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Auf den Spuren der Königin von Saba

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Auf den Spuren der Königin von Saba
Eindrücke von einer FN-Leserreise nach Jemen
23 Personen haben im Mai an einer FN-Leserreise durch Jemen teilgenommen. Sie tauchten ein in eine fremde Welt voller historischer Stätten, eindrücklicher Landschaften und freundlicher Menschen. Eine Teilnehmerin berichtet.
Von MARIE-CLAIRE BÜRGY (Text und Bilder)
Freitag, 18. Mai 2007, 18.15 Uhr: Abfahrt mit dem Car nach Zürich. Alle sind gespannt und in freudiger Erwartung. Das Abenteuer Jemen kann beginnen. Nach einem rund siebenstündigen Flug und einem Zwischenstopp in Doha landen wir in Sana’a. Etwas mulmig ist uns schon. Alles mutet noch etwas fremd an. Schon bei der Passkontrolle begegnen uns schwarz gekleidete, verschleierte Frauen, nur die Augen sind zu sehen. Männer in langen weissen Kleidern oder einem um die Hüften gewickelten langen Tuch, Futa oder Makdab genannt, dazu ein Hemd und Blazer. Zur Futa oder dem Männerkleid gehört ein schön bestickter Gürtel mit einem Krummdolch, dem Djambjia. Am Ausgang werden wir bereits von unserem jemenitischen Reiseleiter Abdulnasser empfangen. Auf der Fahrt ins Hotel tauchen wir erstmals ein in diese andere Welt. Wären da nicht Autos und Handys, die uns daran erinnern, dass wir 2007 schreiben, könnte man meinen, in der Zeit von 1001 Nacht gelandet zu sein – gleich um die Ecke begegnen wir Aladin!
Sana’a: Einzigartige Architektur
Jemen liegt auf der Arabischen Halbinsel, westlich von Oman und südlich von Saudi-Arabien. Im Süden von Jemen befindet sich der Indische Ozean, im Westen das Rote Meer. Die Republik Jemen, welche im Mai 1990 durch die Vereinigung von Nord- und Südjemen entstand, gehört gemäss Uno zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Nach Saudi-Arabien ist Jemen das flächenmässig zweitgrösste Land der Arabischen Halbinsel. Die Hauptstadt Sana’a liegt auf knapp 2300 Meter über Meer. Hier beginnen wir unsere Rundreise. Unser erstes Mittagessen in der fremden Welt schmeckt vorzüglich. Es besteht aus einer Fleischsuppe, Fisch, dem typischen Fladenbrot, Reis und Gemüse. Wir sind bereit, Sana’a zu erkunden. Sana’a wurde der Legende nach von Noahs Sohn Dem gegründet und war bereits 300 Jahre n. Chr. ein politisches und wirtschaftliches Zentrum. Die Altstadt von Sana’a gehört wegen der einzigartigen Architektur und dem geschlossen erhaltenen Stadtbild zum Weltkulturerbe der Unesco.
Weihrauch und Myrrhe
Eindrücklich ist der Souk mit den vielen winzigen Läden in schmalen, verwinkelten Gassen auf engstem Raum. Es riecht nach Weihrauch und Myrrhe, nach Gewürzen, Obst, Datteln, Süssigkeiten, Fladenbrot. Handwerkern aller Art kann beim Arbeiten zugeschaut werden. Am nächsten Morgen fahren wir westlich in Richtung Meer. Das Meer sehen wir zwar nicht, dafür können wir die Terrassierung der Felder bewundern, welche treppenartig zum Hochplateau hinaufführen. Das Städtchen Manakha liegt auf 1500 Meter über Meer in einem Sattel zwischen den Bergen des Harzagebirges. In Manakha wird uns in einem Funduq, einem traditionellen jemenitischen Gästehaus, das Mittagessen serviert.
