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Bauernfamilien besuchen die Römer

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Autor: Josef Jungo

Vully Zur letzten Flurbegehung der Saison 2011 trafen sich Mitglieder des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler des See- und Sensebezirks am Mittwochabend auf dem Mont Vully. Der ehemalige Offizier Hans Tschirren umriss die wichtige militärgeografische Lage der Region Murten. Der Raum Murten galt schon in frühen Zeiten als «passage obligé» (ein notwendigerweise zu durchschreitender Raum) auf dem Weg vom Westen in das Landesinnere. Es sei deshalb kein Zufall, dass bereits die Römer ihre Hauptstadt der Provinz Helvetien in Avenches gebaut haben, sagte er. Hier wurden im Ersten Weltkrieg zahlreiche Festungsanlagen errichtet, die heute noch auf dem Mont Vully besichtigt werden können. Ein historischer Pfad erschliesst die acht Bauten aus dieser Zeit. An illustrierten Tafeln kann sich der Besucher über die Anlagen (Réduit du Vully) informieren.

Vom Sumpf zum Acker

Endmoränen des Rhonegletschers stauten in der Nacheiszeit – vor rund 15000 Jahren – in der Region Solothurn das Wasser und liessen in Richtung Westen einen 100 Kilometer langen See entstehen. Später waren es Geschiebe der Aare und der Emme, welche den Abfluss des Wassers behinderten. Unter diesem stauenden Wasser hatte die Region Grosses Moos zu leiden. Wie Berater Ruedi Felder aufzeigte, dauerte es lange, bis etwas gegen die Überschwemmungen unternommen wurde. Erst der Nidauer Arzt und Politiker Johann Rudolf Schneider konnte bewirken, dass nach der Gründung des Bundesstaates Vorschläge für die Verbesserung der Situation unternommen wurden. Die erste Juragewässerkorrektion dauerte von 1868 bis 1891. Die aufwendigen wasserbaulichen Arbeiten führten dazu, dass die drei Jurarandseen einen zusammenhängenden Speicherraum bildeten und Hochwasserspitzen der Aare aufnehmen konnten. In den Jahren 1962 bis 1973 wurde die zweite Juragewässerkorrektion durchgeführt. Dabei ging es insbesondere um die Überholung von Schlüsselstellen und die Erstellung der Regulierwehr in Port.

Vully-Weine bald mit AOC

Nach den Besichtigungen bei kühler Witterung fanden die Besucher – darunter auch Frauen und Kinder – im Pavillon der Familie Jean-Daniel und Franziska Chervet Unterschlupf. Wie die Winzerin erläuterte, bewirtschaftet die Familie 15 Hektaren eigene Reben. Ab 2012 treten die Weinproduzenten aus dem Freiburger und Waadtländer Vully gemeinsam auf. Dadurch bekommt ihr Wein die kontrollierte Herkunftsbezeichnung AOC.

Hans Tschirren (l.) orientiert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Festungsanlagen.Bild Josef Jungo

Bilanz:Informative Flurbegehungen

Gut 300 Personen nahmen diesen Frühling an den zwölf Flurbegehungen im See- und Sensebezirk teil. Diese Begehungen auf ausgewählten Feldern und Kulturen werden seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem Verein ehemaliger Landwirtschaftsschüler und der Pflanzenbau- und Betriebsberatung Grangeneuve durchgeführt.

Es geht dabei insbesondere um den Stand der Kulturen, Anbautechnik, Pflanzenschutz, Problemunkräuter wie z. B. das giftige Jakobs-Kreuzkraut oder unerwünschte Neophyten wie das Drüsige Springkraut. Bei diesen Begegnungen werden auch agrarpolitische Themen besprochen. Dieses Jahr stand dabei die nicht unbestrittene Weiterentwicklung der Direktzahlungen im Vordergrund. ju

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