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«Cool und komisch»

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Rund zehn Wochen lang erhielten die Schülerinnen und Schüler der Orientierungsschulen (OS) von ihren Lehrpersonen Fernunterricht. Ab Dienstag werden sie wieder die Schulbank im Schulhaus drücken und das Homeschooling ad acta legen. Bereits am Donnerstag und gestern Freitag machten sich die Jugendlichen nach Stufen gestaffelt in die OS auf, um Informationen zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts zu erhalten.

Am Donnerstagmorgen kurz vor 8 Uhr: Die ersten Schülerinnen und Schüler der Stufe 9H, also jene im ersten OS-Schuljahr, stehen bei den Veloständern der OS Region Murten und halten Ausschau. Fröhlich rufen sie jenen entgegen, die mit ihren Fahrrädern ankommen. Die Freude über das Wiedersehen ist sichtlich gross. Auf die Frage, ob sie sich auf den Unterricht im Schulzimmer freut, antwortet eine 12-jährige Schülerin aus Galmiz: «Das Schönste ist für mich, dass ich meine Kolleginnen und Kollegen wiedersehen kann.» Auch sei es nicht schlecht, «wieder mal zu sehen, wie es in der Schule ist». Ihr Ziel für diesen Monat definiert die Jugendliche klar und deutlich: «Ich will gut aufpassen und das Semester gut abschliessen».

Ein 13-Jähriger freut sich ebenfalls auf seine Kollegen, «in die Schule gehe ich aber nicht so gerne». Das Homeschooling sei «cool» gewesen, «denn insgesamt haben wir während dieser Zeit wohl ein bisschen weniger gemacht. Aber halt alles alleine».

«Die Nase voll»

«Ich freue mich, dass wir keine Hausaufgaben mehr haben bis zu den Sommerferien», sagt ein 13-Jähriger aus Murten. Er habe die Nase voll vom Homeschooling, betont der Schüler. Sein Ziel für diesen Monat sei, gut abzuschliessen und es in die 10H zu schaffen. «Cool und komisch» sei der Neustart, bringt ein Mädchen ihr Empfinden auf den Punkt.

«Für mich ist wichtig, dass es für die Jugendlichen einen Schuljahresabschluss gibt», sagt Schuldirektor Iwan Volken, «auch für jene, die sich im letzten OS-Jahr befinden.» Er sei froh, dass sie die Schülerinnen und Schüler nicht via Fernunterricht in die Ferien entlassen müssten. Iwan Volken arbeitete die letzten Wochen in seinem Büro im leeren Schulhaus. Am Donnerstagmorgen steht er vor dem Haupt­eingang, begrüsst die ankommenden Jugendlichen und freut sich: «Das Schulhaus lebt von den Schülerinnen und Schülern». Während des Fernunterrichts hätten alle Seiten, also die Kinder und deren Eltern, aber auch die Lehrpersonen, grosse Leistungen erbracht. «Die Medienkompetenz war erstaunlich», sagt Iwan Volken. Die Ablösung vom Educanet2 und die Einführung in das neue System sei flüssig erfolgt, «ausser zu Beginn, da brauchte es ein wenig Support». Mit dem Wechsel während des Fernunterrichts sei eine erfolgreiche «Schnelleinführung» vonstattengegangen, «das hätte sonst viele Weiterbildungen gebraucht». Rund 120 Laptops und Computer habe die OS Region Murten jenen Schülerinnen und Schülern ausgeliehen, denen zu Hause kein Gerät zur Verfügung stand.

Knapp zwei Stunden dauern die Einführungen nach Klassen am Donnerstag und Freitag. Für die Presse gibt es keinen Einlass in die Klassenzimmer, es wäre zu eng geworden. «Unter den Schülern gilt die Abstandsregel nicht in den Klassenzimmern», erklärt der Schuldirektor. «Zwei Meter Abstand ist dort nicht immer möglich.» Zur Lehrperson sei die Distanz jedoch gewährleistet. «Das Ziel ist, dass wir die Abstandsregel überall dort einhalten, wo es machbar ist.» In der Einführung zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts würden die Lehrpersonen das Schutzkonzept vorstellen und «die Kinder abholen», wie Volken sagt. «Es geht darum, die Stimmung und die Gemütslage jedes Einzelnen zu erfassen.»

«Gewisse Spannung»

Auch in Düdingen gingen die Jugendlichen am Donnerstag oder am Freitag zum ersten Mal wieder in die OS. «Ich habe alle Klassen besucht», sagt Schuldirektor Laurent Baeriswyl, «die ganz grosse Mehrheit hat sich gefreut.» Er habe viele strahlende Gesichter gesehen. «Sie freuen sich, dass sie jetzt wieder eine Struktur haben.» Auch für den Schuldirektor selber ist es ein Glück: «Ich freue mich am meisten darüber, die Schülerinnen und Schüler wieder hier zu haben.» Er habe ihre Stimmen, ihr Gelächter im Schulhaus sehr vermisst, «es war sehr still im Schulhaus in den letzten Wochen».

«Die Stimmung ist speziell», sagt Schuldirektor Bernhard Schafer von der OS Plaffeien nach dem ersten Einführungstag. «Die Schülerinnen und Schüler freuen sich, und es ist auch eine gewisse Spannung spürbar. Sie fragen sich, was sie nun erwartet.» Ein guter und ruhiger Schuljahresabschluss sei nun wichtig, gerade für die Abschlussklassen. «Wir werden für die Stufe 11H ein Highlight auf die Beine stellen. Was genau, ist noch offen.»