Geschnitten und gekaut
Von Manakha aus fahren wir entlang der Berghänge zum auf rund 2000 Meter über Meer gelegenen Dorf Alhajjarah, die Steinerne. An den Berghängen wird vor allem Hirse und Qat sowie Kaffee angebaut. 13 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche werden mit Qat-Sträuchern oder Bäumen bebaut. Die kleinen Terrassen in den Bergen lassen sich so rentabel nutzen. Qat ist ein wichtiger Teil der Tradition im Jemen: am Vormittag geschnitten und am Nachmittag gekaut. In einer Backenhälfte «gesammelt» und gekaut, hat es eine leicht aufputschende Wirkung. So treffen wir am Nachmittag jeweils auch unsere Chauffeure mit dicken Backen an. Rund eine Stunde dauert unser Flug über die Gebirgs- und Wüstenlandschaft nach Seiyun. Seiyun ist eine der wichtigsten Verwaltungsstädte im Wadi Hadramaut. Es ist heiss, sehr heiss, weite Palmenhaine umgeben die Tal-Oase. Beidseits des Wadis ragen rötlich schimmernde Felswände empor. Der ehemalige Sultanspalast, der heute ein kleines Museum beherbergt, vermittelt uns einen Einblick in Geschichte und Tradition der Region. Aiman, das «Küken» unter den Chauffeuren, hat sich verfahren, so sehen wir als erste Shibam. Shibam, das Manhattan der Wüste, besteht aus über 427 eng aneinandergebauten Hochhäusern aus Lehm mit bis zu acht Stockwerken. Die 400 bis 500 Jahre alten Hochhäuser sind vollständig aus luftgetrockneten, mit Stroh vermischten Lehmziegeln gebaut. Shibam gehört wie die Altstadt von Sana’a zum Weltkulturerbe der Unesco. Am Abend geniessen wir den Sonnenuntergang über Shibam. Die Farbe der untergehenden Sonne und die Hochhäuser verschmelzen förmlich mit der rötlichbraunen Landschaft. Durch das Hadramaut-Tal führte die Weihrauchstrasse. Der Weihrauch wurde von Dhofar (Oman) über Schabwa, Timna und Marib bis zum Mittelmeer transportiert. Auf dem Weg nach Tarim besuchen wir die Grabanlage des Ahmed bin Issa Al Mojahir. Ahmed bin Issa ist der Stammvater aller Sa’da (religiöse Oberschicht) des Hadramaut. Der Beiname Al Mojahir bedeutet, dass Ahmed bin Issa ein berühmter Reisender war. Am Fusse einer grossen Sandstein-Felswand, erst beim genauer Hinschauen erkennbar, liegt die heilige Stadt Tarim. Immer wieder überrascht es, wie die Häuser fast mit der Landschaft verschmelzen. Auf der Fahrt von Seyjun nach Mukalla, von der Wüste an die Küste, führt uns der Weg durch das Wadi Dowan. Die malerische Landschaft wechselt ab mit Oasen aus Palmen und den palastartigen Häusern, welche auf Wohlstand hinweisen. Viele dieser Menschen hatte es als Händler ins Ausland gezogen, wo sie zu Wohlstand kamen. Nun investieren sie das Geld wieder in ihrer Heimat. Das Wadi Dowan ist im Jemen berühmt für ausgezeichneten Honig. Die Strasse zur Küste führt uns hinauf auf das Hochplateau des Djol. Atemberaubend ist die Aussicht von hier hinunter auf das Wadi Dowan. Die feuchte Luft kündigt die Nähe der Küste an. Wir erreichen Al Mukalla, auch weisse Stadt genannt. Die Stadt war jahrhundertelang ein wichtiger Knotenpunkt zwischen dem Wadi Hadramaut und den Handelsniederlassungen in Asien. Heute gilt Al Mukalla als «Boom-Town» des Jemen.
Sternenhimmel über Bir Ali
Die Fahrt entlang der Küste führt uns durch die schwarze Vulkanwüste nach Bir Ali, einem Fischerdorf. In Bir Ali geniessen wir ein Bad im Indischen Ozean. Wir übernachten in Strohhütten, Zelten und einige sogar unter freiem Himmel. Bevor wir einschlafen, können wir uns am Sternenhimmel satt sehen. Die Nacht ist kurz, nach Sonnenaufgang sind die ersten wieder wach und nach einem «Picknick-Frühstück» fahren wir der Küste entlang weiter nach Aden. Aden, ehemalige britische Kolonie, besass den wichtigsten Hafen auf dem Seeweg von Indien nach Europa. An die Zeit der Engländer erinnert oberhalb des alten Hafens das Wahrzeichen Little Big Ben. Die frühere Wasserversorgung Adens sicherten gewaltige Zisternen, Saharidj, die innerhalb eines ehemaligen Vulkankraters angelegt sind. Heute werden diese Zisternen nicht mehr genutzt. Das Wasser für die Stadt wird aus dem Wadi Tuban in die Stadt geleitet. In Aden besichtigen wir die Aidrus-Moschee und das direkt neben der Moschee liegende Mausoleum. Die Aidrus-Moschee stammt aus dem Jahre 1859 und ist dem Schutzheiligen der Stadt Aden, Abdallah al Aidrus, gewidmet.
Der Tanz des alten Mannes
Wir verlassen Aden in Richtung Taïz. Die Temperaturen werden angenehm kühler. Taïz, die drittgrösste Stadt Jemens, liegt auf 1400 Meter über Meer

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