatischer Käfer erfolgreich bekämpft

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Im Sommer 2014 tauchten in Marly erstmals die Laubholzbockkäfer auf. In Verpackungsholz gelangte der Schädling von Asien auf ein Industrieareal in Marly. «Seither müssen die Laubbäume jedes Jahr auf einen Befall des Käfers untersucht werden», sagt der Baumpflegespezialist Melchior Kümin. Er sei überzeugt, dass die Laubholzbockkäfer bekämpft werden können. «Es gibt genügend invasive Arten, mit denen wir heute leben müssen, doch mit dem Laubholzbockkäfer sind wir auf bestem Weg, ihn loszuwerden.»

Viele Bäume gefällt

Als erste Meldungen zum Käfer auf Gemeindegebiet eingingen, kam es zu grossen Baumfällaktionen: «Viele Bäume wurden auch präventiv gefällt. Dies zum grossen Ärger der Bevölkerung. Mit dem Roden aller Bäume im betroffenen Gebiet konnte vor drei Jahren aber die Ausbreitung des Laubholzbockkäfers in Marly verhindert werden. Dank dieser Aktion wurden 2014 nur noch zwei Käfer entdeckt. Im europäischen Vergleich war die Situation in Marly weniger drastisch: «Vor drei Jahren wurden die letzten Käfer dokumentiert, ein Jahr später konnten wir nur noch wenige Eier finden, und letztes Jahr gab es keine Funde mehr», sagt Kümin. Das Monitoring in Marly diene der Überwachung. «Wenn ein Befall an einem Baum festgestellt würde, so könnte dieser rasch gefällt werden. Ein präventiver Kahlschlag ist nicht mehr nötig.» Dadurch sei auch das Verständnis in der Bevölkerung grösser, erklärt Kümin. Die Baumpfleger mussten Weiden, Papeln, Birken, Rosskastanien und vor allem Ahorne fällen. Diese Bäume sind bei den asiatischen Laubholzbockkäfern sehr beliebt. Nadelbäume seien nicht betroffen. Auch auf Nussbäumen haben sie keine Käfer gefunden. Doch wenn die Tiere keine bevorzugten Laubbäume mehr finden, könne ein Befall von Nussbäumen und Gartenhecken nicht ausgeschlossen werden.

Punkte markieren Funde

Das Monitoring startete vor drei Jahren. Auf einer Karte des betroffenen Gebietes wurden mit orangen Punkten die Orte markiert, an denen die Baumpfleger Käfer gefunden haben. An den grün markierten Stellen hatten sie lediglich verdächtige Spuren gesichtet, die aber keinen Hinweis auf den Laubholzbockkäfer ergaben, erklärt Kümin. Auf der Karte sei klar ein «Epizentrum» der Verbreitung des Käfers ersichtlich. «Rund um den Ausgangspunkt fanden wir Laubholzkäfer und Eiernester sowie Larven, weiter aussen wurden nur noch Käfer entdeckt.» In Marly ist der Perimeter, in denen Käfer wirklich geschlüpft sind, überschaubar. Die Käfer breiteten sich im Siedlungsgebiet zwischen den Wohnhäusern und in Parks aus.

Baumpfleger und Akrobat

Kümin und zwei weitere Baumpfleger müssen die Laubbäume in den betroffenen Gebieten von oben bis unten, Ast für Ast auf einen Befall untersuchen. Dies erfordert von den Baumpflegern akrobatisches Geschick. «Das gehört zum Beruf dazu: Schwindelfrei sollte ein Baumpfleger auf jeden Fall sein», sagt Kümin.

Auch dieses Jahr konnten bei den bisherigen Untersuchungen keine Laubholzbockkäfer und auch keine Eier und Larven ausgemacht werden, was Kümin freut. Weitere Tage, an denen nach den Tieren in den Bäumen gesucht wird, folgen. Das Monitoring läuft noch bis im Jahr 2018. Wenn in Marly bis dahin keine Käfer registriert werden, kann das Monitoring eingestellt werden.

Laubholzbockkäfer

Der robuste Käfer konnte sich schnell verbreiten

Der asiatische Laubholzbockkäfer ist einer der gefährlichsten Laubholzschädlinge weltweit. Dieser Käfer sowie der chinesische Laubholzbockkäfer sind in Ostasien heimisch, namentlich in China, Korea und Taiwan. Der Käfer ist über die ganze Nord-Süd-Ausdehnung Chinas verbreitet. Der robuste Käfer kann daher auch in Gebieten mit tieferen Wintertemperaturen überleben, als üblicherweise in Mitteleuropa herrschen. Auch strenge Winter in der Schweiz reichen nicht aus, um die Verbreitung zu stoppen. Selbst der Februar im Jahr 2012 mit Wintertemperaturen bis zu minus 15 Grad machten den Larven des Laubholzbockkäfers nichts aus.

1996 verbreitete sich der Käfer erstmals ausserhalb von Asien. Betroffen waren der Nordosten der USA und der Südosten von Kanada. Der erste Befall in Europa wurde 2001 im oberösterreichischen Braunau festgestellt.

In der Schweiz datiert der erste dokumentierte Fund aus dem Sommer 2011, als man in Brünisried an Bergahornen mehrere Käfer und Larven fand. Sie wurden durch Holztransporte eingeschleppt. In Marly entdeckte man den Käfer 2014.

chr

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