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Der Kanton löst sein Versprechen mit dem Film «La Forteresse» ein

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Autor: RegulA Saner

«Wir haben uns gefragt, was wir machen, wenn nur zehn Leute kommen. Wenn ich die vielen Anwesenden hier im Saal sehe, wird mir richtig warm ums Herz», drückte Staatsrätin Anne-Claude Demierre ihre Freude darüber aus, dass der Einladung zur Filmvorführung «La Forteresse» so viele Menschen aus dem Vully gefolgt sind. Denn schliesslich sei der Empfang für die Asylbewerber im neuen Asylbewerberheim in Sugiez zunächst kalt gewesen, erinnerte Demierre an die ersten abwehrenden Reaktionen aus dem Seebezirk. «Heute aber geben Sie mir die Gewissheit, dass der Wille zu einer offenen und toleranten Schweiz vorhanden ist.»

Der Syndic bedankt sich

Der mehrfach preisgekrönte Film von Fernand Melgar über das Asylempfangszentrum im waadtländischen Vallorbe (siehe Kasten) wurde am Mittwochabend in Môtier in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt. Mit der Filmvorführung löste die Freiburger Regierung ihr Versprechen ein, den Unterwistenlachern nicht nur ein Asylzentrum aufzuzwingen, sondern auch etwas gegen die Ängste in der Bevölkerung zu tun. Und das schien ihr gelungen zu sein. Rund 100 Personen sahen sich den Film an. «Dieser Film erfüllt unsere Bedingungen voll und ganz», bedankte sich der Syndic von Sugiez bei Staatsrätin Anne-Claude Demierre.

Die Reaktionen im Publikum fielen ebenfalls positiv aus. So meinte der Konfirmand Luca Schild: «Der Film war interessant und lehrreich. Ich weiss nun, wie so ein Asylverfahren abläuft.» Die 20-jährige Fanny Singer zeigte sich sehr berührt: «Der Film ermöglicht der Bevölkerung eine Annäherung. Und die vielen Anwesenden beweisen, dass sich die Bevölkerung mit der Situation auseinandersetzen will.»

Ängste haben sich gelegt

Und wo waren die Gegner? Blieben sie zuhause mit der Faust im Sack? Anne-France Stauffacher von der Plattform «Contacts», einer Initiative von Bürgern, welche eine Annäherung zwischen der Bevölkerung und den Asylbewerbern von Sugiez sucht, glaubt das nicht. «Am Anfang gab es viele Ängste. Jetzt, wo die Asylbewerber, vor allem Frauen und Familien, da sind, ist die Angst weg.» Nur einige hätten gesagt, dass sie sich nicht getrauten, an der Broye entlang zu spazieren, aber: «Ich glaube eher, dass dies mit Unwissenheit zu tun hat.»

Dass sich die zunächst ablehnende Haltung der Bevölkerung gelegt zu haben scheint, bestätigten auch zwei junge afrikanische Frauen, welche sich derzeit im Asylbewerberheim von Sugiez aufhalten und ebenfalls zur Filmvorführung kamen. «Die Leute grüssen, fragen, ob uns die Kälte Mühe macht, ob wir genug zu essen hätten. Wir erleben keine negativen Reaktionen.»

Aufklärung geht weiter

Neben dem Film hat die Sozialdirektion auch noch eine weitere Massnahme gegen Rassismus geplant. So soll in den Schulklassen von Sugiez die Sensibilisierungskampagne des Jugendrotkreuzes, «Moi, raciste!?», behandelt werden.

Die Plattform «Contacts» ihrerseits will den Austausch zwischen der Bevölkerung und dem Asylbewerberheim fördern und lancierte am Mittwochabend eine Art «Briefkastenonkelsystem», das die Kommunikation in beide Richtungen ermöglichen soll.

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