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Aus Partnern werden Konkurrenten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Vor zwei Monaten hat Swisscom den Rückzug aus dem Freiburger Glasfasernetz «Fibre to the Home FR» (ftth fr) bekannt gegeben (FN vom 2. Februar). Der Telekommunikationsriese teilte damals mit, er werde in Zukunft nicht mehr als technischer Partner für die 2012 gegründete Firma «ftth fr AG» zur Verfügung stehen. An dieser beteiligen sich der Kanton Freiburg, Groupe E, Gruyère Energie und die IB-Murten.

Vier Jahre lang half Swisscom mit, ein Netz aufzubauen, an dem 90 Prozent der Haushalte und 100 Prozent der Firmen im Kanton direkt an Glasfaser angeschlossen werden sollen. Nun will Swisscom selbst Glasfaser in die Nähe der Gebäude legen und von dort mit herkömmlichem Kupfer die Signale weiterleiten.

Mit dieser Strategie geht Swisscom nun in die Offensive. Mit Inseraten in Freiburger Medien preist Swisscom ein «leistungsfähiges Telekommunikationsnetz mit Glasfasertechnologie» an, von dem der ganze Kanton Freiburg profitiere. Swisscom präzisiert, der frühere Vertrag mit ftth fr AG habe vorgesehen, ein kantonales Netz bis 2027 fertigzustellen. Mit dem neuen Swisscom-Konzept komme aber jede Freiburger Gemeinde bis 2021 in den Genuss der Infrastruktur.

«Wie David gegen Goliath»

«Das ist eine sehr klare Kampfansage, und sie gefällt uns ganz und gar nicht», sagt Michel Losey, Verwaltungsratspräsident der ftth fr AG auf Anfrage der FN. «Wir sind in einer Situation wie David gegen Goliath. Das kann uns sehr weh tun.»

Wie Losey sagt, seien die Informationen im Swisscom-Inserat nicht korrekt. Da sei zwar von einer Technologie auf Basis von Glasfaser die Rede, nicht aber davon, dass die Glasfasern nicht bis zu den Häusern reichen werden. «Swisscom verschweigt auch, dass ihre Technologie etwas kostet. Einige Gemeinden haben sich informiert: Man nannte ihnen beträchtliche Beträge. Unser Konzept basiert aber auf Kostenfreiheit», so Losey.

Auch nach Ansicht von Frédéric Mauron, Direktor der ftth fr AG, setzt Swisscom auf Konkurrenz. «Das führt zu absurden Situationen. Wir haben beispielsweise vor Kurzem die Gemeinde La Roche angeschlossen. Drei Wochen später kam Swisscom und installierte eine eigene Infrastruktur.»

Kampf um die Gemeinden

Für das Freiburger Glasfaserprojekt werde die neue Situation Auswirkungen auf die Planung haben. Nach dem Ausstieg von Swisscom kündigte die ftth fr AG an, man werde die Prioritäten nach den Anfragen der Gemeinden richten. Nun werde eine Gemeinde, die mit Swisscom einig wird, ans Ende der Liste rutschen, so Losey.

Swisscom schreibt auf Anfrage der FN, dass sie sich nicht als Konkurrenten des Freiburger Glasfaserprojekts verstehe, zumal die Zusammenarbeit noch nicht beendet, sondern erst reduziert wurde. «Es besteht weiterhin eine Zusammenarbeit bei der Erschliessung von Ortschaften mit ftth in den Jahren 2017 und 2018.» Ausserdem werde die Kooperation beim Netzbetrieb und -unterhalt fortgeführt. «Ob und in welchem Umfang Swisscom und ftth in Zukunft in weiteren Gemeinden in eine Konkurrenzsituation geraten, kann heute nicht abschliessend beurteilt werden», schreibt Swisscom.

Das Unternehmen verteidigt aber seine Technologie: «Mit 500 Mbit/s deckt Swisscom die Bedürfnisse der Kunden für die nächsten Jahre absolut ab.» Diese lasse sich zudem in Zukunft problemlos ausbauen.

«Jede Gemeinde muss selbst schauen, was für sie am besten ist: Swisscom oder ftth», sagt Dominique Butty, Präsident des Freiburger Gemeindeverbandes, auf Anfrage. Butty nahm am Mittwoch an einem Informationsabend für Gemeinden teil. Für ihn liegen die Vorteile von ftth auf der Hand, weil der Anschluss gratis und die Technologie langfristig ausgerichtet sei. Butty stellte aber auch fest, dass das Freiburger Projekt viel zu wenig bekannt sei. Insbesondere das Multimedia-Angebot «Netplus» habe bloss einen Marktanteil von fünf Prozent.

Gemäss Frédéric Mauron sollte der Anlass insbesondere neugewählte Gemeinderäte aufdatieren. Michel Losey aber stellte fest: «Es gibt eine Kluft zwischen dem, was die Gemeinden über das Glasfaserprojekt wissen, und dem, was wir glaubten, dass sie wissen.»

Glasfaseranschluss

Erschliessung von Jaun ist noch nicht geregelt

An der Versammlung der ftth fr AG für Gemeinden kam insbesondere die spezielle Situation von Jaun zur Sprache. Während fast der ganze Kanton durch Groupe E, Gru­yère Energie und IB-Murten erschlossen ist, liefert in Jaun das dortige Elektrizitätswerk Strom. Und dieses ist nicht am Glasfaserprojekt beteiligt. Frédéric Mauron, Direktor von ftth, bestätigt den FN den Sonderfall; besonders Im Fang sei etwas komplizierter. Er ist aber überzeugt, dass der Anschluss technisch machbar sei und sich für Jaun die entsprechende Zusammenarbeit finden werde.

uh

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