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Der musikalische Archäologe tritt ab

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Nachdem er es über 15 Jahre getan hat, leitet Bernhard Pfammatter den rund 50-köpfigen Chor «Collegium Vocale Seeland» am Samstag zum letzten Mal: In der Kirche Kerzers gibt er sein Abschlusskonzert. Den Dirigentenstab gibt Pfammatter jedoch nicht aus der Hand, neben der Leitung der «Choralschola Liebfrauen» in Zürich und den beiden Ensembles «CappellAntiqua» und «Novantiqua» dirigiert er weiterhin verschiedene Konzertchöre und Kantoreien.

Pfammatter ist ein leidenschaftlicher Dirigent. Schon früh hat er mit dem von ihm gegründeten Berner Vokalensemble «Novantiqua» auf sich aufmerksam gemacht. Der Name sagt, um was es dabei geht: Die neue und insbesondere die alte Musik liegen ihm am Herzen. Pfammatter selbst hat sich selbst schon als musikalischen Archäologen bezeichnet. Es mache ihm Freude, in Bibliotheken vergessene Werke aufzuspüren, um sie im Stil ihrer Epoche aufzuführen. Dies ist auch der Grund, weshalb Pfammatter das Ensemble «CappellAntiqua» ins Leben gerufen hat. Das Ensemble besteht aus professionellen Sängerinnen und Sängern sowie aus Berufsmusikern, die sich auf alte Instrumente spezialisiert haben und unter seiner Leitung die Literatur des Barocks wieder aufleben lassen.

Er lockt müde Stimmen

1995 hat Bernhard Pfammatter in Kerzers zu dirigieren begonnen, damals hiess das «Collegium Vocale Seeland» noch «Lehrergesangsverein Murten-Erlach-Laupen». Bis zu den Umbauarbeiten an der OS Kerzers hat der Chor in der dortigen Aula geübt, nun finden die Proben in Laupen statt. Aus Sängerkreisen heisst es, durch sorgfältiges Einsingen locke Pfammatter «die tagesmüden Stimmen aus ihrer Trägheit». Trotz minutiösen Proben – es entgehe ihm nichts, sagt man – herrschten Schwung und Fröhlichkeit. Pfammatter fördere die Sicherheit und Selbständigkeit der Chormitglieder, das Aufeinanderhören und die Einheit des Chorklanges.

Veränderungen tun gut

Die Zeit mit dem «Collegium Vocale Seeland» sei für ihn eine schöne Zeit gewesen. Er habe sich mit dem Chor weiter entwickelt, sagt Pfammatter. Nun ist die Zeit für den Dirigenten jedoch reif für eine Veränderung. «Irgendwann muss man loslassen können. In Spitzenorchestern sind Rochaden am Dirigierpult gang und gäbe. Chören täten solche Veränderungen ebenfalls gut, auch wenn sie manchmal schmerzhaft sein können.» Wer beim «Collegium Vocale» auf Pfammatter folgt, ist noch nicht bekannt.

Dass sein letzter Auftritt die Aufführung von Claudio Monteverdis Vesper sei, passe sehr gut. Pfammatter will den Zuhörerinnen und Zuhörern bei seinem letzten Konzert mit den drei Chören «Collegium Vocale Seeland», «Choralschola an Liebfrauen» und «CappellAntiqua» einen lebendigen Eindruck einer Vesper im 17. Jahrhundert geben. Vor den Psalmen Monteverdis erklingen jeweils die gregorianischen Wechselgesänge. Neben den gesanglichen Vertonungen der Psalmen haben auch instrumentale Einlagen und solistische Motetten ihren Platz. sim/hs

Kirche Kerzers, Sa., 22. Januar, 20 Uhr.

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