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Der Mann hinter den Fahrplänen

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Was Mario Grisanti tagtäglich tut, bekommen nur wenige Leute mit, die Ergebnisse seiner Arbeit sind aber für Tausende spürbar. Grisanti arbeitet bei den Freiburgischen Verkehrsbetrieben TPF und leitet dort ein Team, das für die Fahrpläne zuständig ist. Ohne den wachen Blick und das Planungstalent des 34-Jährigen würden die Busse und Züge in und um Freiburg kaum je pünktlich fahren.

Kritisches Denken ist gefragt

Ein wichtiger Aspekt von Grisantis Beruf ist kritisches Denken: «Wir müssen immer kritisch sein», sagt er. «Was der Computer anzeigt, ist nicht immer die Wahrheit.» Vor allem bei der Analyse der vielen Informationen sei dies sehr wichtig. Beispielsweise können Verspätungen angezeigt werden, die gar nicht vorhanden sind, oder das System an sich ist fehlerhaft. Nur dadurch, dass er eine skeptische Haltung gegenüber dem System hat, kann er solche Fehler herausfiltern.

Um den Beruf kompetent auszuführen, ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Partnern von grosser Bedeutung, denn Grisanti und sein Team müssen viele verschiedene Faktoren bei der Ausarbeitung eines funktionierenden Fahrplanes berücksichtigen. So muss er beispielsweise immer darauf bedacht sein, gegen aussen ein neutrales Erscheinungsbild zu bewahren: «Wir müssen immer politisch korrekt sein.» Natürlich darf er auch nur wahrheitsgetreue Informationen weitergeben. Nur so kann die Zuverlässigkeit des Fahrplanes gesichert werden.

Im zweisprachigen Kanton Freiburg wird vorausgesetzt, dass man sich in beiden Sprachen gut verständigen kann. Das ist jedoch nicht die einzige Schwierigkeit, auf die Grisanti immer wieder trifft. Ein Gebiet, in dem er oft mit Problemen zu kämpfen hat, sind die Finanzen. Durch die Billettpreise werden nur gerade 40 Prozent der Gesamtkosten gedeckt. Den Ausgleich zahlen die anliegenden Gemeinden. «Wenn die Gemeinden und der Kanton nicht bezahlen würden, wären die Preise mehr als doppelt so hoch», betont Grisanti. Dafür haben der Kanton und die Gemeinden beim Neuentwurf eines Fahrplanes auch ein Wörtchen mitzureden. Durch sie erfährt die TPF zudem von geplanten Projekten, die möglicherweise eine neue Linie erfordern, wie beispielsweise dem Bau einer neuen Sekundarschule.

Der Blick in die Zukunft

«Es ist wichtig für uns, an die Zukunft zu denken», sagt Grisanti. Wenn er und sein Team einen neuen Fahrplan erstellen, müssen sie darauf achten, dass er nicht in einem Jahr wieder unbrauchbar ist. Deshalb müssen sie immer die demografische Entwicklung der Schweiz im Auge behalten. Dank der Ergebnisse von Statistiken können die Fahrplaner berechnen, wann und wo neue Fahrzeuge und Linien gebraucht werden. «Wir müssen jedoch immer mit Überraschungen rechnen», so Mario Grisanti.

Nachdem die Fahrplaner und die anderen Beteiligten entschieden haben, dass ein neuer Fahrplan ausgearbeitet werden muss, beginnt erst die eigentliche Arbeit des Teams. «Zuerst müssen wir den Fahrplan analysieren», sagt Grisanti. So können sie entscheiden, wie viele Busse und Fahrer zusätzlich gebraucht werden. Danach müssen sie eine Offerte an den Kanton stellen. Erst wenn dieser mit den Preisen einverstanden ist, kann es zur Verwirklichung der Pläne kommen. Als Nächstes werden die Fahrer geschult. Um sicher zu gehen, dass sie den Weg immer finden, müssen sie die Strecke mindestens einmal bei Nacht gefahren haben. Schlussendlich muss Grisanti mit seinem Team nur noch Werbung für die neuen Zeiten und Linien betreiben. Denn schliesslich sollen am Ende auch alle Reisenden etwas davon haben.

Zur Person

Freiburger Ingenieur ist Herr der Fahrpläne

Mario Grisanti ist Bauweseningenieur und hat 2007 seinen Abschluss an der Bauingenieurschule in Freiburg gemacht. Der 34-Jährige ist Leiter der Angebotsplanung der TPF und hat 20 Mitarbeitende, welche die neuen Fahrpläne von 2016 bis 2030 planen. Zudem erstellt Grisanti mit seinem Team diverse Statistiken über die Kundennutzung. Seine Familie stammt ursprünglich aus Italien. Er ist jedoch im Kanton Freiburg geboren, wo er aktuell auch lebt.

Jessica ­Boschung, Victoria Etter, ­Nicole Marti und Viviane Schneuwly

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