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Der Paulusdruckerei steht ein massiver Stellenabbau bevor

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Vor zwei Jahren fuhr die Paulusdruckerei einen Verlust von einer Million Franken ein, und seither ist sie nicht mehr aus den roten Zahlen herausgekommen. Alleine zwischen 2016 und 2017 ging der Umsatz um 20 Prozent zurück.

Nun zieht die Gruppe Saint-Paul die Reissleine. Sie kündigt strukturelle Massnahmen für den Druckereibereich an, in dessen Folge 25 bis 30 Stellen bei einem Personalbestand von heute 93 Personen abgebaut werden.

Wie die Direktion der Gruppe Saint-Paul in einem Communiqué mitteilt, sei die Betriebskommission entsprechend informiert und konsultiert worden. Die Betriebskommission traf sich gestern zu einer Sitzung mit dem Personal (siehe Kasten).

Gemäss Saint-Paul-Direktor Thierry Mauron versuche das Unternehmen, den Stellenabbau möglichst über natürliche Abgänge und vorzeitige Pensionierungen abzudämpfen. Es werde aber auch zu Entlassungen kommen. Diese würden Ende November ausgesprochen, dann aber gestaffelt innerhalb eines gewissen Zeitraums erfolgen, so Mauron.

Unterdessen wird das Verfahren einer Massenentlassung eingeleitet. Ein Sozialplan wird ausgearbeitet, zu dem die Personalkommission der Direktion innerhalb der nächsten zehn Tage Vorschläge unterbreiten kann.

Ein absehbarer Schritt

Der angekündigte Stellenabbau kommt nicht überraschend. Bereits im Februar wurde sechs Mitarbeitern gekündigt, und im September wurde für 60 Angestellte Kurzarbeit eingeführt. Ende 2014 waren durch die Schliessung der Zeitungsdruckerei 45 Stellen abgebaut worden (die FN berichteten). «Wir haben uns natürlich schon länger Gedanken über Verbesserungen gemacht, dieses Jahr ging der Umsatz aber plötzlich so stark zurück, dass wir kurzfristig handeln mussten», so Mauron gegenüber den FN.

Er betont, dass die Druckerei in der 140-jährigen Geschichte unter den Paulusschwestern ein sehr sozial geführtes Unternehmen gewesen sei. «Wenn wirtschaftliches alles gut läuft, kann man so funktionieren. Heute geht das nicht mehr», so Mauron. «Der externe Markt macht uns immer mehr zu schaffen, und die Marktsituation ist viel härter geworden. Auch wir müssen uns mit Konzepten wie Lean Management auseinandersetzen. Eine Quersubventionierung unserer Einheiten kommt nicht in Frage. Gesamthaft steht die Gruppe weiterhin gesund da.»

Die Direktion des Unternehmens ergreift nebst dem Stellenabbau auch weitere Massnahmen, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit ihrer Druckereisparte langfristig zu sichern. Wie aus dem Communiqué hervorgeht, werden die drei Druckereien der Gruppe, die Paulusdruckerei Freiburg, Glassonprint in Bulle und das Druckzentrum der Broye in Estavayer-le-Lac, organisatorisch unter einem Dach zusammengefasst.

Weiter drei Druckereien

Die Druckereien verbleiben vorläufig an den drei Standorten, so Mauron. Diese seien auf verschiedene Papierformate ausgerichtet: Freiburg für Grossformat, Bulle für Mittelformat und Estavayer für Kleinformat. Am meisten mache der Markt dem in Freiburg gedruckten Grossformat zu schaffen.

Mittel- oder längerfristig gebe es allerdings keine Tabus, so Thierry Mauron. Die Gruppe werde weiter Wege suchen, um effizienter zu wirtschaften. Vorerst geschehe dies in Form eines neuen Informatiksystems.

Die Druckereien an den drei Standorten werden zusammen mit dem Anzeigenbetrieb «media f» und den Buchverlagen als neues Generalunternehmen für Kommunikation unter einheitlicher Leitung stehen. Dabei sollen alle Prozesse von der Planung der Kommunikation über die Produktion und den Vertrieb von Inhalten auf verschiedenen Trägern bis zur Kommerzialisierung in diesem neuen Unternehmen integriert werden. Mauron betont, dass das Unternehmen so den Kunden ein erweitertes Produktesortiment werde anbieten können. Das neue Unternehmen wird am 1. Januar 2018 seinen Betrieb aufnehmen. Die Rechtsform sei gemäss der Mitteilung noch zu definieren.

Die Gruppe Saint-Paul ist auch Verlegerin der Zeitungen «La Liberté», «La Gruyère», «La Broye Hebdo» und «Le Mes­sager». Diese sind von der Umstrukturierung nicht betroffen. Gesamthaft beschäftigt die Gruppe rund 300 Mitarbeitende.

Personalkommission

Nach dem Schock die Aussprache

Das Personal der Paulusdruckerei folgte gestern dem Aufruf der Personalkommission zu einer Versammlung. «Es tat den Mitarbeitern gut, sich äussern zu können: Sie hatten viel zu erzählen», sagte der Präsident der Kommission, Frédéric Gendre, gegenüber den FN. «Es war ein Schock für alle. Wir hatten das Gefühl, man hätte einen solch radikalen Schnitt vermeiden können, wenn die Reorganisation früher eingeleitet worden wäre.» Konkret beauftragte das Personal die Kommis­sion sowie die Gewerkschaften Syndicom und Syna, eine Antwort auf die Vernehmlassung der Direktion zu verfassen und dann über einen Sozialplan zu verhandeln.

uh

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