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Auf dem Velo entlang der Nordseeküste

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Nordsee-Rad-Route ist mit 6000 Kilometern der längste ausgeschilderte Radweg der Welt und führt durch sieben Länder: von Deutschland über Schweden bis nach England. Sie gilt als eine der schönsten Europas. Mit Recht. Im Sommer radelten wir zu zweit auf dem Teilstück Hamburg–Sylt, zuerst der Elbe, dann der Nordseeküste entlang. Rund 300 Kilometer: Wir erlebten Wind und Weite wie kaum je auf einer Radtour, hörten die Rufe der Vogelschwärme, das penetrante Blöken der Schafe, das Rauschen des Meeres. Wir fuhren durch weite Marschlandschaften, den Deichen entlang, durch Weiden mit Tausenden von Schafen, durch menschenleere Gegenden. Kaum Radfahrer, auch im Juli nicht.

Die Nordseeroute scheint kein Knüller zu sein. Warum nicht? Täglich legten wir rund 60 Kilometer zurück, sechs Tage am Stück. Meist flach. Auf Empfehlung hin zogen wir mit E-Bikes los. Eine weise Entscheidung. Denn der Wind blies uns Tag für Tag um die Ohren, oft so stark, dass wir gar im flachen Gelände auf «High» schalten mussten. Wer im Norden radelt, muss sich auch auf Wetterkapriolen einstellen. Jeden Tag zogen wir den Poncho über. Doch der Wolkenbruch war meist von kurzer Dauer und die Sonne zeigte sich bald wieder.

Bequemer Gepäcktransport

Mit E-Bike kann jeder geübte Radfahrer den Nordseeküsten-Radweg fahren. Geübt darum, weil man jeden Tag rund fünf Stunden auf dem Sattel sitzt. Dank der guten Beschilderung und des gut ausgebauten Radwegnetzes kann man gut alleine losfahren. Und bequem ist das Ganze mit dem Gepäcktransport, wie ihn Eurotrek anbietet, auch noch. Ausserdem hat die Tour mit Hamburg einen attraktiven Start und mit Sylt ein verlockendes Ziel.

Büsum und Husum

Etwas mehr Zeit hätte man sich gewünscht, um die Etappenorte zu erkunden, wie etwa Büsum mit seiner intakten Altstadt an der Nordsee, ein Pionierort des Tourismus. Schon 1818 gab es hier die ersten sommerlichen Badegäste. Ursprünglich lag Büsum auf einer Insel mit mehreren Dörfern, ist aber seit 1585 mit dem Festland verbunden. Kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt Nordfrieslands ist die Stadt Husum mit ihrem berühmten Sohn Theodor Storm (1817–1888). Der Autor des «Schimmelreiters» war in der Stadt Rechtsanwalt und Landvogt.

«Auf den Dünen müsst Ihr wandern»

Nach dem tagelangen Radeln der einsamen Küste entlang war die Ankunft auf Sylt, Insel der Reichen und Schönen, zunächst ein kleiner Schock. Vom Festland über den Hindenburgerdamm strömen täglich Tausende von Touristen nach Westerland, in die einzige Stadt der Insel. Mallorca pur. «Trotzdem mag ich die Stadt Westerland wegen der grossen Auswahl an Hotels und Restaurants, dem gros­sen Busbahnhof und weil es sich bei schlechtem Wetter wunderbar shoppen lässt», sagt eine begeisterte Bekannte, die seit vielen Jahren regelmässig nach Sylt zurückkehrt. Die Touristenmassen trifft man tatsächlich nur in zwei Einkaufsstrassen und am Strand von Westerland an. Der Rest der Insel besteht aus vierzig Kilometern menschenleerem Sandstrand, und auch die Wattseite ist ziemlich einsam. So stellte sich die Sylt-Begeisterung auch bei uns ein.

Was bleibt in bester Erinnerung? Ganz klar die geführte Wattwanderung im Unesco-Weltnaturerbe «Wattenmeer». Das Laufen auf Meeres­boden ist ein überwältigendes Erlebnis. Bei Niedrigwasser kann man weit ins Watt oder gar bis zu einigen Inseln und Halligen wandern. Uns reichte die kurze Zeit nur für eine Schnuppertour in Sylt. Und darum muss die dreistündige Wattwanderung von Insel zu Insel beziehungsweise von Föhr nach Amrum irgendwann noch sein. «Auf den Dünen müsst Ihr wandern», sagt die Bekannte. «Etwa oben im Norden, im sogenannten Ellenbogen, wo Meer, Wind und Weite ein einzigartiges Naturerlebnis bieten.»

