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Bereit für die geplante Fusion?

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Bereit für die geplante Fusion?

An den Infoabenden in Agriswil und Ried wurde der Puls gemessen

Am Freitagabend hat sowohl in Ried wie in Agriswil ein Infoabend über den geplanten Zusammenschluss der beiden Gemeinden stattgefunden. Während das Thema in Ried keine hohen Wellen warf, äusserten sich in Agriswil verschiedene kritische Stimmen.

Von UELI GUTKNECHT und
CORINNE AEBERHARD

«Mit Agriswil und Ried finden sich zwei gleichwertige Partner. Für Ried bleibt es gleich, für Agriswil – mit Nuancen – auch. Bitte stimmt an der Gemeindeversammlung vom 8. April für die Fusion. Verlieren wird niemand», brachte es Rieds Gemeindepräsident Heinz Etter-Eggli auf den Punkt. Ähnlich tönte es in Agriswil. Ammann Hans-Ulrich Fürst sagte, dass man nach vorne schauen müsse.

Weiter machte Heinz Etter deutlich, dass die fusionierte Gemeinde weiter wachsen und eine Grösse von 1100 bis 1200 Einwohner anvisieren müsse. Dazu müssten im Rahmen einer Ortsplanungsrevision auch neue Bauzonen geschaffen werden.

Agriswil hat die Initiative ergriffen

Gemessen an den 43 Besuchern und an der kurzen Diskussion in Ried ohne negative Stimmen und der Stimmung in der Bevölkerung stehen die Chancen für die Fusion gut.

In Agriswil folgten fast 30 Stimmbürgerinnen und -bürger der Einladung für die Infoversammlung. Auch die Initiative zur Fusionsverhandlung kam von dieser Gemeinde. Einer der Hauptgründe, warum Agriswil Ried wegen einer Fusion angegangen ist, ist die Schwierigkeit, genügend Gemeinderätinnen und Gemeinderäte zu finden. Es sei kein Ehrenamt mehr, sagte Fürst und die Aufgaben würden künftig noch zunehmen. Er selber stehe für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung, machte er klar.

Es sei «ein Armutszeugnis, wenn man wegen Personalmangels fusionieren muss», meinte ein Versammlungsteilnehmer in Agriswil. Es gehe nicht nur darum, hiess es von Seiten des Gemeinderates. Als kleine Gemeinde habe man gegenüber dem Kanton auch kein Gewicht.

Ortsname bleibt

Eine Arbeitsgruppe erarbeitete eine Vereinbarung. Diese wurde von beiden Gemeinderäten und vom Staatsrat genehmigt. Die Arbeitsgruppe konnte sich auf das Dekret des Grossen Rates vom 11. November 1999, auf Checklisten, Finanzanalysen und Fusionserfahrungen verschiedener Gemeinden stützen.

Die neue Gemeinde wird Ried heissen. Agriswil behält seinen Namen, wird aber seiner Ortstafel den Zusatz «Gemeinde Ried» beifügen. Die «Kultur» ist traditionell ähnlich. Die Finanzen beider Gemeinden sind in Ordnung. Die bestehenden Unterschiede bei Gebühren und Reglementen sind moderat und über die Angleichung herrscht breiter Konsens.

Gleiche Steuersätze

Ried zählt 678 Einwohner, Agriswil 132, zusammen 810. Ried bringt als «Mitgift» 1,35 Millionen, Agriswil 268 000 Franken. Aus dem kantonalen Fusionsfonds erhält Ried 316 000, Agriswil 67 000 Franken. In der fusionierten Gemeinde wird Ried fünf und Agriswil zwei Gemeinderäte stellen. Die Gemeinderatswahlen werden auf November 2005 vorgezogen. Gewählt wird in zwei Wahlkreisen. 2011 wählen dann alle Einwohner alle sieben Gemeinderäte. In der kantonalen Finanzkraftklassifikation rangiert Agriswil in Klasse 5, Ried jetzt und nach der Fusion in Klasse 4. Agriswil hat seinen Steuersatz für natürliche und juristische Personen bereits an denjenigen von Ried angepasst.

Vor- und Nachteile der Fusion

Vorteile ergeben sich bei der Verwaltung, der Feuerwehr, der Ortsplanung, bei Strukturanpassungen und durch die Reduktion der Anzahl Gemeinderäte.

Identifikationsverlust befürchtet

Als Nachteile wurden ein gewisser Identifikationsverlust und der Verlust des Bürgerrechtes der alten Gemeinde genannt. In Agriswil befand ein Bürger: «Wir geben die Heimat auf!» Man sei doch ein schönes Dorf und habe keine finanziellen Probleme. Er sehe nicht ein, warum man fusionieren solle.

Die geringen Differenzen bei Reglementen und Gebühren wurden im Vorfeld bereinigt. Agriswil entsorgt Kehricht nach Gewicht, Ried nach Sackgebühr. Das wird so bleiben. Zusätzlich kann im heutigen Ried wer will auch nach Gewicht entsorgen. Beim Trinkwasser und den Ara-Gebühren sind die Unterschiede grösser. Weil hier für die heutige Gemeinde Ried Handlungsbedarf nach einer gerechteren und einfach zu handhabenden Lösung besteht, hat sich die Gemeinde einer zurzeit laufenden Expertise angeschlossen. Neu müssten bei einem Zusammenschluss auch die Agriswiler Hundesteuern bezahlen. Diese beträgt 50 Franken pro Jahr.

Sensible Bereiche

Die zahlreichen «angefressenen» Schützen beider Gemeinden dürfen aufatmen: Sowohl der Schiessstand Ried als auch der von Agriswil wird in der fusionierten Gemeinde weiter betrieben. Und Agriswilern, die weiterhin auf dem Friedhof Ferenbalm bestattet werden möchten, wird dieser Wunsch auch nach dem Zusammenschluss erfüllt.

Agriswil ist
in Ried willkommen

Der gesamte Gemeinderat von Agriswil wolle mit Ried fusionieren, bestätigte Ammann Hans-Ulrich Fürst. In Ried würden die gleichen Probleme gewälzt wie in Agriswil, also könne man sie auch gemeinsam lösen. Und man sei in Ried willkommen, fügte Gemeinderat Manfred Bolz hinzu. Er würde im Falle einer Fusion Feuerwehrkommandant. Gerade die Feuerwehr würde aber auch ohne Fusion mit Ried zusammengelegt.

Jene, die Nein sagten zur Fusion, müssten dann auch bereit sein, ein Amt in der Gemeinde zu übernehmen, warf ein Versammlungsbesucher im Laufe des Abends ein.

«Jetzt können wir freiwillig fusionieren und wir konnten mit dem Partner verhandeln und haben das Optimum herausgeholt», so Fürst. Beide Gemeinden seien kerngesund, fügte sein Kollege Peter Indermühle hinzu. Man solle nicht warten, bis es nicht mehr so sei. Später könnte es zu einer Zwangsfusion kommen.

Aber, so der Ammann abschliessend: «Sagen wir Nein, dann wird die Welt nicht untergehen.»

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