Transport

Schüler sollen zu Fuss in die Schule gehen

Ab dem 2. Juni werden wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler an die Orientierungsschulen unterwegs sein. Der Kanton hat dazu Richtlinien verfasst und Empfehlungen abgegeben: «Eine ‹sanfte› Mobilität ist zu bevorzugen. Der Schüler und die Schülerin geht zu Fuss oder mit dem Fahrrad zur Schule oder zur Bushaltestelle», schreibt das Kantonale Führungsorgan zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Weiter sollen Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule fahren, um Staus vor dem Schulareal zu vermeiden. Eltern dürfen neu auch das Schulgelände nicht mehr betreten.

Falls Kinder doch mit dem Bus in die Schule gehen, so werden sie auch hier angewiesen, die Verhaltens- und Hygienebestimmungen der jeweiligen Schultransporte genauestens zu befolgen. Die Orientierungsschule in Murten verschickte den Eltern der Schülerinnen und Schüler zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes einen Elternbrief. Darin empfiehlt die Schulleitung ebenfalls, dass die Kinder den Schulweg zu Fuss oder mit dem Velo bestreiten und Zug, Bus oder Auto meiden. «Die TPF oder die Transportfirma, die für den öffentlichen oder für den Schülertransport Ihres Kindes zuständig ist, können die Einhaltung der vom BAG empfohlenen Gesundheitsmassnahmen nicht sicherstellen», schreibt die Murtner Schulleitung.

Sicherheit garantiert

Obwohl Schulen, wie auch der Kanton, den Schülern davon abraten, momentan mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Schulbussen in die Schule zu fahren, so bekräftigen die TPF, dass sie alles tun, um die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten. «Das Risiko im öffentlichen Verkehr ist nicht höher als anderswo, vorausgesetzt, dass die vom BAG erlassenen Hygienevorschriften und das Schutzkonzept für den öffentlichen Verkehr angewendet werden», erklärt Julie Reuteler, Mediensprecherin der TPF. Die Züge werden seit Wochen regelmässig gereinigt und desinfiziert. «Die Wiederaufnahme der Sekundarschule zieht keine zusätzlichen Hygienemassnahmen nach sich. Für Schülerinnen und Schüler, die mit dem Zug reisen, gelten die gleichen Bedingungen wie für andere Gäste», sagt Reuteler. Die TPF-Mediensprecherin fügt jedoch hinzu, dass die Situation regelmässig analysiert werde und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen würden.

Masken würden den Schülern von der Gemeinde und den Schulen zur Verfügung gestellt werden. Am 2. Juni verteilen zudem die TPF an den Freiburger Bahnhöfen Masken an Pendler und Schüler.

km

Organisation

Keine Durchmischung der Klassen

Um Ansteckungen entgegenzuwirken, gilt an den Orientierungsschulen (OS) der Grundsatz, dass Klassen nicht gemischt werden dürfen. Das hat zur Folge, dass bis zum Ende des Schuljahres alle Wahl- und Freifächer ersatzlos gestrichen sind. «Da eine Durchmischung von Klassen unbedingt zu vermeiden ist, finden keine Lektionen statt, in denen Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen zusammen sind», schreibt die OS Plaffeien dazu. Dies betreffe mit Ausnahme von Latein alle Wahlfächer, Freifächer, mehrere Religionslektionen und den freiwilligen Schulsport über Mittag. In Düdingen kann neben Latein auch das Tastaturschreiben weiterhin stattfinden.

Die Durchführung von Schullagern ist bis zum Schuljahresende verboten. Schulausflüge im Klassenverband ohne Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sind jedoch erlaubt. Die OS Düdingen schreibt, dass die Abschlussklassen in der letzten Schul­woche eine eintägige Schulreise im Klassenverband machen dürfen, «die Klassen sind zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs». Auf den traditionellen Abschlussball müssen die Jugendlichen der Stufe 11H jedoch an allen Orientierungsschulen im Kanton verzichten.

Prüfungen mit Noten finden bis zum Ende des Schuljahres nicht statt. Darüber informierte die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD) bereits Ende April. Für die Durchlässigkeit und den Wechsel des Klassentypus an der Orientierungsschule bleiben die Richtlinien laut EKSD gültig, es würden dafür aber die Noten des Schulzeugnisses des ersten Semesters berücksichtigt. Für die Aufnahme in die Fachmittelschule und die Vollzeit-Handelsmittelschule hat die Direktion die Punktzahl heruntergesetzt, um prüfungsfrei übertreten zu können. Alle, die unter dem Strich liegen, können eine Aufnahmeprüfung ablegen. Für die Schüler der 11H-Sekundarklasse, die ins Gymnasium wollen, ändert sich nichts an den Bedingungen: Sie sollten am Ende des ersten Semesters 20 Punkte erreicht haben.

Fernunterricht bleibt möglich

An allen Schulen besteht die Möglichkeit, im Modus Fernunterricht zu verbleiben: Besonders gefährdete Schülerinnen und Schüler oder solche, die mit besonders gefährdeten Personen in einem Haushalt leben, können eine Erklärung ausfüllen, um vom Präsenzunterricht befreit zu werden. Nach ersten Angaben haben sich laut EKSD 124 Schülerinnen und Schüler gemeldet. Bei den OS im Kanton gelten zudem 21 Lehrpersonen als besonders gefährdet.

emu

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