Im Juni oder im Herbst

Das Tolle an Sylt ist auch, dass es viele Schlechtwettervarianten im Angebot hat, wie zum Beispiel eine Entdeckungsreise mit dem Schiff, auf der Mitarbeiter ein Netz ins Wasser lassen und eine Menge Seetiere an Bord holen.

Wer es ruhiger mag, sollte im Juni nach Sylt reisen, wenn es noch bis 23 Uhr hell ist. Auch der Herbst ist eine gute Zeit an der Nordsee. Die Stimmung und die Schönheit dieser Landschaft, wo die Menschen ein hartes Leben führen, immer im Kampf gegen Wind, Wasser und Gezeiten, ist einzigartig.

Tipps und Infos

Individuelle Tour mit Gepäcktransport

Nordseeküsten-Radweg: von Hamburg nach Sylt, entlang der Elbe und der Nordseeküste. Individuelle Tour. Acht Tage, ca. 300 Kilometer, mit Gepäcktransport, Hotels, Hafenrundfahrt in Hamburg, Bahnfahrt nach Sylt: 800 bis 900 Franken; dazu kommen allfällige Kosten für die Radmiete. Mai bis September. Informationen unter www.eurotrek.ch oder Telefon 044 316 10 00.

Sylt: Unterkunft: z.B. im Hotel Raffelhüschen, Westerland, zentral und ruhig. Informationen unter www.sylthotel-raffelhueschen.de

«Erlebniszentrum Naturgewalten» in List: interaktive Ausstellung für Familien.

Anreise: Von der Schweiz aus gibt es Direktflüge nach Sylt (zwei Stunden Flugzeit). Railtour bietet Sylt-Arrangements mit Flug an (Deutschland-Katalog).

il

Die Reise wurde unterstützt von Eurotrek und Sylt-Tourismus.

Wissenswertes

Nordseeküste: Naturerlebnisse vom Wattenmeer bis zu den Halligen

Die grösste zusammenhängende Wattlandschaft der Welt und die Halligen als letzte Überreste der einstmals grossen Marschinseln: Die Nordseeküste hat Einzigartiges zu bieten:

Deiche: Die modernen Deiche bestehen aus einem Sandkern, der mit einer Kleischicht abgedeckt und mit einer Grasschicht abgeschlossen wird. Sie können bis zu acht Meter hoch sein.

Wattenmeer: Es ist mit 8000 Qua­dratkilometern die grösste zusammenhängende Wattlandschaft der Welt. Wattwürmer, Krebse, Muscheln und Schnecken leben in grosser Zahl gut verborgen im Wattboden. Weil es so viel «Vogelfutter» gibt, ist das Wattenmeer das vogelreichste Gebiet Europas. Grundbedingung für das Wattenmeer sind die Gezeiten Ebbe und Flut. Über sechs Stunden lang steigt das Wasser an (Flut) und genauso lange fällt es wieder (Ebbe).

Halligen: Sie sind einzigartige Ei­lande, die als kleine Reste der ehemals grossen Marschinseln im nordfriesischen Wattenmeer nach den Sturmfluten von 1362 und 1634 entstanden sind. Bei Sturm steht das Wasser direkt vor der Haustür der Bewohner. Der Wasserstand kann dann bis zu fünf Meter höher sein als bei ruhigem Meer. Zum Schutz müssen aus Erde aufgeschüttete Siedlungshügel, sogenannte Warften gebaut werden. Auf der Warft stehen Einzelhöfe oder auch Dorfsiedlungen. Von den ursprünglich 25 Halligen sind nur noch zehn übrig geblieben.

Sylt: Auf der Insel trifft das Meer mit grosser Gewalt auf die Küste. Durch die Brandung werden jährlich bis zu vier Meter Sand von der Westseite der Insel abgetragen. Die Insel verliert dadurch jedes Jahr rund eine Million Kubikmeter Sand. Die Menge muss durch Sandaufspülungen ausgeglichen werden.

il

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