Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Deutschland entscheidet über Freiburg

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Bereits letzte Woche setzte Deutschland die Kantone Waadt und Genf auf seine Risikoliste. Nun ist auch der Kanton Freiburg auf der roten Liste.

In anderen Kantonen gilt beispielsweise keine Maskenpflicht in Geschäften. Dennoch haben im Kanton Freiburg die Fallzahlen zugenommen. Es sei schwer zu sagen, weshalb, sagt Claudia Lauper-Lüthi, Generalsekretärin der Direktion für Gesundheit und Soziales. «Wir haben eine junge Bevölkerung, und wir sehen auch, dass es viele Ansteckungen bei Familientreffen gibt.» Die Bevölkerung beachtet ihr zufolge die Massnahmen nicht mehr gleich konsequent. Zudem arbeiten viele Freiburger in den Kantonen Waadt und Genf, wo die Fallzahlen hoch sind. Die Gesundheitsdirektion sei über den Entscheid nicht überrascht.

Angesprochen darauf, dass andere Kantone mit dem Contact-Tracing an ihre Kapazitätsgrenze geraten, sagt Lauper-Lüthi: «Es ist uns sehr wichtig, dass das Contact-Tracing weitergeht.» Gesamthaft sind derzeit rund 50 Personen dafür angestellt. Zurzeit kann das Freiburger Spital HFR 300 Tests pro Tag bewältigen. «Wir arbeiten an einer Verdopplung», so Lauper-Lüthi.

Kommen neue Massnahmen?

Auch für Staatsrat Olivier Curty (CVP) ist der Entscheid Deutschlands keine Überraschung. «Der Staatsrat tut alles, was er kann, um diese Ausbreitung einzudämmen.» Momentan werde über neue Massnahmen diskutiert, um die Ansteckungsrate im Kanton so schnell als möglich zu senken, sagt der Volkswirtschaftsdirektor.

Dass Freiburg auf der roten Liste steht, hat auch weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen für den Kanton. «Deutschland ist der zweitwichtigste Handelspartner von Freiburg», sagt Marc Valloton, Vizestaatskanzler des Kantons Freiburg. Nun gestalteten sich vor allem das Reisen und der Austausch mit dem Nachbarland schwieriger.

Exportmarkt Deutschland

«Wir analysieren derzeit die Situation im Detail, denn es gibt noch Unbekannte, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die Unternehmenslogistik, also den Güterverkehr», sagt Olivier Curty. Laut Philippe Gumy, Wirtschaftsberater der Handels- und Industriekammer Freiburg, betrifft der Entscheid nebst dem Warenexport vor allem Leute, die nach Deutschland zur Arbeit fahren. Gumy macht sich besonders Sorgen darüber, dass andere Länder dem deutschen Beispiel folgen könnten. Wie Dänemark, das vor Reisen in die Schweiz warnt.

Aber auch für den Tourismus sieht Gumy stärkere Probleme. Das bestätigt Pierre-Alain Morard, Direktor des Freiburger Tourismusverbandes: «Es ist eine sehr schwierige Situation für uns.» Sieben Prozent der Touristen in Freiburg kommen aus Deutschland. Die nächsten Wochen gebe es nun einen grossen administrativen Aufwand für die Freiburger Hoteliers. «Jetzt werden viele Stornierungen und Umbuchungen auf sie zukommen», so Morard. Doch nicht nur für die Leistungsträger wird es die nächsten Wochen kompliziert. Laut Morard ist es auch für die deutschen Touristen keine einfache Situation. Denn wo die Grenzen zwischen den Kantonen sind, ist für die Touristen nicht immer klar ersichtlich. «Das wir auf die Liste gekommen sind, ist sehr schlechte Werbung für unseren Kanton», meint Morard. Er ist jedoch zuversichtlich, dass sich die Situation im Kanton verbessern und Freiburg von der Liste genommen wird.

Hintergrund

Konsequenzen für Freiburger bei der Einreise

Die Massnahmen bei einer Einreise aus einem Risikogebiet sind in Deutschland ähnlich, wie wenn jemand aus einem Risikogebiet in die Schweiz einreist. Gemäss dem deutschen Bundesministerium für Gesundheit müssen Personen, die sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, unverzüglich in Quarantäne: Also während zwei Wochen in den gleichen Räumlichkeiten bleiben. Die Aufenthaltsadresse muss der zuständigen Gesundheitsbehörde mitgeteilt werden.

Das zuständige Gesundheitsamt kann die Person auch auffordern, einen Corona-Test zu machen. Während zehn Tagen nach der Einreise ist der Test kostenlos. Für bestimmte Personengruppen gelten Ausnahmen: beispielsweise für jene, die nur auf der Durchreise sind. Bei einem negativen Testergebnis darf die Person je nach Bundesland aus der Quarantäne. Bei Verstössen drohen Geldbussen bis zu 25 000 Euro. Bei der Rückreise in die Schweiz gibt es keine Konsequenzen, da Deutschland nicht auf der Risikoliste der Schweiz ist.

Kriterien für Risikogebiete

Die Analyse der deutschen Behörden basiert auf einer zweistufigen Bewertung, wie das Robert-Koch-Institut schreibt. Auf der Webseite des Instituts werden die Regionen laufend aktualisiert. Länder oder Regionen müssen erstens in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner haben. Zweitens wird anhand qualitativer Kriterien festgestellt, ob für Regionen, die den Grenzwert nominell unterschreiten, ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Für den zweiten Schritt sind unter anderem die Testkapazitäten sowie die durchgeführten Tests pro Einwohner ausschlaggebend. Zusätzlich berücksichtigen die deutschen Behörden auch die Massnahmen, die in den betroffenen Regionen zur Eindämmung des Virus angeordnet wurden.

sf

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema