Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Bibliotheken wollen sichtbarer werden

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der rasche Wandel der Technologien und der Informationsgesellschaft wirkt sich auch auf die Aufgaben von Bibliotheken aus. Angesichts beschränkter öffentlicher Mittel stellt sich dabei die Frage: Worin liegt heute der bildungspolitische, wirtschaftliche und soziale Wert der Bibliotheken? Diese Frage treibt auch die rund 70 Mitglieder zählende Vereinigung Freiburger Bibliotheken (VFB) um. Es habe sich herausgestellt, dass der Wille zu einer gemeinsamen Strategie vorhanden sei, erklärte VFB-Vorstandsmitglied Regula Feitknecht am Mittwochabend in Tafers. «Die Freiburger Bibliotheken wollen sichtbarer werden und Politik sowie Behörden besser für ihre Anliegen sensibilisieren.»

Die Vizedirektorin der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg stellte anlässlich einer Infoveranstaltung das Resultat dieser gemeinsamen Strategie vor. «Wozu sind Bibliotheken da? Ein Plädoyer zugunsten der Freiburger Bibliotheken» heisst das Faltblatt, welches die VFB erarbeitet hat. «Es ist ein Diskussionsbeitrag und ein Aufruf, die Freiburger Bibliothekenlandschaft den nationalen Standards anzupassen», erklärte Feitknecht. Im Gespräch mit Bibliotheksverantwortlichen und kantonalen Volksvertretern habe sich gezeigt, dass gerade im strukturellen Bereich Verbesserungspotenzial bestehe. «Der Einsatz der Bibliothekarinnen kann noch so gross sein. Nur dadurch lassen sich nicht alle Defizite kompensieren.»

«Jeder kann googeln, aber …»

Als Beispiel nannte Feitknecht den Bibliothekszugang für Primarschüler. Gemäss dem Gesetz über die obligatorische Schule sind Gemeinden dazu verpflichtet, eine Bibliothek einzurichten oder dafür zu sorgen, dass Schüler leicht und unentgeltlich Zugang zu einer Bibliothek erhalten. «In Realität treffen knapp 60 Prozent der Freiburger Primarschüler eine solche Situation an.»

In einer Zeit, in der im Internet alles verfügbar zu sein scheint, wäre es falsch anzunehmen, dass die Bibliotheken überflüssig geworden seien, betonte Feitknecht. Denn die Aufgaben einer Bibliothek bestünden nicht allein darin, Medien zur Verfügung zu stellen. «Sie unterstützen die Bevölkerung auch in der Weiterentwicklung ihrer Recherchekompetenz und in der verantwortungsvollen Verwendung der erhaltenen Informationen», zitierte sie aus dem Plädoyer. Und fügte an: «Jeder kann googeln. Aber nicht jeder kann das Optimum aus einer Google-Suche herausholen.» Habe eine Bibliothek geeignete Recherche­tools, eine gute Infrastruktur und das nötige Wissen zur Verfügung, könne sie mithelfen, das kritische Denken zu fördern. Als Vorbild hierfür nannte Feitknecht das Wallis. «Dort hat mit Unterstützung des Kantons in den letzten Jahrzehnten eine grosse Entwicklung stattgefunden.»

Im Gegensatz zur Bibliothekslandschaft im Sensebezirk – die sich im freiburgischen Vergleich als fortschrittlich präsentiere – seien die Voraussetzungen im kantonalen Durchschnitt nicht vollständig gegeben. So sollte die Bibliotheksfläche, die der Freiburger Bevölkerung zur Verfügung stehen sollte, gemäss schweizerischen Richtlinien rund 8000 Quadratmeter betragen. «Insgesamt stehen aber nur 5600 Quadratmeter zur Verfügung», sagte Feitknecht. «So können die Bibliotheken ihrer Rolle als Trägerinnen und Vermittlerinnen von Kultur nicht optimal gerecht werden.»

Synergien besser nutzen

Mit ihrem Aufruf gehe es der VFB nicht in erster Linie darum, für mehr Mittel zu plädieren, betonte Regula Feitknecht. «Wir wollen die Gemeinden dafür gewinnen, im Bibliotheksbereich Synergien zu nutzen, Anschaffungen und Weiterbildungen gemeinsam zu organisieren, für bessere Öffnungszeiten und Arbeitsbedingungen einzustehen und das persönliche Entwicklungspotenzial zu eruieren.»

Unter den rund 20 Anwesenden, die am Mittwoch den Weg an die Informationsveranstaltung im Oberamt fanden, waren lediglich drei Gemeindevertreter. Er werde das Thema deshalb auch im Gemeindeverband der Region Sense aufgreifen, sagte Oberamtmann Manfred Raemy, der den Anlass mitorganisiert hatte. Er ermutigte die anwesenden Bibliotheksverantwortlichen dazu, die Anregungen der VFB direkt mit den zuständigen Gemeinderäten zu teilen. «Auch wenn es in den Bibliotheken des Sensebezirks allgemein sehr gut läuft. Es gibt immer Punkte, in denen wir noch besser werden können.»

«Der Einsatz kann noch so gross sein

– nur dadurch lassen sich nicht alle Defizite kompensieren.»

Regula Feitknecht

Vorstandsmitglied VFB

Mehr zum Thema