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Bürger von der Geburt bis zum Tod begleiten

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Bürger von der Geburt bis zum Tod begleiten

Im Gespräch mit Elisabeth Fasel, Leiterin des Zivilstandsamtes des Sensebezirks in Tafers

Seit Anfang Januar ist das Zivilstandswesen im Kanton Freiburg neu organisiert. Für den Sensebezirk ist ein Vierer-Team, unter der Leitung von Elisabeth Fasel im Einsatz, die seit 25 Jahren Zivilstandsbeamtin ist.

Mit ELISABETH FASEL
sprach IMELDA RUFFIEUX

Was ändert sich mit der Neuorganisation konkret für die Kunden?

Durch die Neuorganisation gibt es im Sensebezirk nur noch ein Zivilstandsamt. Wir verstehen die Enttäuschung aller Personen, die nun nach Tafers pilgern und somit längere Wegzeiten auf sich nehmen müssen. Aber der Gang auf das Zivilstandsamt wird ja nicht so häufig nötig wie bei anderen Amtshandlungen. Ausserdem läuft heute vieles – zum Beispiel Anfragen für Bestätigungen – auf schriftlichem Weg. Deswegen denke ich, dass diese Änderung durchaus zumutbar ist.

Im Sensebezirk ist bis zum letzten Jahr in 13 Gemeinden ein Zivilstandsamt geführt worden. An einigen Orten, wie Plaffeien, wurden dabei vier Gemeinden zusammen verwaltet. Meist war dies mit der Gemeindeverwaltung gekoppelt, das heisst, die Aufgabe wurde von Gemeindeangestellten im Nebenamt wahrgenommen.

Wir verstehen auch die Wehmut der früheren Zivilstandsbeamten, die sich mit viel Engagement dieser Tätigkeit gewidmet haben.

Welches sind die grössten administrativen Änderungen?

Der Arbeitsanfall ist natürlich massiv grösser. Das neue Informatiksystem tritt bei uns erst etwa Mitte Jahr in Kraft. Unsere Arbeit ist eine Kombination zwischen modernen Computerprogrammen, Statistiken und Registern sowie alten Dokumenten und Unterlagen, die in den grossen Zivilstandsbänden festgehalten sind.

Wie umschreiben Sie den Aufgabenbereich eines Zivilstandsbeamten?

Im Prinzip begleiten wir den Bürger während seines ganzen Lebens. Von der Geburt über die Trauung, allenfalls eine Scheidung, bis hin zur Anerkennung von Kindern und Todesfällen führen wir die Register über Änderungen im Zivilstand eines Menschen.

Ein Teil unserer Arbeit umfasst deshalb auch das Ausstellen von Bestätigungen und Auszügen, die etwa bei einer Trauung, aber auch bei Erbschaftsangelegenheiten notwendig sind.

Es gibt immer mehr Paare, die nur zivil und nicht mehr kirchlich heiraten. Ist die Ziviltrauung heute eine rein administrative Handlung oder erfährt sie auch einen feierlichen Rahmen?

Wenn die Brautleute es wünschen, ist es eine rein administrative Handlung.

Wir fragen die Brautleute beim Ehevorbereitungsgespräch, was sie sich vorstellen, und geben ihnen dann die Möglichkeit, selber in irgendeiner Weise etwas beizutragen. Ab und zu gibt es Brautpaare, die eine musikalische Einlage mitbringen, andere tauschen die Ringe oder geben einander ein feierliches Versprechen. Meistens aber verlassen sie sich auf unsere Zeremonie. Aus meiner Erfahrung darf ich sagen, dass dies für sie auch stimmt.

Was genau geschieht bei einem Ehevorbereitungsgespräch?

Die Brautleute müssen dort in Anwesenheit des Zivilstandsbeamten ein Trauungsgesuch und eine Erklärung für die Vermählung ausfüllen. Wir geben ihnen eine Bestätigung, wonach eine Wartefrist von zehn Tagen in Kraft tritt. Das ist so etwas wie eine Bedenkzeit für das Paar. Wenn diese verstrichen ist, müssen die Brautleute innerhalb von drei Monaten heiraten. Falls dieser Zeitraum verstreicht, muss ein neues Gesuch eingereicht werden.

