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«Dann beginnen sie halt zu tauschen»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Rosarot und blau leuchten sie einem entgegen, viele sind geschmückt mit bekannten Comic-Helden: die Schulranzen, welche pünktlich zum Schulbeginn in den Geschäften ausgestellt sind. Einen Schulsack mit Planeten hat Yulia Fattore aus Freiburg ihrem Sohn Pierre gekauft, der heute die erste Klasse beginnt. Damit ist die Liste, die sie von der Schule erhalten hat, aber noch nicht abgehakt. «Für alles Material gebe ich etwa 200 Franken aus», sagt die junge Mutter.

Wie der Rucksack am ersten Schultag gefüllt sein muss, sei ein heikles Thema, sagt Micaela Roccaro, Schulleiterin in Alterswil, auf Anfrage. Dies sei je nach Schule, teilweise sogar je nach Klasse, individuell geregelt. Schulsack, Finken, Malschürze und Turnsachen sind in allen angefragten Schulen obligatorisch, Unterschiede gibt es vor allem beim Zeichenmaterial. Während beispielsweise die Erstklässler in Alterswil zusätzlich ein Etui mit Farben und Filzstiften mitbringen müssen, sind es bei der Wünnewiler Lehrerin Regula Zurlinden ein Etui, eine Farbschachtel und ein Malkasten. Bei Marie-Therese Gauch in Tafers hingegen erhalten die Kinder in der ersten Klasse eine Farbschachtel, müssen diese aber auch in der zweiten Klasse noch benutzen. Dies sei gut so, findet Marie-Therese Gauch. «Erhalten die Kinder nicht alles unbeschränkt, lernen sie, Sorge zum Material zu tragen.»

Im Schulgesetz sei bezüglich Schulmaterial nichts verankert, sagt Thomas Böhlen, Präsident des Eltern-Dachvereins Schule und Elternhaus Freiburg. «Das zur Verfügung gestellte Schulmaterial ist von Dorf zu Dorf verschieden.» Gründe für die Unterschiedliche Handhabung sieht er einerseits in der Mentalität der jeweiligen Schule, aber auch bei den Gemeinden: «Manche Gemeinden haben vielleicht auch weniger Mittel, um die Kosten für das Schulmaterial zu übernehmen.»

Muss nicht das Beste sein

 Dass keine der angefragten Lehrpersonen erlebt hat, dass sich Eltern das Material nicht leisten konnten, ist gemäss Caroline Vannay von Caritas Freiburg kein Zufall: «Wir beobachten, dass sich Eltern aus Scham nicht an die Lehrpersonen wenden und es vermeiden, die Schule um Unterstützung zu bitten.» Natürlich seien solche Ausgaben für Menschen mit einem engen Budget immer eine Belastung, sagt Thomas Böhlen, der auch für die soziale Anlaufstelle «Freiburg für alle» arbeitet. Jedoch gebe es auch Möglichkeiten, die Kosten relativ tief zu halten. So müsse es bei den Farben–sofern nichts vorgegeben–nicht immer Caran d’Ache sein, und ein gebrauchter, in einer Börse erstandener Schulsack oder ein Werberucksack tue es auch. «Wichtiger ist es, dass man sich Zeit nimmt, um mit dem Kind die Sachen zu besorgen, dann hat es auch Freude daran.»

Natürlich sei der erste Schulsack für Kinder etwas Besonderes, sagt die Taferser Lehrerin Marie-Therese Gauch, die seit über 40 Jahren unterrichtet, gegenüber den FN. «Manchmal habe ich jedoch das Gefühl, dass dieses Ereignis für die Eltern beinahe wichtiger ist.»

Und wie reagieren die Kinder selbst darauf, dass die meisten Kinder am ersten Schultag einen neuen Tornister tragen, während andere denjenigen von der Cousine oder einen normalen Rucksack haben? Oder dass sie vierzig verschiedene Filzstifte haben, während der Pultnachbar nur über eine Zehnerpackung verfügt? «Natürlich sind manche ein wenig neidisch. Aber dass sie einander wegen des Materials auslachen, habe ich noch nie erlebt», sagt Marie-Joëlle Kämpfer, die in Cordast unterrichtet. Dies bestätigt auch Regula Zurlinden: «Dann beginnen sie halt zu tauschen: Farben, Filzstifte–und manchmal auch die Schultaschen.»

Rücken: «Das Gewicht spielt keine Rolle»

Z um Schulalltag gehört auch das Schleppen von Büchern. Beachte man einige Regeln, sei dies aber kein Problem für die jungen Rücken, sagt Kinderärztin Chantal Ruckstuhl. Gut sei ein Schulsack mit einem festen Rücken, zudem sollte das Gewicht gleichmässig verteilt sein. «Viel wichtiger ist jedoch, dass der Rucksack nicht zu tief hängt», so die Expertin. Seien die Träger zu lose, schlage der untere Teil des Rucksacks bei jedem Schritt auf den Bereich zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein. Dies könne zu Verschiebungen der Wirbelkörper und Zwischenwirbelkörper und bei manchen Kindern zu jahrelangen Problemen führen, sagt Chantal Ruckstuhl und betont: «Die Verantwortlichen sollten bedenken: Jeder Mensch bekommt in seinem Leben nur einen Rücken. Dazu muss man Sorge tragen.»

Befolge ein Kind aber die verschiedenen Vorsichtsmassnahmen, gelte: «Das Gewicht selbst spielt keine Rolle.» Müsse ein Kind einen sehr grossen Stapel Bücher mit nach Hause nehmen, könne es zwar vorkommen, dass es im Moment Rückenschmerzen verspüre. «Davon erholt es sich aber, sobald der Schulsack weg ist», so Chantal Ruckstuhl. Und auch ohne Schmerzen gilt: Schwimmen ist ideal, um den Rücken zu entlasten. «Im Wasser gibt es keine Schwerkraft, zudem werden die Muskulatur und die Bänder gelockert», sagt die Expertin. rb

Znüni: Kinder schauen von den Eltern ab

E igentlich ist es bekannt: Zum Znüni eignen sich am besten Früchte, Gemüse oder Vollkornprodukte. Was aber, wenn das Kind die gesunden Sachen immer wieder nach Hause bringt, statt sie zu essen? «In der Schule brauchen Kinder viel Energie. Es ist es wichtig, dass sie etwas essen», sagt Ernährungsberaterin Simone Reber. So dürfe es in der Pause durchaus mal ein Müesli-Riegel ohne Schokolade, Dörrobst oder ein Multivitaminsaft sein. «Bei Kindern, die sich viel bewegen, ist das kein Problem», so Reber. Grundsätzlich sei es aber wichtig, dass die Eltern den Kindern eine gesunde Ernährung vorlebten, «denn Kinder schauen viel ab». rb

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