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Auf Besuch in Freiburg

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Auf Besuch in Freiburg

Philaret von Minsk an der Universität

Der russisch-orthodoxe Metropolit Philaret von Minsk hat am Dienstag auf seiner Europareise in Freiburg Halt gemacht. Im Mittelpunkt standen die Bestrebungen der orthodoxen und katholischen Kirche zur gegenseitigen Annäherung.

Der 67-jährige weissrussische Oberhirte erwies an der Spitze einer Delegation der Theologischen Fakultät der Universität Minsk in Freiburg vorerst den Reliquien des Heiligen Nikolaus seine Reverenz, die in der Kathedrale in einem prächtigen Armreliquiar aufbewahrt werden. Das Domkapitel empfing den Metropoliten in corpore und geleitete ihn in das Gotteshaus, wo das Armreliquar auf dem Hauptaltar aufgestellt worden war. Philaret verwies im Anschluss an die von den Domherren geleiteten Andacht in einer kurzen Ansprache darauf, dass der Heilige Nikolaus von Myra in Ost und West verehrt werde. Er könne deshalb den Kirchen dabei helfen, zur Einheit zu gelangen.

Metropolit Philaret ist Vorsitzender der Synodalen Theologischen Kommission der russisch-orthodoxen Kirche. Auf Einladung des Institutes für ökumenische Studien plädierte er in einem Vortrag an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg für die Überwindung des theologischen Konfessionalismus und für eine gemeinsam verantwortete Theologie. Die theologischen Fakultäten von Minsk und Freiburg sind durch eine Konvention verbunden.

Gemeinsame Verantwortung

Die heilige Kirche Christi stehe heute an der Schwelle einer neuen Epoche Europas. Diese stehe «im Zeichen einer Wiedergeburt des Verständnisses für die Einheit christlicher Werte, Ziele und Sinngebung», betonte der weissrussische Exarch. Orthodoxe, Katholiken und Protestanten müssten sich gemeinsam der Verantwortung «für die jungen Triebe im Weinberg des Herrn» stellen. Er sehe für den interkonfessionellen Dialog reale Perspektiven im Bereich der theologischen Bildung und Wissenschaft, sagte Philaret. So studierten an der Theologischen Fakultät in Minsk orthodoxe und katholische Studenten gemeinsam.

Der Metropolit hob hervor, dass sich die Einheit der Kirche nicht in der Vereinheitlichung des Glaubensbekenntnisses der verschiedenen Konfessionen zeige und sich auch nicht durch eine Politik ihres Zusammenschlusses erreichen lasse. Sie bestehe vielmehr «in der Einheit der christlichen Haltung zur Schöpfung Gottes, in der Gemeinsamkeit christlicher Ziele und Werte, in deren Mittelpunkt unverändert unser Herr Jesus Christus steht». Diese Gemeinsamkeit zu erlangen sei heute die wichtigste Aufgabe der christlichen Theologie, so Philaret. Das betreffe jedoch nicht nur den Dialog zwischen den christlichen Konfessionen, sondern auch den Dialog zwischen «den Religionen, in denen der Geist der Liebe Gottes zu Tage tritt».

Philaret von Minsk ist der Meinung, dass es ein Fehler wäre, sich das theologische Denken der verschiedenen orthodoxen Ortskirchen, aber auch der katholischen und der protestantischen Kirchen nicht anzueignen. Keine Konfession sei mit einem einzigen theologischen System verbunden. Die Lehre der Kirche sei nicht irgendein bestimmtes historisches System der Theologie, «sondern sie verfügt über solche theologischen Systeme in ihrer Schatzkammer». Für die orthodoxe Theologie führe dies zur Notwendigkeit der «freien Begegnung mit dem Westen», fasste der Minsker Metropolit zusammen.

Philaret wird am Mittwoch von der Schweizer Bischofskonferenz an ihrer Studientagung in Wislikofen empfangen. Kipa

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