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Demonstration für gleichen Lohn

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Einige pinke Fahnen mit weisser Frauensilhouette hängen aus den Fenstern und an den Balkonen der Schwesternzimmer am Freiburger Kantonsspital. Alles ist ruhig. Doch pünktlich um 14.06 Uhr ertönen Trillerpfeifen: Einige Pflegefachfrauen stehen auf den Balkonen und an den Fenstern und pfeifen auf den Platz vor dem Haupteingang hinunter. Einige Passantinnen und Passanten schauen mit fragenden Augen nach oben; eine ganz in violett gekleidete, gut fünfzigjährige Frau hebt lächelnd die geballte Faust in den Himmel. Sie weiss: Die pfeifenden Frauen fordern am Tag des Frauenstreiks (siehe auch FN von gestern) gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Baulärm statt Trillerpfeifen

Szenenwechsel: In der Murtner Hauptgasse ist um 14.06 Uhr von streikenden Frauen weder etwas zu sehen noch zu hören. Vielmehr sind es die Bauarbeiter an der oberen Hauptgasse, die mit ihren Maschinen für Lärm sorgen. Explizit zu einem Pfeifkonzert aufgerufen hat die SP See denn auch nicht. «Es sind Wahlen, wir haben alle wahnsinnig viel zu tun», sagt Bezirkspräsidentin Bernadette Haenni. Stillschweigend habe sie um 14.06 Uhr dem Frauenstreiktag gedacht; sie werde am Abend den Film «We want Sex», bei dem es um die Lohngleichheit geht, im Freiburger Kino Rex anschauen.

Zur gleichen Zeit war auf dem Python-Platz in Freiburg ein ohrenbetäubendes Pfeifen zu hören. «Gleichstellung jetzt», rief Gewerkschaftssekretärin Wyna Giller auf der kleinen Bühne ins Mikrofon. 200 bis 250 Frauen jeden Alters – aber auch Männer – antworteten auf ihre Forderung nach Lohngleichheit und Betreuungsplätzen für Kinder (siehe auch Kasten) mit einem lauten Pfeifkonzert. In lila Strümpfen, T-Shirts und Schuhen, mit pinken Handtaschen oder violetten Kopftüchern riefen die Frauen den Streiktag von 1991 auch farblich in Erinnerung.

Violette Demonstration

Der Python-Platz war den ganzen Nachmittag über in Frauenhand. An Ständen und mit Animationen machten sie auf ihre Anliegen aufmerksam; viel Publikum war aber nicht da. Gegen 18 Uhr dann füllte sich der Platz langsam: Violett gekleidete Frauen – und einige wenige Männer – machten sich auf mit dem Demonstrationszug zum Bahnhof, durch die Zeughausstrasse und via Perollesstrasse wieder hin zum Python-Platz. «Wir wollen Gleichstellung!», riefen die Demonstrierenden. In der engen Romontgasse hallten die schrillen Pfiffe aus den pinken Trillerpfeifen ohrenbetäubend wieder. «Habt Ihr Ohrenweh?» rief die Demonstrationsführerin ins Mikrofon. «Wir haben auch Ohrenweh – weil wir immer wieder Gleichstellung hören, ohne sie zu erleben.»

«Wir warten nicht»

Im Demonstrationszug waren kaum Politikerinnen und Politiker dabei. Nur gerade die SP war vertreten. So marschierte Solange Berset, Ex-Syndique von Belfaux, mit. Und ihr Parteikollege Xavier Ganioz – Gewerkschafter und Kandidat für den Freiburger Staatsrat – war ebenfalls dabei. «Wir haben keine Politikerinnen zu Reden eingeladen, da wir ihnen keine Wahlplattform bieten wollten», sagte Gewerkschafterin Giller den FN. «Wir sind aber enttäuscht, dass sie nicht am Umzug teilnehmen.» Die Demonstrantinnen – laut Freiburger Kantonspolizei waren es rund 600, die Organisatoren sprachen von 700 – zogen derweil weiter und riefen: «Wir warten nicht auf die Gleichstellung, wir fordern sie ein.»ak/njb/hs

Ballons, Fahnen und Trillerpfeifen gingen auf dem Georges-Python-Platz in Freiburg gestern weg wie warme Weggli.Bild Alain Wicht

Forderungen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Seit 1981 ist der Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung verankert, und 1996 trat das Bundesgesetz zur Gleichstellung in Kraft. Trotzdem verdienen auch heute noch Frauen oftmals weniger als Männer. Gemäss den neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik betragen die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zwanzig Prozent im privaten Sektor und zehn Prozent in der Bundesverwaltung. Am gestrigen Jubiläum des Frauenstreiktags protestierten Frauen mit symbolischen Aktionen gegen die Lohnungleichheit.

Sie forderten aber auch mehr Plätze in Kindertagesstätten und mehr Teilzeitstellen – auch für Männer –, damit Berufs- und Familienleben besser unter einen Hut gebracht werden können, sowie einen Elternurlaub. Die Frauen forderten zudem eine bessere Verteilung der nicht bezahlten Arbeit unter den Geschlechtern – also unter anderem der Haus- und der Erziehungsarbeit. njb

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