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Der See als Arbeitsplatz

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Der See als Arbeitsplatz

Mit der Seepolizei unterwegs «auf Streife»

Viele Menschen sind zum Vergnügen auf den Seen unterwegs – so etwa die vielen Bootsbesitzer. Mit einem (schnellen) Schiff unterwegs ist auch die Seepolizei. Die FN haben eine Patrouille auf dem Neuenburgersee begleitet.

Von CORINNE AEBERHARD

Das Boot der Seepolizei verringert die Geschwindigkeit und nähert sich langsam einem Schiff, welches geankert hat. Serge Cantin, Chef der Seepolizei, begrüsst die drei Personen an Bord und fragt, ob er Boots- und Fahrausweis sehen könne. Der Schiffsführer kann beides vorweisen, ebenso die verlangten Schwimmwesten. Es gibt nur ein Problem: «Sie befinden sich in einer verbotenen Zone», sagt Cantin dem Mann auf dem Schiff. «Wirklich?», so der Mann und zeigt auf die gelben Bojen, welche die verbotene Zone markieren. «Sie befinden sich auf der falschen Seite der Bojen», erklärt Cantin und er müsse deshalb einen Rapport schreiben. Er habe das wohl falsch verstanden, sagt der Mann. Trotz der drohenden Busse macht er geduldig Angaben über seine Personalien und erzählt den beiden diensthabenden Polizisten gar noch einen Witz. Derweil die beiden Frauen an Bord eine Seekarte von der Karibik studieren …

Wie hoch und ob überhaupt eine Busse ausgesprochen wird, kann Serge Cantin nicht sagen. Die Seepolizei rapportiert, und ein Richter spricht die Busse aus. «Aber nachdem was man hört, sind sie deutlich höher als auf der Strasse», sagt er. Es wäre zu umständlich, die Leute direkt auf dem Schiff zu büssen. Ebenso werden keine Alkohol-Kontrollen auf dem See durchgeführt. In Ausnahmefällen – beispielsweise wenn jemand stark alkoholisiert ist – wird die Person mitgenommen, um einen Test an Land durchzuführen.

Schwäne mögen keine Polizisten

Das zweite Boot, welches die Seepolizei bei diesem Einsatz kontrolliert, ist die «Princess 33», auf welcher eine Schweizerfahne weht. Freundlich begrüsst das Paar darauf die Seepolizisten. Weniger freundlich reagieren zwei Schwäne, welche um das Schiff der Seepolizei kreisen und es unentwegt anfauchen.

Die Frau des Schiffführers erklärt ihrem Mann, wo er die Papiere finden kann. Mit den Rettungswesten winkt er fröhlich von Bord und bewundert das Schiff der Polizei: «Sie haben ja ein Monster», stellt er beim Anblick des 75-PS-starken Motors bewundernd fest. Es handelt sich beim besagten Schiff um ein amerikanisches Fischerboot. «Wir führen aber keine Ruten mit», erklärt Pierre-Alain Rohrbasser, der Bootsführer an diesem Nachmittag, lachend.

Dass das Boot stark ist, demonstriert Rohrbasser eindrücklich, als ein starker Wind aufkommt und die Wellen plötzlich hoch gehen. Wer beim angeschlagenen Fahrtempo nicht von Bord fallen will, muss sich gut festhalten.

Freundlicher Empfang

Im Vergleich zur Strasse kann die Polizei auf dem See nicht warten, bis jemand vorbeikommt, sondern sie fährt zu den Verkehrsteilnehmern auf dem Wasser hin. Weil die Leute auf dem See ihrer Freizeitbeschäftigung nachgehen, sind sie viel entspannter und würden in der Regel auch gut auf die Kontrollen reagieren. «Wir werden meist freundlich empfangen», sagt Serge Cantin. Ist nicht ganz selbstverständlich, denn man schaut den Leuten an Bord sozusagen fast direkt in «die gute Stube».

Beim nächsten Schiff, das die beiden Polizisten kontrollieren, ist der Abgastest fällig. Dann beobachten die beiden die Ein- und Ausfahrt der Schiffe in den Hafen von Estavayer. Auch das gehört zu ihrer Arbeit. Von Zeit zu Zeit kontrolliert werden auch die Häfen. Die Polizisten schauen beispielsweise, ob die Schiffe richtig immatrikuliert sind.

