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Aus Sensler Gülle wird Strom und Wärme

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: karin aebischer

«Die Landwirtschaft will etwas tun für den Klimaschutz», so die Message des Düdinger Landwirts Markus Jungo. Allen voran will er zusammen mit Hubert Grossrieder aus Düdingen sowie Oswald Baeriswyl und Oskar Schneuwly aus Bösingen diesen Vorsatz in die Tat umsetzen. Die vier möchten in Birch/Balbertswil eine Biogasanlage errichten, in der aus Gülle (Biomasse) von Landwirtschaftsbetrieben aus der Umgebung Strom und Wärme produziert wird.

Düdingen eignet sich gut

«Düdingen ist ein idealer Standort. In der näheren Umgebung gibt es viel Biomasse. Und auch die motivierten Landwirte sind vorhanden», meint Projektleiter Aric Gliesche von der Firma GreenStream aus Hamburg.

GreenStream ist im Herbst 2007 von Energie Ouest Suisse (EOS) – heute Alpiq nach dem Zusammenschluss mit Atel – mit einer Machbarkeitsstudie für Biogasanlagen in der Westschweiz beauftragt worden und dabei auf Düdingen gestossen. In der Gemeinde ist es möglich, ein rentables Klimaschutzprojekt zu betreiben, da in einem Umkreis von maximal fünf Kilometern etwa 1000 Grossvieheinheiten stehen, welche die nötige Biomasse liefern können.

Keine Geruchsemissionen

Bereits vor einem Jahr wurde der Trägerschaft der Biogasanlage eine grosse Unterstützung zuteil. 90 Prozent der angeschriebenen Landwirte haben Vorverträge für die Lieferung von Biomasse für die nächsten 20 Jahre unterschrieben.

«Riecht man bei einem Bauern die Gülle nicht mehr, weiss sein Nachbar, dass er bei uns mitmacht», scherzt Markus Jungo und betont sogleich, dass eine Biogasanlage keinen unangenehmen Geruch verbreite, wie dies oft angenommen werde. «Ist eine Biogasanlage gut geführt, riecht man überhaupt nichts», betont er. Es liege im Interesse des Betreibers, alle Geruchsemissionen zu verhindern, da diese verlorenes Biogas und damit weniger produzierten Strom und geringere Einnahmen bedeuten, erläutert Gliesche.

Eine Spezialzone «Energie»

Die Trägerschaft ist bis anhin auf ein grosses Hindernis gestossen: Da die geplante Anlage gemäss den Ausführungen des kantonalen Bau- und Raumplanungsamtes zu gross ist, um in der Landwirtschaftszone zu stehen zu kommen, müsste die Gemeinde Düdingen das Land umzonieren. «Die Auslegung der Grösse diskriminiert jene Anlagen, welche vermehrt Hofdünger wie Mist und Gülle anstatt nicht landwirtschaftlicher Co-Substrate verwenden», sagt Gliesche. Die Ämter seien von der Grösse der Anlagen jeweils erschlagen. «Da Gülle hauptsächlich aus Wasser besteht, braucht es einfach grosse Behälter zur Verarbeitung und Lagerung.»

Nach Gesprächen mit den Beteiligten hat sich der Gemeinderat dazu entschlossen, die diversifizierte Landwirtschaftszone in eine Spezialzone «Energie» umzuwandeln. «Wir befürworten das Projekt», sagt die Gemeindepräsidentin Hildegard Hodel-Bruhin.

Die Zeit wird knapp

Das Projekt kann von der Kostendeckenden Einspeisevergütung des Bundes profitieren. Dabei wird der Strom aus Biogasanlagen, die mindestens 80 Prozent Hofdünger verwenden, besonders ver-gütet (Landwirtschaftsbonus inkl. garantiertem Einspeisetarif von zirka 35 Rp./kWh auf 20 Jahre). Um von den Bundessubventionen profitieren zu können, muss bis Oktober 2010 eine gültige Baubewilligung vorliegen. «Uns läuft die Zeit davon. Die Zeit ist matchentscheidend für das Projekt», meint Markus Jungo.

An einem Infoabend vor zwei Wochen hat die Trägerschaft bei den Anwohnern der geplanten Anlage bereits ein bisschen «die Temperatur gefühlt». «Das Echo war positiv», freut sich Jungo.

Abwärme wird gespeichert

Wie Oskar Schneuwly ausführt, soll der produzierte Strom in das Netz der Groupe E eingespiesen werden. Die Biogasanlage in Düdingen soll auch die erste sein, die eine 100-prozentige Abwärmenutzung aufweist. Dies geschieht in Form von Holztrocknung. Das Waldholz wird später pelletiert und so kann die gespeicherte Sonnenenergie im Winter auf den Markt gebracht werden. Oskar Schneuwly betont ebenfalls, dass die Anlage keinen «Bschütti-Tourismus» verursachen wird. «Es wird maximal vier LKW-Fahrten pro Tag geben», präzisiert er.

Die Trägerschaft hofft, in der Bevölkerung nicht auf grossen Widerstand zu stossen. «Wir möchten im Herbst anfangen zu bauen», sagt Markus Jungo und meint zur Nachhaltigkeit der Anlage: «Das Projekt soll nicht in kurzer Zeit viel Geld einbringen, sondern über mindestens 20 Jahre erfolgreich geführt werden und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erzielen.»

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