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Aus Vorhandenem etwas Neues schaffen

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«Ich wollte schon als kleiner Junge Chemiker werden», sagt Peter Nesvadba. Als Kind habe er sich deshalb sogar ein Hauslabor eingerichtet und erste Experimente durchgeführt. Nicht nur die Chemie habe ihn damals wie heute interessiert, sondern auch die Physik und Mathematik. «Mich fasziniert alles, was mit den Gesetzen der Natur zu tun hat. An Übernatürliches glaube ich nicht», sagt er. So sei es vor allem seine Neugier und Faszination für die Naturwissenschaft gewesen, die ihn zum Studium der Chemie bewegte. Damals lebte der heute 60-Jährige noch in der Tschechoslowakei. Zuerst studierte er an der Technischen Hochschule in Prag, bevor er in den 1980er-Jahren nach Freiburg kam, um an der hiesigen Uni seine Doktorarbeit zu schreiben (siehe Kasten). Heute wohnt er mit seiner Familie in Marly.

Neuartige Eigenschaften

«Wer die Gesetze der Chemie versteht, kann aus in der Natur vorhandenen Elementen und Stoffen neue Substanzen und Materialien mit neuartigen Eigenschaften erschaffen», so Nesvadba. Das sei das Faszinierendste an seiner Arbeit. Zudem werde die Arbeit der Chemiker immer wichtiger. «Das moderne Leben in all seinen Facetten wäre ohne die Chemie nicht möglich.» So seien die bunten Farben und die Hochleistungstextilien von Kleidern, hochwirksame Medikamente oder Pflanzschutzmittel und Dünger für effiziente Agrikultur ein Ergebnis der Forschung von Chemikern. Auch Gebrauchsgegenstände wie Computer oder moderne Autos sind ohne Chemie nicht denkbar. Die Bildschirme einiger Smartphones bestehen beispielsweise aus sogenannten organischen Leuchtdioden, welche durch hochkomplexe chemische Prozesse hergestellt werden. Und auch die Lösung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Menschheit–wie etwa die Umweltproblematik oder die Sicherstellung der Energie- und Nahrungsmittelversorgung–ist ohne einen Beitrag der chemischen Forschung kaum denkbar.

 Plastiktische und Autolack

Heute arbeitet Nesvadba für BASF, den weltweit grössten Chemiekonzern. An dessen Sitz in Basel forscht er im industriellen Sektor. Mit seinem Team erfindet und entwickelt er neue Produkte, wie zum Beispiel Stabilisatoren, welche verschiedene Kunststoffe haltbarer machen.

«Dank der Forschung auf dem Bereich der Kunststoffstabilisatoren halten Autolacke heute zum Beispiel über zehn Jahre und Gartentische aus Plastik sind viel wetterresistenter», so Nesvadba. In Basel arbeitet er vor allem auf konzeptueller Basis. Anschliessend betreut er Laboranten und Techniker, die seine Ideen in die Tat umsetzen. «Im Labor schaue ich aber immer gerne vorbei», sagt Peter Nesvadba. «Denn schliesslich sind Experimente der Kern der Arbeit eines Chemikers.»

Nebenjob in Freiburg

Seit einigen Jahren nimmt Nesvadba auch einen Lehrauftrag der Universität Freiburg wahr und lehrt dort während des Semesters organische Chemie. «Die Arbeit für die Universität Freiburg ist gewissermassen mein Nebenjob», sagt er. In seinem Basler Labor betreut er zudem jedes Jahr Gymnasiasten, die am Programm «Schweizer Jugend forscht» teilnehmen. «Es ist schön, jungen und neugierigen Menschen die Möglichkeit zu bieten, in die Welt der Chemie hineinzuschnuppern.»

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich in der Forschung vieles getan, sagt Peter Nesvadba. So sei alles viel schneller geworden. «Heute haben Forscher durch die Entwicklungen in der Informatik einen viel besseren Zugang zu Daten und Informationen. Dafür gibt es davon auch viel mehr und es ist schwieriger, sich auf dem Laufenden zu halten», sagt er.

Zudem sei die Forschung viel internationaler geworden. Für Naturwissenschaftler sei die globale Kommunikation aber kein Problem. Die Formelsprache der Chemie und der Mathematik sei universell, sagt Nesvadba. «Die Sprache der Chemie ist für Forscher aus verschiedensten Kulturräumen verständlich. Sie ist so etwas wie das naturwissenschaftliche Esperanto.»

«Die Sprache der Chemie ist so etwas wie das naturwissenschaftliche Esperanto.»

Peter Nesvadba

Chemiker

«Schliesslich sind Experimente der Kern der Arbeit eines Chemikers.»

Peter Nesvadba

Chemiker

Dank der Forschung auf dem Bereich der Kunststoffstabilisatoren halten zum Beispiel Autolacke heute über zehn Jahre. Bilder Corinne Aeberhard/a und Aldo Ellena/a

Zur Person

Von Prag nach Freiburg gezogen

Peter Nesvadba wurde 1954 in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren. An der Technischen Hochschule in Prag schloss er sein Chemiestudium ab. Anschliessend zog es ihn nach Freiburg, wo er zwischen 1982 und 1986 an der Universität doktorierte. Im darauffolgenden Jahr trat er dem Forschungszentrum Ciba in Marly bei. Heute arbeitet er im Basler Sitz des internationalen Chemie-Grosskonzerns BASF, der die Ciba im Jahr 2008 übernahm. Nesvadba ist Autor oder Mitautor von 40 wissenschaftlichen Publikationen, zahlreichen Vorträgen und 90 Erfindungen, welche zu über 680 erteilten Patenten geführt haben. Für seine Forschung wurde er mit mehreren renommierten Forschungspreisen ausgezeichnet. Seit 2001 lehrt er an der Universität Freiburg, wo er 2007 habilitierte und 2011 zum Titularprofessor ernannt wurde. Ausgleich zu seiner Arbeit findet er bei langen Bergtouren und beim Skifahren. Peter Nesvadba wohnt mit seiner Ehefrau und seinen zwei Söhnen in Marly.lr

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