Teures Hobby

Ein Schiff besitzen und fahren ist ein teures Hobby. Die Polizisten sind sich einig, dass man die schlechte wirtschaftliche Situation auch auf den Seen spürt. Wegen des teuren Treibstoffes werde deutlich weniger gefahren. Dies obwohl in der Mitte des Neuenburger- und Murtensees keine Tempobeschränkung besteht. Viele fahren ein wenig auf den See, setzen den Anker und verbringen den Tag dort mit Baden.

Gemütlich auf einem kleinen Boot eingerichtet haben sich auch vier junge Männer. Für dieses Schiff zu führen braucht es zwar keine Prüfung, aber doch einen Bootsausweis. Der ist unauffindbar. «Muss der immer an Bord sein?», will ein junger Mann vom Polizisten wissen, der abklären will, wem das Schiff gehört. Die vier nehmen die Kontrolle gelassen und wünschen der Polizei noch einen schönen Nachmittag.

Ebenfalls in einer verbotenen Zone fährt eine Familie mit ihrem Boot. Sie wüssten es, aber die Wellen hätten ihnen Angst gemacht. Deshalb seien sie nicht weiter hinausgefahren, sagen sie dem Polizisten.

Einsätze an Land

Wenigstens einmal pro Saison werden auch die Fischer kontrolliert. Begleitet wird die Seepolizei dann vom Fischereiaufseher, der diese Kontrollen vornimmt. Das sei ein komplexes Gebiet, erklärt Cantin.

Bei Grossereignissen kann es auch vorkommen, dass die Seepolizisten Einsätze auf der Strasse leisten.
Die Aufgaben der Seepolizei

Die Hauptaufgabe der Seepolizei ist die Aufrechterhaltung der Sicherheit auf den Seen des Kantons. Das tut sie vor allem mit regelmässigen Patrouillen. Die Seepolizei leistet auch Einsätze bei Anlässen auf den Seen wie etwa bei einer Überquerung. Sie kontrolliert Schiffsführer und Schiffe und zeigt Übertretungen an. Weiter sucht sie nach Gegenständen von Straftaten, aber auch nach vermissten Personen. Zudem birgt sie Leichen.

Das Team der Seepolizei des Kantons Freiburg besteht im Sommer aus vier Personen (sonst aus zwei) und vier Booten.

Zwischen Mai und Ende September hat die Seepolizei sozusagen «Saison». Vor allem in den Monaten Juli und August patrouilliert sie regelmässig auf den Seen im Kanton. Die Einsätze seien wetterabhängig, sagt Serge Cantin, soeben zum neuen Chef der Seepolizei ernannt. Er selber ist seit 20 Jahren bei der Polizei und seit zwölf Jahren bei der Seepolizei. Die Stellen in seinem Team sind gefragt. Wer in diesen Dienst eintreten will, muss zuerst eine normale Polizeiausbildung absolvieren. Zwingend ist zudem eine Taucherausbildung. Schliesslich muss ein Seepolizist auch ein Boot führen können.

Im Winter erledigt die Seepolizei Arbeiten, die im Sommer liegen bleiben. Das sind etwa die Suche nach Booten und administrative Arbeiten sowie der Unterhalt der Boote und des Tauchmaterials. Stationiert ist die Seepolizei in Granges Paccot. ca
Rund um
den Murtensee (II)

Der Murtensee lädt nicht nur zum Bade. Er ist vielmehr eine Quelle unzähliger und vielseitiger Aktivitäten. Er ist ein Ort des Genusses, aber auch ein Arbeitsplatz und ein Lebensraum für Tiere. Er ist ein touristisches Magnet und damit auch ein wirtschaftlicher Faktor. Er lockt die Menschen in Scharen an und kann sie auch mal in Gefahr bringen. Beim Anblick des Murtensees kommen viele Touristen ins Schwärmen. Seeanstösser wiederum nehmen ihn manchmal gar nicht mehr bewusst wahr.

Mit einer Sommerserie wollen die FN aufzeigen, was sich so im und am See und drumherum tummelt. Bereits erschienen: Surfbiken (21.7.) Beim heutigen Beitrag über die Seepolizei haben die FN den Radius erweitert und sich auf den Neuenburgersee begeben, auf welchem die Freiburger Polizisten an diesem Tag patrouilliert

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