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Besondere Braut von Niki de Saint Phalle

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Eine lebensgrosse Braut auf einem nicht ganz alltäglichen Pferd, komplett in Bronze gegossen und auf einem imposanten Sockel präsentiert: Das ist die neue Attraktion im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle in Freiburg. Es handelt sich um das Werk «Mariée à Cheval» von Niki de Saint Phalle, eine Leihgabe der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte Winterthur, die für fünf Jahre in Freiburg zu sehen ist. Die Stiftung habe das Freiburger Museum kontaktiert, um die einzigartige Skulptur hier präsentieren zu können, sagt Vizedirektorin Caroline Schuster Cordone. «Für uns ist das eine schöne Gelegenheit, ein herausragendes Werk von Niki de Saint Phalle zu zeigen, das hier in einen Dialog mit anderen Arbeiten der Künstlerin tritt.»

Aufwendiger Bronzeguss

Die ausgestellte Skulptur ist eine in Bronze gegossene Version eines älteren Werks von Niki de Saint Phalle. Das Original ist eine Assemblage aus dem Jahr 1963, die sich heute im Sprengel-Museum Hannover befindet. Die Figur des Pferds ist aus Wolle und mit unzähligen Alltagsobjekten und Fundstücken bestückt, darunter vielen Kinderspielsachen, Blumen und Ästen, aber auch kriegerischen Objekten wie Miniaturwaffen und -soldaten. Die Braut sitzt im Damensitz auf dem Pferd und trägt einen langen weissen Schleier. Die Bronzeversion wurde 1997 im Auftrag der Künstlerin in der französischen Kunstgiesserei Gilbert Clementi gefertigt. «Jedes Objekt wurde einzeln gegossen, in unterschiedlichen Farbtönen, nach dem Willen von Niki de Saint Phalle», erklärt Caroline Schuster Cordone. Etwa 1900 Arbeitsstunden steckten in der über eine Tonne schweren Bronzeskulptur. Der grosse Aufwand sei nicht zuletzt ein Beleg dafür, dass das Werk Niki de Saint Phalle wichtig gewesen sei und dass sie es in ihren späteren Lebensjahren in eine beständigere Version überführen wollte.

Die Skulptur war bis jetzt nur wenigen Kunstinteressierten zugänglich: Nach ihrer Fertigstellung gelangte sie in die Galerie Kornfeld in Bern, wo sie vom 7. November bis zum 23. Dezember 1997 ausgestellt war. 1998 kaufte sie Bruno Stefanini für seine Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (siehe Kasten). 2015 wurde die Skulptur in der Kunstgiesserei St. Gallen restauriert und war danach eine Zeitlang im Foyer des Wintowers in Winterthur ausgestellt. Der Espace Jean Tinguely kann das Werk nun als erstes Museum einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Die Skulptur sei in mehrfacher Hinsicht interessant, sagt Caroline Schuster Cordone. Das Original sei in einer Zeit entstanden, als Niki de Saint Phalle viel mit der Assemblage-Technik gearbeitet habe.

Niki und die Frauen

Ein anderes Beispiel ist die Skulptur «Le Rhinocéros», die ebenfalls im Espace Jean Tinguely zu sehen ist. Auch das Thema der Frau und ihrer Stellung in der Gesellschaft habe die Künstlerin immer stark beschäftigt. Dabei falle auf, dass ihre Bräute im Gegensatz zu ihren anderen Frauenfiguren eher blass und mickrig wirkten. Das habe damit zu tun, dass Niki de Saint Phalle der Institution Ehe gegenüber immer kritisch eingestellt gewesen sei. «Die Heirat war für sie gleichbedeutend mit Selbstaufgabe und dem Verlust der Freiheit.»

Speziell an der «Mariée à Cheval» ist die Präsentation auf dem Pferd: Die fast geisterhafte Figur der Braut bildet einen scharfen Kontrast zu dem überbordend fantasievollen, dynamischen und kraftvollen Pferd. Hier greift Niki de Saint Phalle eine andere Tradition aus der Kunstgeschichte auf: die des Reiterstandbilds. Üblicherweise war diese Präsentationsform Männern vorbehalten. Zu den wenigen Reiterstatuen mit Frauen gehört eine Darstellung von Jeanne d’Arc, die für Niki de Saint Phalle immer ein Vorbild war. So gesehen sei die «Mariée à Cheval» auch ein Symbol für die mögliche Rettung der Frau und ihr schöpferisches Potenzial, für das Niki de Saint Phalle selbst zeit ihres Lebens gestanden habe, so Caroline Schuster Cordone.

Stiftung

Eine wichtige Schweizer Sammlung

Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte in Winterthur besitzt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Schweiz. Sie wurde 1980 von dem Kunstsammler Bruno Stefanini (1924–2018) gegründet. Der vermögende Immobilienbesitzer kaufte sein erstes Gemälde mit 26  Jahren und baute ab den 70er-Jahren eine einzigartige Kunstsammlung auf. Die «Mariée à Cheval» erwarb Stefanini 1998, nachdem er Niki de Saint Phalle im Jahr zuvor bei der Enthüllung ihrer Schutzengel-Nana im Hauptbahnhof Zürich kennengelernt hatte. Die Stiftung kümmert sich um den Ausbau und den Erhalt ihrer Sammlung und macht sie über Leihgaben an verschiedene Institutionen der Öffentlichkeit zugänglich.

cs

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