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Das Happy End ist Pflicht

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Man nehme einen Mann und eine Frau, die offensichtlich füreinander bestimmt sind, lege ihnen ein paar Hindernisse in den Weg und lasse sie am Ende unter Tränen und Küssen doch noch zusammenfinden: So einfach ist das Rezept einer romantischen Komödie, wie es beim Kinopublikum auf der ganzen Welt funktioniert. «Die romantische Komödie ist auf allen Kontinenten das populärste Filmgenre», sagt Jean-Philippe Bernard. Der Kinoexperte hat für das Internationale Filmfestival Freiburg die Sektion Genrekino kuratiert, die sich dieses Jahr eben jenen romantischen Komödien widmet. «Nach den Geisterfilmen 2017 und den Filmbiografien 2018 wollten wir dieses Jahr etwas Leichteres machen», erklärt Bernard. «Romantische Komödien behandeln universelle Themen wie Liebe und Menschlichkeit, die überall funktionieren und alle ansprechen – sogar jene, die das niemals zugeben würden.»

Wider das Fertig-Sandwich

Er selber habe da keine Berührungsängste, sagt der Kurator. «Ich mag jede Art von Kino und schaue auch gerne romantische Komödien.» Das Genre habe ein schlechtes Image, weil es seit den Achtzigerjahren, ausgehend von den USA, sehr industriell geworden sei, «mit zu viel Zucker, stereotypen Figuren und falschen Gefühlen». Solche Filme seien wie Fertig-Sandwiches im Vergleich zu frischem Essen: «Es ist manchmal durchaus in Ordnung, ein Sandwich von der Tankstelle zu essen, aber es gibt Besseres.»

Dieses Gute und Frische aus dem internationalen Angebot an romantischen Komödien herauszufiltern, das war die Aufgabe, der sich Jean-Philippe Bernard beim Zusammenstellen seiner Sektion stellen musste. An die sechzig Filme aus aller Welt hat er gesichtet und daraus schliesslich neun ausgewählt. «Ich suchte Filme mit Herz, Spontaneität und Humor, mit authentischen Figuren und Emotionen», erklärt er. Dabei wiesen alle ausgewählten Filme die klassischen Codes der romantischen Komödie auf, zum Beispiel das Happy End, das absolute Pflicht sei. Letztlich lasse er sich bei seiner Auswahl immer auch von seiner Intuition leiten. «Gerade bei romantischen Komödien ist das Gefühl entscheidend.»

Die Auswahl reicht von den USA bis nach Südkorea, von Honduras bis nach Kroatien und von 1938 bis in die Gegenwart. Sie beweist damit, dass das Genre der romantischen Komödie zu allen Zeiten und an allen Orten funktioniert. Mit «Bringing Up Baby» aus dem Jahr 1938 und «Breakfast at Tiffany’s» aus dem Jahr 1961 haben es zwei amerikanische Klassiker in die Auswahl geschafft. «Sie zeigen, woher die romantische Komödie kommt und wie sie sich entwickelt hat», sagt Jean-Philippe Bernard. «Bringing Up Baby» (auf Deutsch bekannt unter dem Titel «Leoparden küsst man nicht») ist eine klassische Screwball-Komödie, getragen von leicht skurrilen Figuren. Gut zwanzig Jahre später ebnete «Breakfast at Tiffany’s» den Weg zur modernen romantischen Komödie: Das Party­girl Holly Golightly, gespielt von Audrey Hepburn, ist eine moderne und alles andere als unschuldige Frauenfigur.

Starke Frauen

Das zeitgenössische Gegenstück von Holly Golightly findet sich in den weiteren Filmen der Sektion: «Überall kommen starke und eigenständige Frauen vor, die neugierig machen», sagt Kurator Bernard. Hat er seine Auswahl etwa mit einem allzu männlichen Blick getroffen? Natürlich könne er nicht aus seiner Männer-Haut, sagt er und lacht. Doch letztlich interessiere ihn an männlichen und weiblichen Filmfiguren das Gleiche: «Sie müssen interessant, liebenswert und authentisch sein, sodass man Lust hat, sie näher kennenzulernen.» Das sei überhaupt das Schöne an Filmen, wie sie am Filmfestival Freiburg zu sehen seien: «Sie zeigen echte Menschen, wie man sie im echten Leben treffen könnte.»

Die Top Drei des Kurators

Und wenn Jean-Philippe Bernard aus den neun Filmen der Sektion seine drei Lieblinge wählen müsste? Schwierig, sagt er, legt sich dann aber doch fest: Der romantisch­ste Film bleibe der Klassiker: «Break­fast at Tiffany’s» in einer restaurierten Version auf der grossen Leinwand, das sei unschlagbar. Der lustigste Film sei für ihn «Peace After Marriage», der kühn mit allen Formen breche. Und am meisten überrascht habe ihn der kroatische Film «Aleksi», der auf erfrischende Weise Klassisches und Originelles mische.

Programm

Noch zwei Tage voller Herzklopfen

Neun romantische Komödien hat Kurator Jean-Philippe Bernard für die Sektion Genrekino des diesjährigen Filmfestivals ausgewählt. Die folgenden sieben sind in den letzten beiden Festivaltagen noch zu sehen:

«Breakfast at Tiffany’s»: Die Mutter der modernen romantischen Komödie mit der unvergleichlichen Audrey Hepburn in der Rolle der Holly Golightly, 1962 mit zwei Oscars ausgezeichnet. Fr., 22.3., 14.15 Uhr.

«Peace After Marriage»: Ein New Yorker palästinensischer Abstammung lässt sich auf eine Scheinehe mit einer Israelin ein – ein Film, der alle Klischees auf den Kopf stellt. Fr., 22.3., 20.15 Uhr.

«Aleksi»: Erfrischender Erstling der kroatischen Regisseurin Barbara Vekarić um eine junge Frau auf der Suche nach ihrer Bestimmung – und nach dem richtigen Mann. Sa., 23.3., 12 Uhr.

«A Place in the Carribean»: Ein Schriftsteller arbeitet auf einer Insel vor der Küste Honduras an einem Roman, bis das Schicksal für eine unerwartete Begegnung sorgt. Sa., 23.3., 14.45 Uhr.

«Bringing Up Baby»: Der zweite Klassiker in der Selektion, aus dem Jahr 1938, mit dem Glamour-Paar Katharine Hepburn und Cary Grant. Sa., 23.3., 15 Uhr.

«A Dysfunctional Cat»: Die deutsch-iranische Regisseurin Susan Gordanshekan präsentiert mit ihrem ersten Spielfilm eine Art «antiromantische Komödie» über eine arrangierte Ehe. Sa., 23.3., 17.30 Uhr.

«My Love, My Bride»: Der Film um eine nur scheinbar perfekte Liebe war in Südkorea ein Kassenschlager. Am Festival ist das Remake von 2014 des gleichnamigen Films von 1990 zu sehen (Bild). Sa., 23.3., 17.45 Uhr.

cs

 

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