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«Der Krebs hat viel Positives bewirkt»

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Bruno Müller aus Tafers führte über Jahre ein Leben, das den allgemeinen Vorstellungen entsprach: «Ich habe als Maschineningenieur angefangen, war 16 Jahre lang in der Industrie tätig und habe einen Executive MBA abgeschlossen», erzählt Müller im Gespräch mit den FN. «Ich war 0815 unterwegs.» Alles sei sehr schnell gegangen, und er habe sich kaum Zeit genommen, Dinge zu hinterfragen, «es ging vom einen zum anderen.»

2009 wurde bei ihm Hodenkrebs diagnostiziert, «aber das war eine kleine Sache, ich machte kurz nach der Chemotherapie wieder weiter nach Programm». Der Ehemann und Vater von zwei Kindern lebte sein Leben in Tafers wie gewohnt weiter. «Sie hatten mir 96 Prozent Heilungschance prognostiziert, das war für mich wie 100 Prozent», sagt der heute 45-Jährige.

Der Tod wurde zur Option

Nach einem Jahr kam jedoch der Schock: «Ich erlitt einen Rückfall, die Ärzte fanden einen sechs Zentimeter grossen Ableger in meinen Lymphsystem.» Es folgten vier Monate Chemotherapie und Bestrahlung, der Tod wurde eine Option. In dieser Zeit veränderte sich Bruno Müller: «Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken über mich selber und das Leben.» Im Spital auf dem Balkon habe er dann eine Vision gehabt – «ich kann es nicht anders beschreiben». Müller wollte sein Leben verändern und künftig als Coach arbeiten, «um andere Menschen zu unterstützen».

Seine Vision hat Müller inzwischen vollständig in die Tat umgesetzt: «Zu Beginn meiner selbständigen Tätigkeit als Coach arbeitete ich noch Teilzeit in der Industrie, nach und nach baute ich ab – inzwischen bin ich zu 100 Prozent selbständiger Berater und Coach.» Es sei nicht nur einfach ein Job für ihn, «sondern eine Berufung». Er dürfe heute seine Vision leben, dafür sei er dankbar: «Der Krebs hat viel Positives bewirkt.» Klar sei die Krankheit schlimm gewesen, «aber ich habe jetzt ein zweites Leben».

Keine Angst vor dem Tod

Er sei nicht mehr der Gleiche wie zuvor, sagt Müller: «Ich sehe heute viele Sachen anders.» Zum Beispiel mache ihm der Tod oder ein Rückfall keine Angst mehr. «Das ist eine befreiende Art zu leben», betont Müller. Er halte sich oft bewusst vor Augen, dass er einmal sterben werde. Das zu wissen gebe ihm Sicherheit. «Es ist eigentlich absurd, dass wir aus dem Tod ein Tabuthema machen», sagt Müller, «denn es trifft jeden ohne Ausnahme.»

Er sei heute ein spiritueller Mensch, sagt Bruno Müller, «vorher war das kein Thema». Und heute lasse er sich nicht mehr in Systeme drängen, die seiner Philosophie nicht entsprechen. Für seine Familie und Freunde sei seine Veränderung sicher nicht einfach gewesen, «weil ich plötzlich nicht mehr derselbe war», das sei er sich bewusst. Heute mache er viel aus dem Bauchgefühl heraus, «und ich kann auch einfach passiv annehmen, was auf mich zukommt». Früher habe er mehr den Erwartungen entsprochen und sich gar nicht genauer überlegt, was er selber genau will.

Auf seinem Weg zur Selbständigkeit habe es Menschen gegeben, die ihn unterstützten. Und es seien auch kritische Stimmen an ihn herangetreten. Doch er liess sich von seinem Vorhaben nicht abbringen; «das hat mich nicht aus der Bahn geworfen». Und heute könne er von seiner Selbständigkeit gut leben. «Geld hat nicht mehr denselben Stellenwert für mich wie vorher.» Er wolle sich von materiellen Dingen lösen, erklärt Müller. Das sei auch der Grund dafür, dass er jedes Jahr zehn Prozent seines Umsatzes an bedürftige Familien und arme Leute aus der Gegend spendet.

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die FN Menschen vor, die etwas Spannendes erlebt haben, über viel Lebenserfahrung verfügen oder die an ihrem Wohnort das Dorfbild prägen. Die Serie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt. Das nächste Mal: Erika von Gunten aus Oberschrot.

emu

 

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