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«Aus der Stadt fährt niemand hierhin»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Zwischen dem Restaurant St-Léonard und dem Kreisel beim Agy-Centre fressen sich Bagger ins Erdreich. Autos kommen da keine durch: Wer aus der Stadt Freiburg zur Autobahnauffahrt in Granges-Paccot fahren will, wird noch vor der Eisenbahnbrücke nach rechts geleitet und fährt entlang des Friedhofs. Vor dem Restaurant St-Léonard fährt niemand mehr durch. Und auch wer dorthin will, weiss nicht, wie.

Niemand aus der Stadt

«Der Zugang zu unserem Restaurant ist ziemlich beschwerlich», sagt Wirt Denis Risse. «Und wir haben Kundschaft verloren.» Auch das Restaurant Agy im Tenniszentrum spürt die Auswirkungen der Baustelle. «Bei uns ist es weniger schlimm als im St-Léonard», sagt Wirtin Patricia Kaymaz. «Aber auch wir haben deutlich weniger Kundschaft.» Die Terrasse, an Sommertagen sonst immer voll, fülle sich nun nicht. «Die Leute aus den Büros rundum kommen noch zu uns – aber aus der Stadt fährt niemand hierhin», sagt Kaymaz. Sie selber nimmt immer den Bus, um zur Arbeit zu fahren.

«Ich verliere Geld»

Gegenüber dem Eisstadion liegt das Einkaufszentrum St. Leonhard. Die Geschäfte laufen dort deutlich schlechter, seit gleich auf der Strasse davor gebaut wird – und noch mehr, seit diese Strasse eine einzige Baustelle ist und die Autos nicht mehr durchfahren. «Unser Umsatz ist um rund 30 Prozent gesunken», sagt Rami Harb, Geschäftsführer des dort ansässigen «Maxi Bazar». «Lange werden wir so nicht durchhalten.» Im Moment behalte er aber seine Angestellten, «aber ich verliere Geld dabei».

Auch im Spielwarengeschäft «La Grande Récré» ist die Stimmung gedämpft: «Wenn ich hinausschaue, sehe ich rund 30 parkierte Autos – und wir sind hier zwölf Geschäfte», sagt Margarida de Sousa. «Die Baustelle und die Verkehrsbehinderungen halten die Leute davon ab, hierher zu kommen.» Seit dem Beginn der Baustelle habe sie rund 25 Prozent weniger Umsatz. «Die Leute meiden diese Zone.»

Marianne Sipos vom Betten- und Einrichtungsfachmarkt Jysk sagt, ihr Geschäft leide enorm unter der Baustelle. «Statt wie früher rund 200 bis 300 Kunden im Tag haben wir noch etwa 50.»

Lipo geht es gut

Der einzige im Einkaufszentrum, der nicht jammern mag, ist Adriano Scola, Geschäftsführer des Möbelgeschäfts Lipo. «Unser Geschäftsgang wird von der Baustelle nicht negativ beeinflusst.» Lipo streue aber auch regelmässig Prospekte und organisiere zusätzliche Aktionen. «Je mehr man unter Druck ist, umso mehr positive Energie muss man an den Tag legen.»

Besetzte Parkplätze

Die Tierhandlung Qualipet liegt gleich gegenüber dem Einkauszentrum. «Wir merken vor allem, dass die Kundinnen und Kunden des Einkaufszentrums den Zugang zum Zentrum nicht mehr finden und dann unsere Parkplätze besetzen», sagt Judith Egger. «Und am Schluss kann unsere Kundschaft ihre Autos nicht mehr abstellen.»

«Statt 200 bis 300 Kunden im Tag haben wir noch etwa 50», sagt Marianne Sipos von Jysk im Einkaufszentrum St. Leonhard.Bild Aldo Ellena

Kanton: Keine Entschädigungen wegen gesperrten Strassen

Die Betreiberinnen und Betreiber der Geschäfte und Restaurants rund um die Baustelle St. Leonhard können nicht mit einer finanziellen Entschädigung des Kantons – des Bauherren – rechnen: «Das Freiburger Strassengesetz sieht dies nicht vor», sagt Kantonsingenieur André Magnin den FN. Es bestimmt sogar explizit, dass niemand eine Entschädigung gelten machen kann, wenn eine öffentliche Strasse ganz oder teilweise gesperrt wird. «Aber wir verlangen ja auch keine Gewinnbeteiligung, wenn danach die Umsätze steigen», sagt Magnin scherzend. «Das Restaurant St-Léonard, beispielsweise, wird ab 2014 an einer sehr attraktiven Lage sein.»

Kann ein betroffenes Geschäft Kurzarbeit beantragen? «Das ist sehr schwierig zu sagen», meint Julien Membrez, Leiter des Rechtsdiensts beim kantonalen Amt für den Arbeitsmarkt. Diese Baustelle sei ein ausserordentliches Ereignis. Dazu kämen aber noch andere Faktoren – wie die Grösse des Arbeitsrückgangs. «Falls Gesuche gestellt werden, prüfen wir jeden Einzelfall», sagt Membrez.njb

 

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