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Der Bedarf an Betreuung ist ermittelt

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Die neue kantonale Politik im Umgang mit Erwachsenen mit Behinderungen oder Suchterkrankungen stellt einen Paradigmenwechsel dar. «Es sind nicht mehr die Institutionen, sondern die Personen, die im Zentrum unserer Überlegung stehen», sagte Staatsrätin Anne-Claude Demierre (SP) gestern an einer Medienkonferenz. Auf diesem Grundsatz basiert die Planung 2016–2020 des kantonalen Angebots, das gestern vorgestellt wurde. Gemäss Demierre hat der Staatsrat diese Planung zur Kenntnis nehmen können und wird sich bis Ende Monat auch darüber äussern.

Für diese Planung liess die Gesundheits- und Sozialdirektion das institutionelle Angebot im Kanton abklären und die Bedürfnisse ermitteln. Auf dieser Grundlage ist der Kanton jetzt in der Lage, zu sagen, wie das heutige Angebot in den nächsten Jahren angepasst werden soll.

200 neue Plätze in fünf Jahren

Gemäss der Planung standen Ende 2015 erwachsenen Behinderten 1938 Plätze zur Beherbergung und Beschäftigung zur Verfügung (siehe Kasten). Bis Ende 2020 wird es insgesamt 2130 Plätze brauchen. Von den fehlenden 192 Plätzen wurde 47 bereits für die Jahre 2016 und 2017 gewährt; die restlichen 145 Plätze sollen bis 2020 geschaffen werden. Rund 20 Prozent der zu schaffenden Plätze sind für den deutschsprachigen Kantonsteil vorgesehen. Dazu soll das ambulante Angebot um rund 20 Prozent erweitert werden.

Die Nettokosten für diese noch fehlenden 145 Plätze werden auf jährlich 7,5 Millionen Franken geschätzt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Personalkosten: Die zu schaffenden Plätze verlangen nach 68 Vollzeitstellen. Gemäss Demierre sollen diese fast ausschliesslich bei bestehenden Institutionen geschaffen werden.

Plätze für den Krisenfall

Bei den Suchterkrankungen blieb das Angebot über die letzten Jahre mit total 72 Plätzen unverändert. Aus der Analyse geht hervor, dass einige Leistungen weiterentwickelt und angepasst werden müssen. So sollen insbesondere die Bedürfnisse Minderjähriger (zwei bis vier Plätze) oder älterer Personen mit Mehrfacherkrankungen verbessert werden. Auch herrscht ein Bedarf nach zwei stationären Plätze zur vorübergehenden Krisenbewältigung. Dieses Angebot dreht sich in erster Linie um die drei Institutionen des Freiburger Netzwerks für Suchtkranke: der Verein Le Radeau sowie die Stiftungen Le Torry und Le Tremplin.

Diese Planung geht nicht vom Kanton alleine aus. So war auch der Freiburger Verband der spezialisierten Institutionen an der gestrigen Präsentation anwesend. Dieser vertritt 46 Institutionen, und gemäss Präsidentin Ursula Schneider Schüttel hat der Verband seit mehreren Jahren einen Mangel an Betreuungsplätzen ausgemacht. «Der Bedarf ist anerkannt», sagte sie.

Vor allem aber hat der Verband eine Studie über die Entwicklung des Leistungsbedarfs im Bereich erwachsene Behinderte und Suchtkranke in Auftrag gegeben. «Wir wollten mit der Studie Argumente liefern, weshalb gewisse Angebote notwendig sind», so Schneider.

Studie durch Fachhochschule

Die Studie wurde von der Hochschule für Soziale Arbeit verfasst und umfasst rund 160 Seiten. Gemäss Marie-Claire Rey-Baeriswyl, Professorin der Fachhochschule, nimmt die Studie sowohl eine quantitative als auch eine qualitative Analyse vor. Dabei steht gemäss der Professorin ein neues Paradigma mit den Eckpunkten soziale Teilhabe, Selbstbestimmung und persönlicher Werdegang im Zentrum.

Olivier Spang, Generalsekretär des Verbands der Institutionen, drückte es so aus: «Es ist das Ende der Verkindlichung der betroffenen Personen.»

Eine Folge dieser Neuorientierung ist, dass ambulante Leistungen vermehrt auch bei der Person zu Hause oder am Arbeitsplatz angeboten werden sollen.

Zahlen und Fakten

Meist eine geistige Behinderung

Bei einer Erhebung per Ende 2015 wurden im Kanton Freiburg 1938 Plätze für erwachsene Behinderte gezählt. 796 Plätze dienten dem Wohnen und 1142 der Beschäftigung. Diese Plätze deckten in 1091 Fällen eine geistige Behinderung ab, in 256 Fällen eine körperliche und in 591 Fällen eine psychische Behinderung. Zwischen 2016 und 2020 sollen diese Plätze um 192 auf 2130 aufgestockt werden. 47 dieser Plätze sind bereits gewährt. Rund 76 Prozent der vorhandenen Plätze sind von Personen französischer und 23 Prozent deutscher Sprache belegt. 116 Freiburgerinnen und Freiburger sind ausserhalb des Kantons untergebracht; die Mehrheit davon sind Deutschfreiburger. Der Kanton will weiter das ambulante Angebot von 330 auf 400 Stunden ausweiten.

uh

 

 

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