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«Dann halte ich an und geniesse es»

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Autor: karin aebischer

«Ich absolviere Wettkämpfe, und deshalb ist das Grundlagentraining für mich sehr wichtig», sagt Nicolas Aeby. Er betreibt meist sechs Mal pro Woche Sport und geht nach Feierabend oft zum Joggen oder Biken in den Wald. «Es gibt nicht viel Schöneres, als die Natur so erleben zu können.» Dass er dabei ein grosser Störfaktor für die Wildtiere sein könnte, davon geht Nicolas Aeby nicht aus. «Ich gehe ja nicht mitten in der Nacht, sondern zwischen 18 und 20 Uhr in den Wald.»

Auch Rudolf Biedermann trainiert oft bei Dunkelheit draussen in der Natur. «Mit der Zeitumstellung kommt man ja nicht drum herum», sagt er. Er sei ein sehr naturnaher Mensch und wolle die Natur erleben. «Klar löst man eine gewisse Störung aus, wenn man den Wald betritt», erklärt er. Plaffeien sei jedoch ein sehr aktives Dorf, und die Tiere seien deshalb schon daran gewöhnt. «Zwischendurch entdecke ich ein Reh. Dann dämme ich das Licht, halte an, beobachte und geniesse den Moment.» Sportler würden die Natur nicht absichtlich stören wollen. «Deshalb hoffe ich, dass in dieser Sache beide Seiten respektiert werden», sagt Rudolf Biedermann.

Schneesportler im Visier

Genau um den gegenseitigen Respekt geht es in der nationalen Kampagne «Respektiere deine Grenzen» des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) und des Schweizer Alpen-Clubs SAC. Die Kampagne zielt jedoch eher auf die Schneesportlerinnen und Schneesportler, da Schneeschuhwandern und Skitourenfahren in den vergangenen Jahren einen Aufschwung erlebt haben. Das Projekt läuft auch im Kanton Freiburg – ist jedoch erst in der Anfangsphase. Mit Anne-Laure Müller ist eine Bafu-Mitarbeiterin zurzeit auf Mandatsbasis beim kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei tätig (siehe Kasten).

Vor allem im Voralpengebiet werde sehr oft auch nachts trainiert, sagt der Wildhüter Erich Peissard. Er denkt dabei vor allem an die Skitourenfahrer, die, sobald Schnee liegt, im Hinblick auf die Patrouille des Glaciers ins Gelände steigen. Da das Material immer besser werde, habe das nächtliche Training in den letzten Jahren stark zugenommen, erklärt Peissard. «Der Drang, in die Natur hinauszugehen, ist grösser geworden.»

Nahrungssuche erschwert

Für die Wildtiere kann dies negative Konsequenzen mit sich ziehen. «Wenn das nacht-aktive Wild gestört wird, kann es weniger gut Nahrung aufnehmen», erklärt der Wildhüter. Das Wild wird somit geschwächt, denn gerade während eines schneereichen Winters verbraucht das Tier viel mehr Energie. Er rät den Schneeschuhläufern deshalb, den offiziellen Trails zu folgen. «Und wer ein Wildtier sieht, sollte es grossräumig umgehen oder warten, bis das Tier einen bemerkt hat, und erst dann weitergehen.»

Schutzzonen im Gespräch

Auch Roman Eyholzer, Sektorchef für terrestrische Fauna und Jagd beim kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei, bestätigt, dass der eingeschränkte Lebensraum der Wildtiere durch Trainings in der Natur bis in den späten Abend das Amt je länger, je mehr beschäftige. Dies sei vor allem dann ein Problem, wenn Schnee liege. «Dann ist das Wild immobil, draussen ist es kalt und es ist wenig Nahrung vorhanden.» Im Rahmen der Kampagne «Respektiere deine Grenzen» ist der Kanton daran, sogenannte Wildruhezonen zu bestimmen. Wo sich diese befinden sollen und mit welchen Einschränkungen diese verbunden sind, kann Eyholzer noch nicht sagen. «Wir wären gerne weiter fortgeschritten, aber wir befinden uns noch ganz am Anfang.»

Wer im Winter abends im Wald Sport treibt, muss gut ausgerüstet sein.Bild Charles Ellena

Zur Kampagne:Kanton scheidet Ruhezonen aus

Anne-Laure Müller ist im Kanton Freiburg für die Anwendung der Kampagne «Respektiere deine Grenzen» zuständig. Diese konzentriert sich in erster Linie auf den Schneesport. «Weil im Winter eine Störung der Wildtiere am heikelsten ist», erklärt sie. Ziel sei es aufzuzeigen, was sportliche Aktivitäten in der Natur für Konsequenzen für Fauna und Flora haben können. «Wenn Natursporttreibende den Raum der Wildtiere respektieren, braucht es weniger Verbote und Einschränkungen und die Naturlandschaft bleibt offen für echte Naturerlebnisse.»

Rechtliches Instrument

Trotzdem ist in der Kampagne des Bafu und des SAC von sogenannten Wildruhezonen und Wildschutzgebieten die Rede, welche die Kantone in Zusammenarbeit mit dem Bafu ausscheiden. Wildruhezonen schützen Wildtiere vor übermässiger Störung durch die Freizeitaktivitäten des Menschen. Diese Zonen dürfen nicht oder nur auf ausgewiesenen Routen betreten werden. Die Wildruhezonen sollen ab dem Jahr 2012 als rechtliches Instrument zum Schutz der Wildtiere in der Jagdverordnung, die sich zurzeit in Revision befindet, verankert werden. «Wir befinden uns im Prozess der Ausscheidung von Wildruhezonen noch ganz am Anfang», sagt Anne-Laure Müller. Deshalb könne sie keine Angaben zu möglichen Zonen im Kanton Freiburg machen.ak

www.respektiere-deine-grenzen.ch

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