Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Dicke Luft über der Stadt Freiburg

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Im Mittelland liegt ein Kaltluftsee. Die wärmere Luftschicht, die darüber liegt, wirkt wie ein Deckel – ein Austausch der Luftschichten ist unmöglich. Diese Inversionslage bedeutet nicht nur, dass es in diesen Tagen beim Skifahren in der Höhe deutlich wärmer ist als beim Spaziergang im Flachland, sondern auch, dass die Schadstoffe, die im Mittelland ausgestossen werden – sei es durch Autofahrten, durch die Industrie oder durchs Hei- zen -, ebenfalls unter dieser Käseglocke bleiben.

Seit Freitag über dem Grenzwert

Die Messwerte des kantonalen Amts für Umwelt zeigen es denn auch: In der Stadt Freiburg liegt die Feinstaubkonzentration (siehe Kasten) seit Freitag über dem Grenzwert. Gemäss Luftreinhalteverordnung darf der Tagesmittelwert von Feinstaub – auch PM 10 genannt – höchstens einmal pro Jahr den Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschreiten.

«Besonders seit sich die Bise gelegt hat, haben wir eine erhöhte Belastung», sagt Hans Gygax vom Amt für Umwelt. Und da die Wetterprognosen ankündigen, dass die Inversionslage noch die ganze Woche besteht, nimmt Gygax an, dass die Feinstaubwerte auf hohem Niveau bleiben. «Ob die Werte aber auf über 75 Mikrogramm ansteigen, kann ich nicht sagen», meint Gygax. Die Entstehung der Feinstaubpartikel sei sehr kompliziert: «Wir verstehen noch nicht alles.» Klar ist: Wer heizt, Holz verbrennt oder Auto fährt, produziert genauso Feinstaub wie die Industrie. «Wir können PM 10 nicht einer einzigen Quelle zuordnen», sagt Gygax. «Darum können wir auch nicht einfach eine Quelle abstellen, um die Werte zu senken.»

Steigt die Feinstaubkonzentration auf 75 Mikrogramm an, gibt der Kanton via Medien Empfehlungen ab: Die Bevölkerung solle für kurze Strecken zu Fuss gehen oder den öffentlichen Verkehr nutzen und das Auto stehen lassen. Für längere Strecken empfiehlt der Kanton Fahrgemeinschaften. Zudem sollen die Wohnräume nicht wärmer als 19 bis 20 Grad warm sein. Auf gemütliche Feuer im Cheminée, die nicht dem Heizen des Hauses dienen, soll verzichtet werden.

Bleibt die Feinstaubkonzentration mehrere Tage auf 100 Mikrogramm, so ergreifen die Kantone Massnahmen. Dann gilt auf Autobahnen rund um Städte die Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. Das Entfachen von Feuer im Freien wird verboten.

Bise bringt belastete Luft

Gygax betont, dass nicht ein grösserer Ausstoss an Schadstoffen für die jetzige schlechte Luft über Freiburg und dem Mittelland verantwortlich ist, sondern das Wetter. Um die Kalt- und die darüberliegende Warmluftschicht zu vermischen, braucht es Winde. Komme die Bise auf, so sänken zwar die Schadstoffwerte, doch blieben sie auf einem relativ hohen Niveau, sagt Gygax: «Die Bise bringt belastete Luft vom Kontinent.» Zudem drücke dieser kalte Wind aus Nordosten die Inversionslage nur in die Höhe und löse sie nicht auf. «Für eine substanzielle Änderung braucht es Wind aus Westen», sagt Gygax. Dieser bringe saubere Luft vom Atlantik und vermische die Luft bis in eine Höhe von 3000 bis 4000 Metern. Diese Woche ist keine grosse Störung in Sicht; die Feinstaubwerte werden vorderhand nicht sinken.

www.admin.fr.ch/sen

Mehr zum Thema