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Der Weltverbesserer in zerschlissenen Schuhen

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Als Person wirkt Jimmy Wales eigentlich eher unscheinbar: Mit seiner Brille, dem angegrauten Bart und den zerschlissenen Schuhen scheint er auf den ersten Blick ein etwas in die Jahre gekommener Computer-Nerd zu sein. Und das ist er ja im Grunde genommen auch – allerdings einer der einflussreichsten des Globus. Er hat nämlich die Online-Enzyklopädie Wikipedia mitbegründet und massgeblich mitgeprägt (siehe Kasten).

«In der digitalen Ära»

Vorgestern war «Jimbo» – wie die Community ihn nennt – Ehrengast der «Changemaker»-Veranstaltung in der Freiburger Blue Factory, einer Co-Produktion der Hochschule für Wirtschaft, der Organisation Ashoka sowie den Westschweizer «X-Days» der NZZ Konferenzen & Services. An der dortigen Podiumsdiskussion nahmen neben dem Amerikaner auch Patrick Aebischer, der emeritierte Präsident der ETH Lausanne, sowie Nicole Burth, CEO der Adecco Group Switzerland, teil.

Die Debatte stand unter dem Motto «Unternehmensführung in der digitalen Ära». Das Gespräch verlief ausgesprochen animiert, beleuchtete das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und bezog auch das Publikum mit seinen Fragen mit ein. Mit im Zentrum stand das sogenannte soziale Unternehmertum sowie die Frage, ob die Wissensvermittlung durch Lehrer im Wiki-­Zeitalter obsolet sei – was verneint wurde.

«Gegen Fake News»

Zunächst gehörte die Bühne aber nur Wales. «Wir stellen uns eine Welt vor, in der jede einzelne Person auf dem Planeten freien Zugang zur Summe allen menschlichen Wissens hat», so Wales. «Das ist genau, was wir machen.» Insgesamt blieben die rund zehnminütigen «Keynotes» – wie sie die Veranstalter neudeutsch ankündigten – irgendwo zwischen Eigenwerbung, Weltverbesserertum und Plattitüde.

«So würde die Titelseite von Wikipedia aussehen, wenn wir wie die Zeitungen auf ein Maximum an Klicks angewiesen wäre, sagte Wales und präsentierte auf dem Projektor eine Seite mit Frauen im Bikini. Oder er stellte sein neustes Projekt vor, die Online-Zeitung «Wikitribune». Hier sollen bezahlte Journalisten mit einer Community von Freiwilligen zusammen einen faktenbasierten, investigativen Journalismus als «Mittel gegen Fake News» pflegen. Wie er das Ganze finanzieren will, erwähnte Wales nicht.

Starker Patrick Aebischer

Eine durchzogene Bilanz also für den Wiki-Tycoon. Viel Eindruck auf dem Podium hinterliess hingegen Patrick Aebischer. In perfektem Englisch und mit viel Humor verteidigte er die klassische Hochschule des Vor-Internetzeitalters, die auch in Zukunft ihre Berechtigung haben werde.

Das rund 200-köpfige Publikum setzte sich aus einer Mischung aus Vertretern von Wirtschaft und Politik aus der ganzen Romandie zusammen. Unter anderen gaben sich Staatskanzlerin Danielle Ga­gnaux sowie Ständerat ­ Beat Vonlanthen (CVP) die ­Ehre. Beide zeigten sich be­geistert vom Konzept dieses Anlasses.

Soziale Probleme im Fokus

Während der Abend gemeinsam begangen wurde, hatten der «Changemaker Event» und die X-Days ein anderes Nachmittagsprogramm. In der Hochschule für Wirtschaft begann der Tag mit einem Workshop, der die Schnittstelle von sozialen Herausforderungen und der Wirtschaftswelt im Fokus hatte. Etwa 50 Teilnehmer kamen zusammen, um gemeinsam an innovativen neuen Zusammenarbeitsmodellen zu arbeiten und damit mögliche Lösungen für dringende soziale Probleme der Gesellschaft zu finden.

Die X-Days begannen mit einem Vortragsnachmittag zum Thema «gelingende digitale Zukunft». Daran nahmen Caroline Hirt, Co-Direktorin des Museum of Digital Art Zürich, Stephan Sigrist, Direktor des Thinktank «W. I. R. E.», die türkischstämmige Autorin und Soziologin Zynep Tufekci sowie Barbara Belvisi, Mitgründerin und Managing Partner des Hardware Club, teil.

«Es ist erst das zweite Mal, dass wir diesen Anlass auch in der Westschweiz durchführen», sagte Dominik Isler, CEO des Swiss Economic Forum. Nach der Premiere in Lausanne sei er auch mit dieser Austragung sehr zufrieden. Die Blue Factory passe als Innovationsstandort sehr gut zu diesem Anlass.

Zur Person

Einer der Einflussreichsten

Jimmy Donal «Jimbo» Wales gehört laut dem «Time»-Magazine» zu den «100 einflussreichsten Personen» unter den Wissenschaftlern und Denkern in der Welt. Der 51-jährige amerikanische Internet-Unternehmer wurde vor allem als Mitbegründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia bekannt. Am 15.  Januar 2001 liess er diese freischalten. Wales bestimmte die strategischen Ziele von Wikipedia, vor allem, was die Neutralität bei der Darstellung der Themen betrifft. Wales ist in dritter Ehe verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt in London.

jcg

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