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Der Computer – ein Kinderspiel?

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Der Computer – ein Kinderspiel?

Im Längmatt-Kindergarten in Murten lernen und spielen Kinder auch mit dem Computer

Am Anfang war die Skepsis. Doch als die Murtner Kindergärtnerin Monika Schwab-Gatschet vor drei Jahren an einem Fortbildungskurs erstmals mit der Thematik «Computer im Kindergarten» konfrontiert wurde, begann sie sich damit intensiver auseinander zu setzen. Jetzt ist daraus eine Diplomarbeit im Rahmen ihrer Weiterbildung geworden.

Von URS HAENNI

Der Morgen im Kindergarten Längmatt in Murten beginnt wie immer im Kreislein. Ein Kind fehlt. Monika Schwab-Gatschet erklärt, dass es «Spitzenblattern» hat, und wer sich wann daran anstecken kann. Mit dem Lied «Aramsamsam, guli, guli» bringt sie Leben in die Runde.

Dann dürfen die Kinder auswählen: Bäbi-Ecke, Verkaufsstand, Bau-Ecke, Zeichnen, Basteln, Bücher-Ecke und … Computer.

Vor zwei Jahren hatte die Kindergärtnerin den Computer in die Kindergartenwelt intergriert. Eine Welt, die an Idylle kaum zu überbieten ist. Vom Haus im Villenstil aus hat man eine einmalige Aussicht auf den Murtensee, im grünen Garten tragen die Sträucher Himbeeren, und neben dem Baumhaus wächst in einem Gartenbeet Minze für den Znünitee.

Doch für Monika Schwab-Gatschet steht der Computer keineswegs im Gegensatz zu der Idylle, in der sie täglich 18 bis 20 Kinder empfängt: «Der Computer ist ein Freispielangebot wie jedes andere auch.»

Aufklärung beseitigt Skepsis

Dass die Kindergärtnerin bei der Einführung des Computers bei Eltern auf eine gewisse Skepsis stiess, war für sie klar. «Ist denn der Computer wirklich schon im Kindergarten nötig?», fragten Eltern. Andere hingegen waren der Meinung, dass man sich nie früh genug mit diesem Medium auseinander setzen könnte. Wiederum andere Eltern wussten eigentlich noch gar nichts über die Lernspiele auf dem Computer und waren neugierig.

«Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es wichtig ist, die Eltern frühzeitig zu informieren», sagt Monika Schwab-Gatschet, die folglich den Computer schon am ersten Elternabend eines Schuljahres zum Thema macht. Befürchtungen und Fragen würden dabei diskutiert.

Ähnliche Reaktionen wie bei den Eltern hat die Murtnerin auch von anderen Kindergärtnerinnen erfahren. Zusammen mit ihrer Kollegin Bernadette
Aebischer wirkt sie seit drei Jahren in einer kantonalen «Arbeitsgruppe Informatik» für die Stufen Kindergarten bis sechstes Schuljahr mit. Letzten Herbst leiteten die beiden Frauen einen Fortbildungskurs zum Thema «Computerecke im Kindergarten». Fragen über die Strahlenbelastung oder das soziale Verhalten tauchten auf.

Eigene Erfahrungen als Basis
für Diplomarbeit

Eine Antwort auf all diese Fragen gibt die Diplomarbeit «Computer im Kindergarten», die Monika Schwab-Gatschet im Rahmen einer Weiterbildung am Didaktischen Institut der Nordwestschweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz in Solothurn geschrieben hat. Die Arbeit ist letzte Woche anerkannt worden.

Ein wichtiger Teil der Arbeit beruht auf den Erfahrungen der Autorin in ihrem eigenen Kindergarten. «Nachdem ich den Computer im Kindergarten eingeführt hatte, stellte ich fest, dass es nur für mich ein seltsames Bild war und nicht für die Kinder. Für sie scheint es ganz selbstverständlich, dass dieses Medium von nun an im Kindergarten seinen Platz hat, so wie alle anderen Freispielaktivitäten auch», blickt sie zurück.

«Die Kinder werden in eine Welt hinein geboren, in der Vieles auf sie wartet. Die Welt, die sie sehen, ist einerseits natürlich gewachsen, andererseits von Menschen geschaffen und entwickelt. Das Kleinkind kennt jedoch noch keinen Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Dingen.»

