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Corona trifft auch die Schützenhäuser

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«Ein Punkt zu wenig für die Karte», sagt Beat Marfurt, als er am Donnerstagabend die Schiessanlage in Courgevaux verlässt. Er hat soeben das Obligatorische geschossen. Sein Resultat führt er auf das fehlende Training wegen des Corona-Unterbruchs zurück. «Seit Februar habe ich nicht mehr geschossen. Normalerweise versuche ich einmal pro Monat zu schiessen.» Die Schützengesellschaft Murten, bei der er Mitglied ist, nahm kürzlich den Schiessbetrieb wieder auf und bot am Donnerstag erstmals für dieses Jahr das obligatorische Programm an. Angehörige der Armee müssen dieses Programm im Normalfall jährlich bis Ende August schiessen und so ihr Können unter Beweis stellen.

Schiessen tun die Murtner in der Schiessanlage Courgevaux, die sie sich mit der Schützengesellschaft Courgevaux teilen. Zwei Schützen nutzten am Abend die Gelegenheit, das obligatorische Programm zu schiessen. In diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie das Absolvieren dieses Programms beziehungsweise das ausserdienstliche Schiessen freiwillig. Das hatten der Chef der Armee und der Schweizer Schiesssportverband (SSV) entschieden.

Engpässe bei Schiesspflicht

Fredy Dahinden, Präsident der Schützengesellschaft Murten, kann diesen Entscheid nachvollziehen. Im Frühjahr sei unklar gewesen, wie sich die Pandemie-Lage im Lauf des Jahres noch entwickeln würde. Weiter ermögliche das Schutzkonzept (siehe Kasten) zwar einen sicheren Betrieb in der Schiessanlage Courgevaux, doch seien bei einer Schiesspflicht Kapazitätsengpässe möglich. Denn drei Termine biete die Murtner Schützengesellschaft pro Jahr für das obligatorische Programm an. Im vergangenen Jahr seien insgesamt 75 Personen zu diesen Terminen erschienen. Würde die Schiesspflicht mit einer Frist bis September wieder eingeführt werden, sei die Zeitspanne zu kurz, als dass alle rechtzeitig schiessen könnten.

Es sei leicht zu erklären, warum viele auf das Schiessen verzichteten, wenn das ausserdienstliche Schiessen freiwillig sei, meint Beat Marfurt. «Im sowieso schon gut gefüllten Alltag ist das Schiessen für einige eine zusätzliche Belastung. Die einen schiessen das Obligatorische sowieso gerne, die anderen, weil sie es müssen.» Früher habe er mit vier oder fünf Kollegen abgemacht, wenn die ausserdienstliche Schiesspflicht jeweils anstand. «Danach sind wir zusammen ein Bier trinken gegangen. So hat nie jemand den Termin verpasst. Geselligkeit gehört beim Schiessen dazu», sagt der 52-Jährige.

Geselligkeit ist in der Buvette des Schiessstands Courgevaux derzeit nicht möglich. Sie ist nämlich geschlossen. Weiter dürfen sich höchstens zehn Personen gleichzeitig in der Anlage aufhalten. Nur jede zweite Scheibe soll belegt werden. Üblicherweise bieten die Schützengesellschaften Murten und Courgevaux das Obligatorische an denselben Terminen an. Wegen der Pandemie ist das nicht mehr möglich. «Dank getrennten Terminen haben wir genug Platz im Schützenhaus», erklärt Fredy Dahinden. Neu ist beim Schalter für die Standblätter eine Plexiglasscheibe montiert. Wer das Schützenhaus betreten möchte, muss sich mit Name, Adresse und Telefonnummer in eine Liste eintragen sowie die Hände desinfizieren.

Das Jahresprogramm zerfällt

Durch die Pandemie ist das Jahresprogramm der Murtner Schützengesellschaft wie auch der anderen Gesellschaften durcheinandergewirbelt worden: Das Murtenschiessen fiel aus; die beiden Feldschiessen in Galmiz und Plaffeien sind auf nächstes Jahr verschoben, können jedoch im eigenen Stand geschossen werden. Auch das Eidgenössische Schützenfest in Luzern soll 2021 nachgeholt werden. Ob das Morgartenschiessen im November stattfinden kann, ist nicht gewiss, und für das Ausschiessen im September bereitet Fredy Dahinden eine Durchführung in etwas anderer Form vor. Die Murtner Schützen verzichten auf eine Teilnahme an der Gruppenmeisterschaft. «Aufgrund der Einstellung des Schiessbetriebs würden wir zu spät mit dem Training beginnen», so der Präsident. Wegen der Absagen und Verschiebungen sei dieses Jahr für die Schützen ein Trainingsjahr.

Schutzkonzept

Nur jede zweite Scheibe zu belegen, ermöglicht Distanz

Fünf Grundsätze beinhaltet das Schutzkonzept des Schweizer Schiesssportverbands (SSV): Symptomfrei ins Training oder in den Wettkampf; Einhaltung der Hygieneempfehlungen des BAG; Distanz halten; andernfalls die Nachverfolgung der Personenkontakte sicherstellen; verantwortliche Person für die Umsetzung und Einhaltung der Corona-Regeln bestimmen. Die Schiessstände sollen wenn möglich nur jede zweite Scheibe belegen. Bei Benutzung von mehr als jeder zweiten Scheibe sei eine Präsenzliste mit Zeitangaben zu führen, um die Nachverfolgung der Kontakte zu ermöglichen. Der Einsatz einer Schutzmaske sei nur vorgeschrieben, wenn die Minimaldistanz von 1,5 Metern über mehr als 15 Minuten nicht eingehalten werden könne.

jmw

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