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«Bolz schlägt die Sprachbarriere nieder»

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«Freiburg ist eine Stadt mit menschlichen Dimensionen», sagt Bolz-Spezialistin Fränzi Kern-Egger. «Man kann die Stadt zu Fuss in dreissig bis vierzig Minuten durchqueren.» Doch das könnte sich bald ändern, zumindest für die Gemeinde Freiburg. Sagen die Bewohnerinnen und Bewohner der neun Grossfreiburger Gemeinden Ja zu einer Fusion, so reichen die neuen Gemeindegrenzen vielleicht bald vom Avry-Centre im Westen bis zur Grandfey-Brücke im Osten.

Die Wiege der Stadt

Trotzdem: Die mittelalterliche Altstadt bleibt die Wiege der Stadt Freiburg. Hier ist Fränzi Kern-Egger aufgewachsen, genauso wie ihre Eltern. Und wie ihre Eltern ist sie mit zwei Sprachen aufgewachsen. Französisch und Deutsch mixt sie wild durcheinander – Fränzi Kern-Egger spricht das Unterstädter Bolz und hat in dieser ganz eigenen Sprache mehrere Bücher veröffentlicht. «Ich kann gar nicht sagen, in welcher Sprache ich denke oder träume. Meist in beiden», sagt sie. Und fügt an: «Bolz schlägt die Sprachbarriere nieder. Man wechselt von der einen zur andern Sprache, sans problème.»

«Kein Problem»

Fränzi Kern-Egger befürchtet denn auch nicht, dass ein durch die Fusion viel grösser gewordenes Freiburg das Bolz bedrohen könnte. «Jene, die Bolz sprechen, können ja beide Sprachen, die haben kein Problem», sagt sie. Auch jüngere Menschen würden heute Bolz sprechen. Es sei weniger konzentriert, dafür aber breiter geworden – nicht mehr nur auf die Unterstadt beschränkt. Überall dort, wo Deutschsprachige und Französischsprachige aufeinandertreffen und womöglich zweisprachige Familien entstehen, gibt es auch Bolz.

Fränzi Kern-Egger begrüsst das und hofft, dass dieser Kontakt zwischen den beiden Sprachen sich noch intensiviert. «Deutsch und Französisch haben in Freiburg viel zu lange nebeneinander existiert statt miteinander.» Daran hätten auch die Deutschsprachigen eine Mitschuld, die «à tout prix» alles immer auf Deutsch übersetzt haben wollten.

Fränzi Kern-Egger erinnert sich an ihre Kindheit, als sie in der Neiglen die Schule besuchte. «Damals gab es im selben Schulhaus deutsch- und französischsprachige Klassen», sagt sie. «Auf dem Schulhausplatz unterhielten wir Kinder uns in beiden Sprachen.» Heute ist das anders: In der Unterstadt besuchen deutsch- und französischsprachige Kinder unterschiedliche Schulhäuser, keine Chance also auf einen Sprachenmix auf dem Schulhausplatz. Mit der allmählichen Einführung zweisprachiger Klassen ändert sich das vielleicht in Zukunft.

Auf mehr Miteinander hoffen

Kommt die Fusion der Grossfreiburger Gemeinden zustande, soll die neue Gemeinde offiziell zweisprachig sein. Könnte das eine Chance für mehr Miteinander sein? «Das wäre schön», sagt Fränzi Kern-Egger mit einem Lächeln. «Es würde erlauben, offiziell zu machen, was bereits gelebt wird.» Mit einer Fusion dürfte sich der Anteil der Deutschsprachigen in Freiburg verkleinern, da in einigen der fusionswilligen Gemeinden wie Avry oder Belfaux wohl weniger Deutschsprachige wohnen als in der Stadt Freiburg. «Man darf aber nicht vergessen, dass etwa in Marly oder Villars-sur-Glâne Deutschsprachige leben. Die amtliche Zweisprachigkeit könnte gerade ihnen mehr Gewicht geben», sagt Fränzi Kern-Egger.

Sie verhehlt nicht, dass sie klar für die Fusion ist. «Die Stadt stellt viel Infrastruktur bereit, von der auch die umliegenden Gemeinden profitieren. Es ist Zeit, die ‹charge› besser zu verteilen», sagt Fränzi Kern-Egger. Sie denkt etwa an den öffentlichen Verkehr oder an kulturelle Institutionen. Es sei an der Zeit, politisch enger zusammenzuarbeiten – und nicht zuletzt Freiburg als Kantonshauptstadt zu stärken.

Status ist da

Der Status als Kantonszentrum sei schon da und werde bleiben. Darum glaubt Fränzi Kern-Egger auch nicht, dass sich an der Identität Freiburgs mit der Fusion etwas ändern wird. «Freiburg ist von den Dimensionen und der Architektur her eine Stadt, die man gern haben kann», fasst sie zusammen. Und das werde sich so rasch nicht ändern.

«Deutsch und Französisch haben in Freiburg viel zu lange nebeneinander existiert statt miteinander.»

Zahlen und Fakten

Zweisprachig seit der Stadtgründung

Deutsch oder Französisch? Die Sprachenfrage ist seit der Grün-dung der Stadt Freiburg im Jahr 1157 aktuell. Die Stadt wurde von Herzog Berchthold IV. gegründet, der zum süddeutschen Adelsgeschlecht der Zähriger gehörte und gleichzeitig enge Verbindungen zum Burgund unterhielt, wie es auf der Homepage der Stadt Freiburg heisst. 1481 trat Freiburg der Eidgenossenschaft bei – von da an und bis zum Ende des Ancien Regime 1798 war Deutsch die Amts-sprache, danach war es Französisch. In der Stadt waren aber stets beide Sprachen präsent, wie historische Quellen zeigen. Heute hat die Stadt Freiburg rund 38 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Gemäss Angaben des Kantons sprechen rund 63 Prozent der Bevölkerung Französisch, rund 20 Prozent Deutsch und der Rest eine andere Sprache. Die Stadt hat eine Fläche von 9,32 Quadratkilometern. Der Steuersatz ist mit 81,6 Rappen pro Franken Kantonssteuer der höchste der neun fusionswilligen Gemeinden Grossfreiburgs.

nas

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