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«Ausbeutung hat viele Gesichter»

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«Lass dich nicht blenden – die Schweiz ist auch betroffen»: Mit diesem Slogan begrüsst heute Samstag ein ­Informationsbus Passanten auf dem Python-Platz.

In seinem Inneren können die Besucher sich über das Thema Menschenhandel informieren. «Wir wollen mit der Ausstellung zeigen, dass der Menschhandel auch in der Schweiz ein Problem ist», sagte Karine Gobetti, Beauftragte für die lateinische Schweiz im Bereich Menschenhandel, gestern vor den Medien.

Hohe Dunkelziffer

Die Sensibilisierungskampagne haben der Bund und 18  Kantone zusammen mit verschiedenen Organisationen ins Leben gerufen. Seit letztem Oktober verzeichnete sie an 24 Haltestellen rund 5700 Besucher.

In der Schweiz werden jährlich gut 250 Fälle von Menschenhandel erfasst. «Das ist nur die Spitze des Eisbergs», sagt Fabienne Reber von der internationalen Organisation für Migration. «Die Dunkelziffer ist bei diesem Thema ex­trem hoch».

Das liege vor allem daran, dass die systematische Ausbeutung meist hinter verschlossenen Türen stattfinde. «Die meisten Opfer haben oft Angst, über ihre Situation zu sprechen», sagt Emilie Bruegger, Inspektorin bei der Freiburger Kantonspolizei.

Im Bus werden die Besucher deshalb auch darüber informiert, wie sie einen Verdachtsfall erkennen und melden können. «Nur wenn die Bevölkerung die Augen offenhält, können wir mehr Fälle identifizieren», sagt Bruegger. Aktuell werden im Kanton Freiburg jährlich nur ein bis zwei Fälle aufgedeckt.

«Die Ausbeutung von Menschen hat viele Gesichter», sagt Fabienne Reber. Es gehe in der Ausstellung auch darum, das ganze Spektrum des Menschenhandels auszuleuchten. «Die Leute denken oft nur an sexuelle Ausbeutung», sagt Reber.

Es gehöre aber auch die Ausbeutung der Arbeitskraft dazu. Dies ist etwa der Fall, wenn Arbeitskräfte massiv unterbezahlt und in bis zu 15-stündigen Arbeitstagen verheizt werden. Solche Fälle sind unter anderen in der Gastronomie, dem privaten Pflegebereich oder in der Land- und Bauwirtschaft zu finden.

Um das Thema fassbarer zu machen, schildern die Ausstellungsmacher auch Schicksale von Ausgebeuteten. «Nur so verstehen die Leute, wie präsent das Thema hier bei uns ist», sagt Karine Gobetti.

Informationen unter: www.18oktober.ch

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