Bei diesem Gespräch wird auch über den Ablauf der Trauung, über ein spezielles Programm usw. gesprochen.

Sind Sie schon einmal mit aussergewöhnlichen Wünschen konfrontiert worden?

Nein, eigentlich nicht – im Gegenteil, wir wären im Prinzip sehr offen für Ideen für die Gestaltung der Feier. Wir sind zum Beispiel auch sehr flexibel, was die Anzahl Personen betrifft, die bei einer Trauung dabei sind – auch wenn es natürlich vom Platz her gewisse Beschränkungen gibt.

Gab es auch einmal ein «Nein» bei der Trauung?

Nein, ich habe noch nie ein Paar erlebt, das es sich im letzten Moment anders überlegt hat.

Können Sie etwas über die Ausbildung einer Zivilstandsbeamtin erzählen? Wie kamen Sie persönlich dazu?

Ich wurde angelernt durch den damaligen Zivilstandsbeamten in Alterswil. Das war vor 25 Jahren und ich war damals die erste Frau im Sensebezirk.

Damit wir den vielen Änderungen und den täglichen Herausforderungen gerecht werden können, haben wir immer wieder Kurse und Tagungen.

Jederzeit können wir beim kantonalen Amt für Zivilstandswesen und Einbürgerungen nachfragen und uns beraten lassen. Stets werden wir dort mit unseren Anliegen sehr zuvorkommend und korrekt bedient.

Was für fachliche Voraussetzungen muss jemand für diese Arbeit mitbringen?

Von der fachlichen Seite her verlangt dieses Tätigkeit eine enorme Genauigkeit, wenn es darum geht, über Daten und Angaben korrekt und zuverlässig Buch zu führen. Aber auch sehr viel Flexibilität ist gefragt, da man oft die regulären Arbeiten beiseite legen muss, um aktuelle und dringende Sachen zu erledigen. Natürlich gehört auch eine gewisse Kontaktfreudigkeit dazu, da man sehr viel mit Leuten zu tun hat.

Und die menschlichen Eigenschaften?

Was die menschlichen Voraussetzungen betrifft, ist es von Vorteil, wenn man sich in gefühlvollen Situationen und Momenten in die Leute hineinversetzen kann. Es braucht auch Diplomatie, da wir die Personen von der Geburt bis zum Tod und somit in Freud und Leid begleiten.

Wo werden die alten Zivilstandsbücher aufbewahrt?

Die alten Bücher und Belege werden im Amthaus Tafers in zwei Archiven aufbewahrt und stehen uns immer wieder für unsere Arbeit zur Verfügung. Zwar fangen wir keine neuen Einlageblätter an, doch tragen wir in den bestehenden die aktuellen Zivilstandsmeldungen nach. Ausserdem dienen uns diese Unterlagen auch bei der täglichen Arbeit als Nachschlagewerk.

Die ganz alten Unterlagen, bis etwa 1875, werden im Staatsarchiv gelagert.

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft?

Wir haben alle mit Energie und Freude das neue Amt in Angriff genommen. Für eine gute Zusammenarbeit erwarte ich von uns allen
Respekt und Ehrlichkeit. Ich hoffe, dass wir in Zufriedenheit arbeiten können.
Ein Vierer-Team

Das Zivilstandsamt des Sensebezirks ist im Amtshaus Tafers untergebracht und wird von vier Frauen betreut, die auch abwechslungsweise die Trauungen durchführen:

l Elisabeth Fasel, Alterswil, ist schon seit 25 Jahren Zivilstandsbeamtin, jetzt im Vollamt: «Ich finde es immer wieder spannend, wie sich bei dieser Tätigkeit der Tagesablauf ändern kann. Oft muss man sein Programm umstellen und die Prioritäten neu festlegen.»
l Doris Richard, Praroman, während drei Jahren im Zivilstandsamt Freiburg tätig, arbeitet 100 Prozent: «Mir gefällt, dass wir die Leute

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