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Blind, aber nur auf den ersten Blick

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Forschende der Universität Freiburg haben laut einer Mitteilung ein seltsames Phänomen untersucht: Ein blinder Patient konnte zwar einen Tennisball nicht sehen, der ihm gezeigt wurde. Als der Arzt ihm den Ball zuwarf, konnte er ihn jedoch fangen. Zu Beginn des Denkprozesses stand ein Musikkonzert: Der blinde Sänger Stevie Wonder griff bei einem Auftritt nach einem fallenden Mikrofon, als könnte er es kippen sehen.

Ein Forscherteam um ­Meike Ramon untersuchte das Phänomen an einem Patienten, der nach einem Schlaganfall erblindet war. Er konnte einen Tennisball nicht sehen, der ihm aus einer Distanz von weniger als einem Meter gezeigt wurde. Trotzdem konnte er dem Ball mit den Augen folgen. Das Team kam anhand seiner Beobachtungen zum Schluss, dass das geschädigte Gehirn in bestimmten Fällen noch Bewegungen verarbeiten kann – selbst, wenn das Hirnareal für die visuelle Verarbeitung schwer geschädigt ist. Die Forscher publizierten kürzlich ihre Erkenntnisse über das «Blindsehen» im Fachblatt «Neuropsychologia».

Augen intakt, Hardware kaputt

«Aus klinischer Sicht ist der Patient vollkommen blind», wird Studienautor Nicolas Ruffieux in der Mitteilung zitiert. «Die Augen des Patienten sind zwar intakt, aber die Hardware, die es ermöglicht, visuelle Stimuli zu interpretieren, ist ernsthaft beschädigt.» Die Forschenden berichteten, dass der Patient fähig ist, verschiedene menschliche Bewegungen erstaunlich präzise zu verarbeiten. Damit bestätigten sie, was auch bei früheren, aber weniger akuten Fällen beobachtet wurde: dass die neuronalen Netzwerke, die Bewegungen verarbeiten, selbst bei einer starken Schädigung des visuellen Kortex noch eine Restfunktion aufweisen können.

Es sei das erste Mal, dass dieses Phänomen bei einer so ausgeprägten Schädigung nachgewiesen worden sei, schreibt die Universität Freiburg in ihrer Mitteilung.

sda/fca

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