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Bewohner stört der Verkehr – und sie fürchten Asbest sowie Radioaktivität

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Auf dem Grossacher zwischen Ferenbalm und Wileroltigen möchten die beiden Gemeinden auf einer Fläche von rund 25 Hektaren eine Bauschuttdeponie einrichten (die FN berichteten). Diese käme je zur Hälfte auf Boden beider Gemeinden zu stehen und würde zwischen der Autobahn A 1 im Norden, der Haselstrasse im Osten, der Ferenbalmstrasse im Westen und dem Weiler Haselhof im Süden gebaut (siehe Grafik rechts).

Ihr Bauvorhaben stellten am Dienstagabend die Vertreter der Gemeinden, der Bauherren und der involvierten Planungsunternehmen im Landgasthof Biberenbad in Rizenbach detailliert vor.

Dabei wiesen sie auf positive Aspekte des Projekts hin: Der Kanton stimme dem Standort Grossacher zu, in der Deponie werde «sauberes Aushubmaterial und nicht belasteter Bauschutt» gelagert, beide Gemeinden und die Landeigentümer dürften für die Übernahme des Schutts mit einem Geldbetrag der betriebsführenden ISD Recycling AG rechnen. «Wie viel es sein wird, verhandeln wir zurzeit», sagte Martin Eichenberger. Der für Hochbau zuständige Gemeinderat von Ferenbalm präsidiert die Planungskommission.

Keine Sondererlaubnis

Die rund 80 Bürger aus Ferenbalm und Wileroltigen interessierten sich jedoch mehr für die Nachteile der Deponie. Vor allem der erwartete Mehrverkehr gab zu reden. Ein externer Bericht rechnet mit jährlich 13 300 Lastwagenfahrten über die Kantonsstrasse. Die meisten würden durch den Ortsteil Rizenbach in Ferenbalm fahren. Von dort meldeten sich einige Bürger zu Wort, die sich um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg sorgten.

Ein Bewohner wollte wissen, wieso die Lastwagen nicht über den Rastplatz Wileroltigen zur Deponie fahren, die nur durch ein Gittertor vom Gelände getrennt ist. «Dafür hat das Bundesamt für Strassen keine Sondererlaubnis erteilt. Vielleicht fürchten sie, dass sonst weitere solche Anfragen folgen könnten», sagte Ortsplaner Kaspar Reinhard.

«Sicher nichts Verstrahltes»

Der Kanton verpflichtet die Regionen, genügend De­ponien zum Einlagern von unverschmutztem Aushub zu schaffen. Eine solche fehlt zurzeit in Berns Westen; der Bauschutt wird zu Deponien im Oberaargau, Aaretal, Seeland und Kanton Freiburg transportiert.

Die geplante Deponie Gross­acher soll 26 Jahre betrieben werden und rund 1,4 Millionen Kubikmeter gesteinsähnliches Aushubmaterial wie Back- und Ziegelsteine, Strassenaufbruch und Beton aus der Region aufnehmen. Die etappenweise gefüllte Deponie würde mit einem 1,5 Meter dicken Bodenaufbau bedeckt und später für die landwirtschaftliche Nutzung rekultiviert. So entstünde letztlich ein bis zu 15 Meter hohes Plateau, das mehrere Bewohner als zu mächtig für das Landschaftsbild kritisierten.

Ein Bürger fragte, ob Asbest gelagert werde. Das wäre «in gebundener Form» erlaubt, antwortete Projektleiter Christoph Gilgen.

Ein anderer Bewohner fürchtete, das Atomkraftwerk Mühle­berg werde während des 2020 beginnenden Abbruchs radio­aktives Material in die Deponie liefern. «Vielleicht liefert Mühleberg dereinst auch Bauschutt. Aber sicher nichts Verstrahltes. Dafür sind die gesetzlichen Auflagen heute viel zu streng. Der Grossacher wird keine Sondermülldeponie», versicherte Martin Eichenberger.

Abstimmungen Ende 2019

Bis am 5. April 2018 können die Bürger von Ferenbalm und Wileroltigen ihre Zweifel und Kritiken den Gemeindeverwaltungen mitteilen. Die Unterlagen zur Deponie sind auf den Internetseiten und den Verwaltungen der Gemeinden einsehbar.

In der zweiten Hälfte dieses Jahres soll die kantonale Vorprüfung über die Bühne gehen. Ende nächsten Jahres sollen die Stimmbürger an den Gemeindeversammlungen schliesslich über das Projekt entscheiden.

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