«Dass viele Kinder in diesem Alter bereits am Computer spielen, ist Realität», schreibt sie in ihrer Arbeit. Den Computer starten, ins Programm einsteigen und den Computer dann wieder abstellen – all dies machen die Fünf- bis Siebenjährigen selbständig.

«Natürlich sind nicht alle Kinder von zu Hause aus gleich vertraut mit dem Computer», sagt Monika Schwab-Gatschet. «Aber manchmal machen die Kinder selbst mir etwas vor. Beispielsweise hat mir ein Kind einmal gezeigt, wie man statt mit der Maus den Computer per Tastendruck schneller abstellen kann.»

Regeln aufgestellt

Neben dem Computer liegt ein Küchenwecker auf dem Pult. Nach zwanzig Minuten läutet dieser, und dann dürfen die Kinder das Spiel beenden oder können auch gleich direkt abbrechen. Im Längmatt-Kindergarten gibt es beim Computer-Spielen klare Regeln.

Regeln sind für Monika Schwab-Gatschet wichtig; so lernen die Kinder mit dem Computer verantwortungsbewusst umzugehen. Die Zeitlimite soll einerseits Bewegungsarmut oder Überforderung vermeiden und möglichst vielen Kindern die Gelegenheit zum Computerspielen geben.

Die Kinder setzen sich auch immer zu zweit an den Computer. So finde eine Kommunikation zwischen den Kindern statt, sie lernen sich gegenseitig Hilfe anbieten sowie die Interessen und Meinungen des Partners zu berücksichtigen.

Kein Ersatz für
herkömmliche Lernformen

Für Monika Schwab-Gatschet ist der Computer eine Ergänzung zum üblichen Angebot im Kindergarten. Bei entsprechender Auswahl der Software kann der Computer bei der Behandlung eines bestimmten Themas beigezogen werden.

Wenn beispielsweise die Lehrperson die Kinder in die Tierwelt einführen will, dann eignet sich ein Programm wie «Oscar, der Ballonfahrer, und die Geheimnisse des Waldes» gut: Verschiedene Tiere erzählen beim Anklicken, wo sie wohnen, wie sie leben, welche besonderen Fähigkeiten sie haben und was sie essen.

Das Auseinandersetzen mit der Software ist für die Kindergärtnerin Grundvoraussetzung für einen Einsatz des Computers. In ihrer Diplomarbeit hat sie eine Checkliste zur Auswahl geeigneter Software angefügt. Mit dieser Checkliste sollen Berufskolleginnen zur Einführung des Computers ermutigt werden.

Sie weiss von sechs Freiburger Kindergärten, in denen ein Computer steht. In Deutschfreiburg sind dies neben Murten noch Plaffeien, Überstorf und Jaun. Doch wenn auch mehr Kindergärten diesem Beispiel folgen sollten, ist für Monika Schwab-Gatschet klar: «Ich erachte die Computeranwendung im Kindergarten ausschliesslich als Ergänzung der bereits angebotenen Lehr- und Lernformen.»

Computer, nur etwas
für Knaben?

In einem Kapitel ihrer Diplomarbeit beschreibt Monika Schwab-Gatschet die Unterschiede, die sie zwischen Knaben und Mädchen bemerkt hat.

Generell zeigten sowohl Knaben als auch Mädchen grosses Interesse am Computer, wobei es Kinder gebe, die nicht oder nur selten mit dem Computer spielen wollten, schreibt sie. «Aufgefallen ist mir, dass viel mehr Knaben zu Hause Zugang zum Computer haben als Mädchen. Einige wenige Knaben haben bereits in diesem Alter einen Computer in ihrem Zimmer und können so beliebig lange spielen.»

Gründe für die unterschiedliche Bedeutung des Computers bei Knaben und Mädchen sieht sie in der geschlechtsspezifischen Sozialisation, also auch bei den Vorstellungen der Eltern, wie Mädchen und Knaben sein sollten.

Der Computer im Unterricht könne dem etwas entgegenwirken. Bei der Auswahl der Software sei deshalb darauf zu achten, dass beide Geschlechter gleichermassen angesprochen werden. uh

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