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Aufruf zur Spende für Irak statt Strafe

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Aufruf zur Spende für Irak statt Strafe

Unübliche Reaktion der Direktionen der Kollegien und der KDMS auf Schülerdemos

Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen, die am 19. März für den Frieden in Irak demonstriert haben, sind zu Unrecht dem Unterricht ferngeblieben. Auf originelle Weise haben die Schuldirektionen auf ihr Verhalten reagiert.

Die Direktionen der Mittelschulen der Stadt Freiburg anerkennen die Beweggründe und die Aufrichtigkeit der Jugendlichen, die bei Kriegsausbruch auf die Strasse gingen und für den Weltfrieden demonstriert haben. Es gehe aber nicht an, dass die schulische Arbeit unter solchen Kundgebungen leidet. «Man kann nicht gegen eine Rechtsverletzung protestieren und gleichzeitig selber gegen reglementarische Bestimmungen ver-
stossen», halten die Schuldirektionen fest.

Eine Kollekte
für die Opfer des Irakkonflikts

Anstelle von Sanktionen wollten aber die Schuldirektionen den Schülerinnen und Schülern eine Gelegenheit geben, ihre Entschlossenheit und Ehrlichkeit zu beweisen. Sie haben deshalb zwei Massnahmen beschlossen, wie einer Antwort des Staatsrates auf eine Anfrage des Sensler SP-Grossrats Martin Tschopp entnommen werden kann.
l Die Unterrichtsstunden, die nicht erteilt werden konnten, kosten die Gemeinschaft viel Geld. Dessen sollte sich jede Schülerin und jeder Schüler bewusst werden. Sie oder er sollte dies in Form eines symbolischen finanziellen Beitrags ausdrücken können. Zu diesem Zwecke sei in jedem Kollegium und in der Kantonalen Diplommittelschule (KDMS) eine Kollekte für die Opfer des Irakkonflikts durchgeführt worden. Der Erlös gehe an karitative Werke, die im Krisengebiet tätig sind.
l Zum andern wurden in diesen Mittelschulen ausserhalb der Unterrichtszeiten Debatten und Vorträge über Friedensförderung oder die Arbeit der internationalen humanitären Organisationen organisiert.

«Echte Motivation»

Wie viel Geld bei der Kollekte und wie viele Schüler an den Debatten teilgenommen haben, verrät der Staatsrat in seiner Antwort nicht. «Die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport und die Direktionen der Stadtfreiburger Kollegien und der KDMS haben feststellen können, dass die Schülerinnen und Schüler mit einer Teilnahme an beiden Aktionen echte Motivation und Verantwortungsbewusstsein zeigten», hält er aber fest und teilt mit, dass die Erziehungsdirektion die Schuldirektionen bereits aufgefordert habe, Strategien zu entwickeln, um Grossereignisse sinnvoll ins schulische Leben zu integrieren.

Körperliche Angriffe

Die Kundgebung selber ist allerdings nicht nur friedlich verlaufen, wie der Antwort weiter entnommen werden kann. Sie habe beim Kollegium St. Michael begonnen. Nach zwei, drei Ansprachen sei der Demonstrationszug mit rund 200 Schülern gegen 8.30 Uhr zum Kollegium Heilig Kreuz gezogen. Dort habe die Direktion des Kollegiums den Zugang ins Gebäudeinnere verweigert, indem sie an den Eingängen Posten bezogen habe. «Dies führte zu mündlichen und teilweise sogar körperlichen Angriffen von Seiten der Demonstrierenden. Viele Schülerinnen und Schüler dieser Schule verliessen ihre Schulzimmer von sich aus und schlossen sich dem Umzug an, der gegen 9.30 Uhr weiter-zog», schildert der Staatsrat den Verlauf der Kundgebung.

Das Gleiche habe sich bei der KDMS und gegen 10 Uhr beim Kollegium Gambach wiederholt. Nachdem sie an den Berufsschulen vorbeigezogen waren, seien die rund 800 Demonstrierenden gegen 11 Uhr zum Kollegium St. Michael zurückgekehrt und hätten den Platz eine halbe Stunde lang besetzt.

Freiburger Regierung
reagiert positiv

Der Staatsrat begrüsst die Reaktion der Jugendlichen auf die Ereignisse im Irak, wie seiner Antwort weiter entnommen werden kann. «Sie zeugen für ihn von einer positiven Einstellung und einem Interesse an Gerechtigkeit und Solidarität», schreibt er weiter und anerkennt auch die sinnvolle Reaktion der Schuldirektionen auf die Demonstration vom 19. März 2003.

Der Staatsrat hat keine Kenntnis von Sanktionen oder Drohungen, die von den Schuldirektionen ausgegangen wären, antwortet er auf eine konkrete Frage von Martin Tschopp. Er kann auch nicht bestätigen, dass Schulen abgeschlossen worden seien, um die Schüler daran zu hindern, an der Kundgebung teilzunehmen. Dabei stützt er sich auf Angaben der Schuldirektionen. Die Freiburger Regierung schliesst jedoch nicht ganz aus, dass eine oder mehrere Lehrpersonen ihre Schüler nicht aus dem Schulzimmer gehen liessen, um ihre Lektionen ordentlich zu erteilen. az

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