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Die alte Dame setzt eigene Pläne durch

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In seinem neuen Gottéron-Krimi – dem fünften – schickt David Bielmann alias Pierre Paillasse wieder die beiden Kumpel Big Bad Boy und Fredi auf Tour, die schon im Krimi «Gastspiel» (2013) ihren Auftritt hatten. Von beiden lässt sich sagen, dass sie das Arbeiten nicht erfunden haben. Andererseits sind sie aber durchaus fähig, eine gewisse kriminelle Energie zu entwickeln, wenn es darum geht, sich das notwendige Kleingeld zum Überleben zu beschaffen. So hat Big Bad Boy neuerdings den Plan entwickelt, eine reiche Russin «auszunehmen». Im Zentrum seines Planes steht nichts weniger als der Verkauf des Hockey­clubs Freiburg-Got­téron an eine begüterte Russin.

Es braucht einige Überzeugungskraft, um seinen Kumpel Fredi, den grössten Gottéron-Fan, für seinen Plan zu gewinnen. «Eishockey war für Fredi wie Religion, nur glaubwürdiger und erfüllender. Und Zentrum dieser Religion war sein Herzensclub, der HC Freiburg-Gottéron.» Big Bad Boy kennt allerdings auch Fredis Schwäche: kühles Bier. Grosszügig lässt er denn bei der Vorstellung seines Plans im «Tunnel» Bier auftragen.

Die Russin im NH Hotel

Einmal einig über den Plan, machen sich die beiden an die Vorbereitung ihres Vorhabens. Fredi übernimmt dabei die Rolle des Club-Präsidenten Volet und Big Bad Boy jene des Verwaltungsrates Von Bergen. Im NH Hotel auf der Schützenmatte reservieren sie einen Konferenzraum und schmücken diesen mit russischer Dekoration und Gottéron-Utensilien. Und schon bald steht der Empfang der Russin am Bahnhof an. Minutengenau trifft Swetlana Zenowas Zug ein. Im Gefolge der älteren Dame sind zwei Männer, die Fredi an die beiden Klitschko-Brüder zu ihren besten Zeiten erinnern. «Das sind Igor und Iwan», sagt sie, «meine beiden Begleiter.» Die ganze Szenerie hat etwas Dürrenmattsches an sich.

Freiburg ein Hockey-Mekka

Geduldig lässt Swetlana Zenowa im Konferenzsaal die Vorstellung Freiburgs in Geschichte und Gegenwart sowie seines Eishockey-Clubs über sich ergehen. Die Gottéron-Kenntnisse Fredis sind fast unerschöpflich. Nur zum Schluss kommt er leicht ins Stocken. «Es war doch recht ernüchternd, eine 78-jährige Vereinsgeschichte zu präsentieren, ohne dabei einen einzigen Meistertitel erwähnen zu können.»

Das hindert Big Bad Boy aber nicht daran, nun zu einer Brandrede über das finanzielle Potenzial anzusetzen, das in Freiburg und seinem Hockeyclub liegt. «Was wäre Salzburg ohne Mozart, was wäre Nazareth ohne Jesus? Es wären Käffer, die kein Schwein hinter dem Ofen hervorlocken, wenn Sie mir die Redensart erlauben, Frau Zenowa.» Dank Bykow und Chomutow sieht Big Bad Boy Freiburg und seinen Hockeyclub als Mekka für alle Russen. Mit dieser Vorstellung geht der erste Besuchstag zu Ende, und die Russin zieht sich ermüdet in ihre Suite zurück.

Nach einer kurzen Begrüssung und Schmeichelei kommt Big Bad Boy am zweiten Verhandlungstag sehr rasch zu seinem eigentlichen Anliegen. «Herr Präsident Volet und ich wären Ihnen also sehr verbunden, Frau Zenowa, wenn Sie uns bis morgen ein branchenübliches Handgeld überreichen würden. Einen symbolischen Betrag von hunderttausend Franken, mit dem Sie gegenüber den Skeptikern Ihren Willen unterstreichen, hier Grosses aufzubauen.»

Die «Russin» greift durch

«Jetzt sei aber mal still, du Clown», bricht es darauf wie ein Orkan aus dem Brustkorb der Russin hervor – und das zerstört alle Pläne, Wünsche, Träume, die in den letzten Tagen behutsam aufgebaut worden sind. Zurück bleibt Verwüstung in Big Bad Boys Seele. Doch ganz nach Art der Milliardärin Claire Zachanassian in Dürrenmatts Komödie «Der Besuch der alten Dame» macht die angebliche Russin Swetlana Zenowa den beiden Gaunern ein Angebot. Auch sie fordert Gerechtigkeit für erlittenes Unrecht. Was als Krimi begonnen hat, findet nun als unterhaltsame Komödie seine Fortsetzung …

Spannend und witzig

Die neue Gottéron-Krimi-Komödie «Der Besuch der Russin» von David Bielmann ist in einer leicht verständlichen, flüssigen Sprache geschrieben. Der Autor versteht es, spannende Situationen aufzubauen und mit der Sprache zu spielen. Immer wieder brechen Witz und Humor durch. Bielmann schöpft aus einem profundem Wissen über den Freiburger Eishockeyclub und ganz allgemein über den Sport.

«Ja, ich verfolge die Got­téron-Spiele seit etwa 25 Jahren. Ich gehe nicht mehr so oft ins Stadion, aber daheim sehe ich mir regelmässig Spiele an. Während der Spiele schreibe ich aber nicht. Da trinke ich auch ein Bier», erklärt der 33-jährige Lehrer aus Recht­hal­ten. Genüsslich schildert er in seinem neuen Krimi, wie erfrischend ein Schluck Bier sein kann, und betont auf eine entsprechende Frage: «Ich trinke gerne mal ein Bier, aber nicht jeden Tag wie Fredi, und auch nicht schon am Morgen.» Und dann meint er augenzwinkernd: «Vielleicht ist für mich das Schreiben ein bisschen wie für Fredi das Biertrinken: Man hat dabei seine Ruhe und seinen Frieden, es gibt keine Hektik – und es ist wohl auch eine Art Sucht.»

David Bielmann als Pierre Paillasse: Der Besuch der Russin. Verlag Books on Demand 2016. 160 Seiten. ISBN 978-3-7412757-8-4

Zum Autor

Zwei Krimis und zwei Romane

Neben seinen fünf Gottéron-Krimis unter dem Pseudonym Pierre Paillasse hat David Bielmann auch zwei grössere Romane geschrieben: «Flucht eines Toten» (2011) und «Freedom Bar» (2016). «Freedom Bar» wurde kürzlich mit der Lesefieber Feder 2016 ausgezeichnet, einem unabhängigen Literaturpreis der Buchkritikerin Manuela Hofstätter. Fast gleichzeitig erschien sein Krimi «Gastspiel» (2013) unter dem Titel «A guichets fermés» beim Freiburger Verlag Faim du Siècle in französischer Übersetzung.

ja

www.david-bielmann.ch

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