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Bevölkerung wächst noch bis 2045 an

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Vor einem Jahr hatte das Bundesamt für Statistik für den Kanton Freiburg eine Bevölkerungszahl von 436 000 Einwohnern bis ins Jahr 2045 vorausgesagt.

Dieser Wert erschien den Freiburger Behörden aber viel zu hoch. Das kantonale Amt für Statistik hat deshalb seine eigenen Berechnungen angestellt und die Zahlen des Bundes anhand der neusten Bevölkerungszahlen korrigiert. Gemäss diesen Berechnungen rechnet das kantonale Amt nun damit, dass die Bevölkerungszahl des Kantons Freiburg bis 2045 mit 360 000 Einwohnern ihren Höhepunkt erreichen wird. Heute zählt Freiburg rund 312 000 Einwohner.

Wie Pierre Caille, Dienstchef des kantonalen Amts für Statistik, auf Anfrage der FN sagt, sei das Bundesamt mit seinen Prognosen für Freiburg in den letzten Jahren immer etwas zu tief gelegen. Nun habe sich das Wachstum, das in den letzten Jahren zwischen 1,8 und 2,3 Prozent lag, aber verlangsamt. Dem habe das Bundesamt nicht Rechnung getragen, so dass dessen Prognose bereits Ende 2016 um 3000 Einwohner zu hoch lag.

Bund mit einer Grobplanung

Die grosse Diskrepanz zwischen den Schätzungen des Bundes und des Kantons liegt gemäss Caille darin, dass das Bundesamt nationale Prognosen anstellt, und diese dann auf die Kantone herunterbricht. Kantonale Eigenheiten finden keine Berücksichtigung. Kommt hinzu, dass das Bundesamt bisher seine Erhebungen in einem Fünfjahresrhythmus gemacht hat. «Das Bundesamt hat zwar versprochen, dass es diese Zahlen jährlich aktualisiert, dies ist bisher aber noch nicht erfolgt», so Caille.

Das kantonale Amt für Statistik erhält von den Staatsdiensten laufend Anfragen für kurzfristige Vorhersagen. Da die kantonale Personendaten-Plattform «Fri-Pers» monatlich neue Angaben liefere, habe das kantonale Amt entschieden, vorderhand die Bevölkerungsprognosen selber vorzunehmen, so der Dienstchef. Seine Dienststelle nimmt gar Berechnungen für die einzelnen Bezirke vor. Im Sense- und im Seebezirk dürften demnach die Einwohnerzahlen bereits vor 2045 leicht zurückgehen.

«Diese verfeinerten Berechnungen bedeuten einen Mehraufwand für uns», so Caille. Deshalb hofft er, dass das Bundesamt seine Bevölkerungsprognosen möglichst bald jährlich aktualisiert. Die Freiburger Erhebung stützt sich bei den Geburten und Todesfällen auf die bisherigen Zahlen. Diese seien stabil und vorhersehbar, heisst es in einer Mitteilung des Amtes. Die Korrekturen fanden in erster Linie bei den Wanderungsprognosen statt: Diese gehen davon aus, dass die Zuwanderung aus traditionellen Ursprungsländern wie etwa Portugal allmählich versiegt und sich die globalen Wanderungsströme nicht namhaft verändern. «Man kann natürlich nie vorhersehen, ob es grössere politische Umwälzungen gibt und neue Bevölkerungsströme aus Ländern wie Pakistan, China oder Indien kommen», meint Caille.

Staatsstellen brauchen Zahlen

Von den Bevölkerungsszenarien hängt die Planung vieler staatlichen Stellen ab. Pierre Caille erwähnt als Beispiel den Bildungsbereich, bei dem die Vorhersage der Schülerzahlen aber noch zusätzlich verfeinert sei, so dass auch die Übergänge von einem Schuljahr zum anderen möglichst vorhersehbar sind. Doch auch die Volkswirtschaft mit den erwarteten Arbeitsplätzen oder die Raumplanung seien auf möglichst genaue Bevölkerungsprognosen angewiesen.

«Man kann nie vorhersehen, ob es politische Umwälzungen und neue Bevölkerungs- ströme gibt.»

Pierre Caille

Dienstchef Amt für Statistik

Zahlen und Fakten

Durchschnittswachstum bei 0,5 Prozent

311 800 Einwohner zählte der Kanton Freiburg nach Angaben des kantonalen Amts für Statistik Ende 2016. Seit 2010 hat die Bevölkerungszahl um rund 33 000 Einwohner zugenommen, gar um 65 000 seit 2000. So rasant wird es nach den Prognosen des kantonalen Amts nicht mehr vorwärtsgehen. Zu erwarten sind 326 000 Einwohner bis 2020, 339 000 bis 2225, 353 000 bis 2035 und 358 000 bis 2045. Das Bundesamt für Statistik gibt aber für 2045 einen Wert von 436 000 an. Lag das Wachstum in den letzten sechs Jahren bei 1,8 bis 2,3 Prozent, so sind es im Durchschnitt der nächsten 30 Jahre noch 0,5 Prozent mit einer abnehmenden Tendenz. Nach den Prognosen des Kantons wird der Sensebezirk noch bis 2035 um rund 3000 Einwohner wachsen, dann aber eine rückläufige Bevölkerungszahl haben. Der Seebezirk dürfte noch bis 2040 um 5000 Einwohner wachsen, dann aber ebenfalls schrumpfen.

uh

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