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Autonomer Shuttlebus bedient letzte Meile zum MIC in Marly

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Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF nehmen die schweizweit erste autonome Linie im öffentlichen Verkehr in Betrieb. Gestern präsentierten sie das Roboterfahrzeug.

«Das ist ein berauschender Tag für die Innovation im Kanton, ich bin stolz», sagte Staatsrat Georges Godel, Präsident des TPF-Verwaltungsrates, gestern anlässlich der Präsentation des ersten selbstfahrenden Shuttlebusses, den die Freiburgischen Verkehrsbetriebe in Betrieb nehmen werden. «Natürlich birgt das Projekt auch Risiken, aber wer, wenn nicht die TPF, soll über die Zukunft des öffentlichen Verkehrs nachdenken?» Dem schloss sich Staatsrat Jean-François Steiert an. «Wer nichts riskiert, kann nichts erreichen», sagte der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektor. «Man müsste Prophet sein, um sagen zu können, wie der Verkehr in zwanzig, dreissig Jahren aussehen wird.» Aber weil heute die Weichen für den Transport von morgen gestellt würden, unterstütze der Kanton dieses zukunftsweisende Projekt.

Anbindung an Linie 1

Der selbstfahrende Shuttlebus wird zwischen der Haltestelle der Linie 1 «Marly, Cité» und dem Marly Innovation Center MIC pendeln. Er fährt alle sieben Minuten und ist auf den Fahrplan der Linie 1 abgestimmt. Das Fahrzeug kann elf Passagiere transportieren. Marino Grisanti, Leiter der Angebotsplanung der TPF, betonte aber, dass bei jeder Fahrt ein Fahrbegleiter präsent sein werde und im Notfall eingreifen könne. Das verlange auch das Wiener Übereinkommen über den Strassenverkehr.

Die 1,3 Kilometer lange Strecke führt vom Pflegeheim Les Epinettes über den Chemin des Epinettes und die Route de l’Ancienne Papeterie zum Marly Innovation Center. Sie wird für den Individualverkehr gesperrt. Dazu muss die Gemeinde Marly verschiedene strassenbauliche Massnahmen vornehmen. Wie Gemeinderat Jean-Marc Boéchat gegenüber den FN erklärte, werde die Fahrspur des Shuttlebusses sehr wahrscheinlich durch einen Rand begrenzt. Bei Kreuzungen kämen Lichtsignale zum Zug.

Für die viermonatige Testphase bis am 18. August ist zunächst nur ein Fahrzeug in Betrieb. Danach kommt noch ein zweiter Shuttlebus zum Einsatz (siehe Kasten).

Projekt dient Stadtentwicklung

Das Pilotprojekt ermöglicht es in erster Linie, die Pendler an ihren Arbeitsplatz am MIC zu transportieren. Später soll es aber auch den Anwohnern eine Anbindung an das öffentliche Stadtverkehrsnetz bieten. Damit trage die autonome Linie zur Entwicklung und Attraktivität des innovativen Quartiers beim MIC bei, betonte denn auch Damien Piller, Verwalter des MIC. Dieses zählt bereits über 100 Start-ups und möchte noch weitere anziehen. Mittelfristig wird das Quartier mehr als 1000 Wohnungen umfassen.

Aus diesem Grund ist beim Projekt auch die Agglomeration Freiburg mit an Bord. «Wir sind für die Raumplanung zuständig. Raumplanung heisst heute Verdichtung. Und das wiederum bedeutet, dass wir den Menschen, dort, wo sie leben, öffentliche Verkehrsmittel anbieten müssen», erklärte Agglo-Vorstandspräsident René Schneuwly. Dank dem autonomen Shuttlebus könne der Zugang zum Verkehrsnetz in Randquartieren sichergestellt werden – dort, wo konventionelle Lösungen angesichts der vorhandenen Mittel zu hohe Kosten verursacht hätten.

Eine Vision für morgen

Das richtungsweisende Projekt werde zudem zeigen, ob das System eines autonomen Fahrzeugs auch anderswo im Kanton Freiburg eingeführt werden und andere geeignete Sektoren anbinden könne, so Schneuwly.

Mit dem autonomen Shuttlebus nehmen die TPF schweizweit die erste autonome Linie im öffentlichen Verkehr in Betrieb. Wie die TPF schreiben, zeigen die Bundesbehörden reges Interesse am Projekt, da es eine Brücke zwischen dem bestehenden öffentlichen Verkehrsnetz und den Randregionen schlage. Der Shuttlebus fördere zudem die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, was zu einer vermehrten Verlagerung des Privatverkehrs zum öffentlichen Verkehr führe. Die Erfahrungen der Passagiere werden im Laufe des Projekts ebenfalls geprüft und untersucht. Dazu arbeiten die TPF mit der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg zusammen, die Monitoringberichte erstellen wird.

Das an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne angesiedelte Start-up Bestmile entwickelt die Plattform, die für das Funktionieren des Shuttlebusses nötig ist. Das Betriebszentrum der TPF stellt die Steuerung des Shuttlebusses und dessen Integration in das Verkehrsnetz sicher. Ziel ist es laut den Verantwortlichen der TPF, den Betrieb des autonomen Fahrzeugs mit einem Verkehrssystem, dessen Fahrzeuge von Menschen gesteuert werden, in Einklang zu bringen.

Entwickelt und gebaut wurde der Shuttlebus von Navya, dem führenden französischen Unternehmen im Bereich intelligente Mobilität. Die in Paris und Lyon ansässige Firma hat weltweit bereits mehr als 35 Fahrzeuge bereitgestellt und dürfte bald die Schwelle von 130 000 transportierten Passagieren erreichen. Das Unternehmen entwickelt nicht nur die Software des Fahrzeugs, sondern kümmert sich auch um dessen Konstruktion. Das Vorgängermodell fährt bereits in Sitten. Es wird allerdings nur für Stadtbesichtigungstouren eingesetzt und ist nicht an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Nach der viermonatigen Testphase müssen die zuständigen Behörden die erforderlichen Bewilligungen erteilen. Am 18. August wird der Bus offiziell in Betrieb genommen. Die Einbindung in die Zone 10 Frimobil erfolgt zum Fahrplanwechsel 2018.

Kosten

Kanton, Agglo, Marly und TPF zahlen

Die Projektkosten für den autonomen Shuttlebus zwischen der Haltestelle «Marly, Cité» und dem Marly Innovation Center belaufen sich auf über 700 000 Franken. Der Kanton Freiburg finanziert den ersten Shuttlebus, der 250 000 Franken kostet. Das Marly Innovation Center MIC übernimmt die Finanzierung des zweiten Fahrzeugs, das bis zur offiziellen Inbetriebnahme am 18. August geliefert werden soll. Die Betriebskosten des ersten Shuttlebusses werden von der Agglomeration Freiburg getragen, während die TPF die Betriebskosten für den zweiten Shuttlebus sowie die restlichen Investitionskosten über 183 000 Franken übernehmen. Die Gemeinde Marly stellt das Personal zur Verfügung und übernimmt die Kosten für die baulichen Anpassungen auf dem Strassenabschnitt von 10 500 Franken.

rsa

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