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«Den Schritt habe ich nie bereut»

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Eigentlich hatte Cyprian Eggenschwiler einen ganz anderen beruflichen Weg eingeschlagen: Nach der Matura studierte er Jus und legte anschliessend eine Glanzkarriere in der Privatwirtschaft hin, wie er erzählt. «Mit 30 war ich bereits Generaldirektor einer gros­sen Firma», erinnert sich der heutige Direktor der Stiftung des Seebezirks für erwachsene Behinderte (SSEB). «Mit 35 sagte ich mir: Ich will nicht nur für den Shareholder-Value arbeiten.»

Damals sei er in der Direktion einer US-Firma gewesen. Jeder habe für sich geschaut in den «hohen Kreisen». «In der Höhe war die Aussicht nicht immer erbaulich», sinniert der 63-jährige gebürtige Berner. «Ich wollte in den sozialen Bereich wechseln.» Alle hätten ihn damals schräg angeschaut. «Mein Lohn war vorher viermal so hoch.» Seit 25 Jahren amtet Eggenschwiler nun als Direktor der SSEB. «Den Schritt habe ich nie bereut.»

Faible für Soziales

«Ich hatte schon immer ein Faible für das Soziale», sagt er. Schon als Student sei es für ihn ein Traum gewesen, für das Rote Kreuz zu arbeiten. «Leider wurde meine Bewerbung damals nicht berücksichtigt.» Dafür konnte er sich auf andere Weise für das Soziale starkmachen. «Bereits in der Privatwirtschaft habe ich mich dafür eingesetzt, dass ehemalige Gefängnisinsassen eine Chance zur Reintegra­tion bekommen.» Auch sei er in den 1980er-Jahren für die Integration AIDS-Kranker eingetreten. «Zu Zeiten, als diese Krankheit noch ein grosses ­Tabu war.»

Als er vor 25 Jahren Direktor der SSEB in Muntelier wurde, konnte Eggenschwiler seine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse einsetzen. «Soziale Einrichtungen waren damals oft viel kleiner und hatten noch keine Manager.» Rund acht Betreute hätten 1994 in der SSEB gewohnt. Ab dem Jahr 2001 sei die Stiftung stark gewachsen. Damals entstand der Neubau.

Einsatz für Autonomie

«Heute haben wir hier 80 Arbeits- und 40 Wohnplätze, vor 20 Jahren waren es noch die Hälfte.» Eggenschwiler setzt jedoch vor allem auf Selbstständigkeit. «50 Prozent der Beschäftigten leben in eigenen Wohnungen.» Eggenschwiler setzt sich für die Autonomie und die Emanzipation behinderter Menschen ein. «Oft werden Behinderte verniedlicht, und als erwachsene Menschen geduzt. Sie sollen aber genau gleich behandelt werden, wie alle anderen auch, sie haben die gleichen Rechte.» Die Arbeit spiele in ihrem Leben eine grosse Rolle. «Sie gibt ihnen Struktur und wirkt sich positiv auf ihr Selbstwertgefühl aus.» Durch den Arbeitsalltag entstünden Freundschaften, ja sogar Partnerschaften. «Ihr Leben unterscheidet sich nicht von dem Nicht-Behinderter.»

Die SSEB sei heute ein so­ziales Unternehmen, erklärt Eggenschwiler und lädt auf einen Rundgang ein. Stolz stellt er die verschiedenen Abteilungen vor: In der mechanischen Werkstätte etwa werden gerade für eine Firma aus Esta­vayer Tür-Scharniere zusammengesetzt. «Sie bringen die Einzelteile am Morgen und holen die fertigen Scharniere am Abend wieder ab.» Sich eine Kundenkartei mit Grosskunden aufzubauen, dahinter stecke viel Arbeit. «Unsere grösste Konkurrenz sind Betriebe in Billiglohnländern.»

Kontakt zur Aussenwelt

Herzstück der Stiftung ist das Restaurant Le Jardin. 200 Mahlzeiten werden hier pro Tag zubereitet. Ebenfalls bietet das Restaurant einen Mahlzeitendienst an. «Der Kontakt zur Aussenwelt ist uns sehr wichtig.» Die Beschäftigten werden nach ihren Fähigkeiten eingesetzt. «Wir möchten ihre Stärken fördern.» Auf Wunsch kann der Arbeitsplatz gewechselt werden. Weitere Abteilungen etwa sind der Bügelservice und die Autopflege samt Pneu-Service. «Einige der in der SSEB Beschäftigten fahren sogar Auto ­– sogar besser als mancher andere.»

Seiner Zeit in der Privatwirtschaft trauert Eggenschwiler nicht nach. «Ich würde jederzeit wieder die gleiche Entscheidung treffen.»

«Mit 35 sagte ich mir: Ich will nicht nur für den Shareholder-Value arbeiten.»

Zahlen und Fakten

Vor 29 Jahren in Muntelier gegründet

Die Stiftung des Seebezirks für erwachsene Behinderte (SSEB) betreut Personen im Alter zwischen 18 und 65  Jahren mit einer geistigen oder einer körperlichen Behinderung oder einer cerebralen Lähmung. Gegründet wurde die Stiftung 1990. Gemäss ihrem Leitbild will sie für die ihr anvertrauten Mitmenschen ein Umfeld schaffen, in dem diese im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten leben, arbeiten und sich entwickeln können. Die Stiftung betreibt eine geschützte Werkstätte für 80  Personen, ihre geschützte Wohnform in Murten, das Wohnhaus Holzgasse in Kerzers sowie die Wohnschule in Freiburg. Die Stiftung wird vom Kanton finanziert, muss aber auch Eigenmittel erwirtschaften.

ea

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