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«Den gleichen Weg wie viele Migranten»

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Autor: Carolin Foehr

Eigentlich heisst sie Urszula. «Aber alle kennen mich als ‹Ula›», sagt die 37-Jährige bestimmt. Deshalb hat sie, kaum war sie im Mai als Integrationsdelegierte bei der Stadt Freiburg angestellt, ihre E-Mail-Adresse und Visitenkarten ändern lassen. Ula Stotzer ist die erste Integrationsbeauftragte einer Freiburger Gemeinde. Sie habe den Job nicht mit fixfertigen Ideen begonnen, sagt sie gegenüber den FN. «Wichtig ist mir, dass sich alle Bewohner besser verstehen – trotz der Unterschiede.»

Frau Stotzer, halten Sie Freiburg für eine offene Stadt?

Ja, das Gefühl habe ich schon. Wenn man sieht, was hier für die Integration getan wird, vermittelt das eine Offenheit gegenüber dem Anderen, dem Fremden. Natürlich höre ich auch andere Meinungen. Zum Beispiel, wenn jemand Schwierigkeiten hat, einen Job oder eine Wohnung zu finden, weil er einen ausländisch klingenden Namen hat. Aber ich denke nicht, dass das für die gesamte Bevölkerung gilt.

Sie haben als geborene Polin selbst einen Migrationshintergrund. Wie haben Sie die Integration erlebt?

Für mich war der Weg einfacher, weil man mir meine Herkunft nicht ansieht. Ich war neun, als wir nach Freiburg gekommen sind, und konnte kein Wort Französisch. Klar gab es am Anfang Hänseleien und auch die eine oder andere rassistische Bemerkung – Kinder können recht grausam untereinander sein. Aber ich habe die Sprache schnell gelernt und wollte mich integrieren. Das hat vieles vereinfacht.

Diese Erfahrungen helfen Ihnen sicher in Ihrem Job?

Ja natürlich. Ich weiss genau, wie es sich anfühlt, wenn man in eine Stadt kommt und kein einziges Wort versteht. Wenn man die Regeln nicht kennt und das Schulsystem nicht versteht. Ich bin den gleichen Weg gegangen wie viele Migranten hier in Freiburg und kenne ihre Ängste und Fragen. Eines meiner Hauptziele ist es deshalb, die Informationen für Migranten und generell Neuzuzügler zu aktualisieren.

Welche Ziele möchten Sie noch erreichen?

Ich möchte die Integration aller Bevölkerungsgruppen fördern, nicht nur die der Migranten. Damit meine ich, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die Freiburger dazu animieren, selber Projekte zu verwirklichen. Über konkrete Massnahmen kann ich bislang noch nichts sagen, dafür ist es zu früh. Zuerst möchte ich alle Vereine und Akteure treffen, die in diesem Bereich tätig sind. Und davon hat Freiburg eine ganze Reihe.

Wozu braucht es da eigentlich eine eigene Integrationsbeauftragte?

Ich denke, dass dadurch eine Gesamtsicht entsteht, die es bislang nicht gibt. Ich werde die Ansprechperson für die verschiedenen Organisationen sein, wenn sie konkrete Projekte umsetzen wollen und sich dafür an die Stadt wenden. Letztendlich geht es darum, eine kommunale Integrationspolitik auf die Beine zu stellen.

Machen Sie da nicht dem kantonalen Integrationsdelegierten Konkurrenz?

Nein, im Gegenteil. Bernard Tétard ist froh, dass sich nun jemand um die Stadt Freiburg kümmert. Er koordiniert ja die Integrationspolitik im gesamten Kanton. Wir haben uns bereits getroffen und werden sicher zusammenarbeiten.

Sie will Ansprechperson sein, keine politischen Entscheide fällen: Ula Stotzer.Bild Aldo Ellena

Zur Person

Integration bereits in der Broye gefördert

Ula Stotzer war neun, als sie aus Polen nach Freiburg zog. Sie hat Ethnologie studiert und später beim Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien gearbeitet. Während dreier Jahre war sie beim Bundesamt für Migration tätig, bevor sie 2009 die Leitung des Integrationsprojekts «Des Ponts sur la Broye» übernahm. Seit dem 1. Mai arbeitet die dreifache Mutter zu 50 Prozent für die Stadt Freiburg. Sie lebt mit ihrer Familie in Villars-sur-Glâne. cf

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