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Der Fluch mit der Sprache Molières

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Autor: Von URS HAENNI

Einem Einwohner der Gemeinde Merlach ist es plötzlich zu bunt geworden. Da sollte ihm ein Zügelwagen Möbel an seine Adresse an der Spitalstrasse liefern. Doch der Zügelmann fährt unverrichteter Dinge wieder zurück, weil ihm eine Auskunftsperson sagt, Merlach gebe es nicht, sondern nur Meyriez.

Die Krankenkasse, bei welcher der Bürger seit 60 Jahren ist, schreibt ihm plötzlich als Adresse Meyriez und schickt ihm nun die Post aus Lausanne auf Französisch. Im Twixtel und anderen elektronischen Systemen könne Merlach ebenfalls nicht gefunden werden, sagte der Bürger an der Gemeindeversammlung.
Als Fazit meinte der Bürger: «Wir haben ein Adressen-Gstürm», und dies nur, weil Merlach mit seinen 90 Prozent Deutschsprachigen offiziell immer noch als französischsprachige Gemeinde gilt.
Ammann Walter Zürcher versprach zwar: «Wir wollen zweisprachig werden.» Aber er fügte sogleich hinzu, dass dies erst möglich sei, wenn die neue Verfassung auch wirklich in Kraft tritt. Grossrat Werner Zürcher meinte darauf, dass dies wohl noch mindestens vier Jahre gehe.
Doch die immer akuter werdenden Probleme mit dem französischsprachigen Status im Merlacher Alltag rüttelten an der Gemeindeversammlung vom Montag offenbar auf. Ammann Walter Zürcher sagte, der Gemeinderat werde sich des Problems annehmen und versuchen, eine zweisprachige Strassenbeschriftung analog zu Gurwolf voranzutreiben.

Mit Landverkäufen die
OS-Verschuldung wettmachen

Wenn derartige Voten die Bürger bewegen, dann ist dies meist auch ein Indiz, dass weit schwerwiegendere Themen als Probleme offenbar in den Hintergrund gerückt sind. So sieht es tatsächlich aus, als ob Merlach 2005 aus dem finanziellen Wellental wieder herausfindet. Für das kommende Jahr budgetiert die Gemeinde in der Laufenden Rechnung fünf Prozent mehr Einnahmen und bloss 3,2 Prozent mehr Ausgaben. Dies bedeutet zwar immer noch einen Ausgabenüberschuss von 75000 Franken, der aber um ein Vielfaches wettgemacht wird, wenn sich die Erwartungen bezüglich Landverkauf im «Merlachfeld» erfüllen. Die Gemeinde rechnet da mit Einnahmen im nächsten Jahr von 1,4 Millionen Franken, womit die Verschuldung aus dem Bau der OS Prehl wettgemacht werden könnte. Merlach würde dann immer noch über Landreserven im doppelten Umfang dessen verfügen.

Gemäss Gesetz muss Merlach auch die Abwassergebühren erhöhen, welche die Unkosten zuletzt nur um zwei Drittel deckten. Vorerst gibt es 2005 eine Erhöhung um 25 Prozent.
Die Gemeindeversammlung genehmigte schliesslich auch die neuen Statuten des Spitals des Seebezirks. Der Gemeinderat ist gar der Auffassung, dass der neue Leistungsauftrag eine Verbesserung gegenüber der bisherigen Situation bedeutet.

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