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Die beiden Kulturgemeinschaften sollen nicht nur neben-, sondern miteinander leben

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Autor: Anton Jungo

Düdingen Mit einer Umfrage bei den Mitgliedern wollte der Vorstand der DFAG herausfinden, ob die Organisation weiterhin eine Existenzberechtigung hat. Die DFAG war am 15. Januar 1959 mit dem Ziel gegründet worden, die deutsche Sprache und Kultur im Kanton Freiburg zu pflegen und zu schützen. Wie der Präsident Josef Vaucher am Donnerstag an der Generalversammlung in Düdingen erklärte, konnte seine Organisation bei der Umfrage zwar viel Lob entgegennehmen. Er hätte aber gerne gewusst, was die DFAG noch besser machen könnte. Um dazu Genaueres zu erfahren, setzte er im Rahmen der Generalversammlung eine Podiumsdiskussion an.

Unter der Leitung von Peter Hänni diskutierten alt Grossrat Bernard Garnier, Beat Hayoz, ehemaliger Präsident des Heimatkundevereins, Anton Brülhart, der dem Verfassungsrat angehört hatte, sowie Thierry Steiert, Generalrat der Stadt Freiburg.

Solidarität fördern

Aus den Wortmeldungen ging klar hervor, dass die DFAG ihre Existenzberechtigung auch nach einem halben Jahrhundert nicht verloren hat. Es wird von ihr erwartet, dass sie einerseits weiterhin das Selbstbewusstsein und die Solidarität unter den Deutschsprachigen im Kanton fördert. Zum andern soll sie den Behörden Impulse geben, wie die Verständigung unter den beiden Kulturgemeinschaften im Kanton weiterentwickelt und der Zweisprachigkeit zum Durchbruch verholfen werden kann.

«Es geht darum, dass die beiden Kulturgemeinschaften im Kanton nicht nur nebeneinander, sondern miteinander leben», meinte Bernard Garnier. «Solange man bei jeder Gelegenheit von der Zweisprachigkeit Freiburgs spricht, bedeutet dies, dass sie nicht wirklich existiert», hielt Beat Hayoz fest. «Wir wollen keinen faulen Sprachenfrieden. Freiburg braucht eine sprachpolitische Auseinandersetzung», erklärte Anton Brühlhart.

Es fehlt an der Sensibilität

«Der sprachlichen Mehrheit fehlt es vielfach an der notwendigen Sensibilität für die Minderheit», betonte Thierry Steiert vor seinem Erfahrungshintergrund in der Stadt Freiburg. Nationalrat Jean-François Steiert ergänzte, dass er persönlich erlebt habe, wie der Stadtpräsident von Biel genüsslich die tatsächliche Zweisprachigkeit seiner Stadt gegen die Scheinzweisprachigkeit Freiburgs ausspiele.

Thematisiert wurde auch die zweisprachige Beschriftung des Bahnhofs Freiburg. Die Podiumsteilnehmer massen dieser Frage unterschiedliche Bedeutung zu. Es wurde aber betont, dass die Doppelbeschriftung einen grossen symbolischen Wert hat und als Testfall gewertet werden kann, wie ernst es Freiburg mit der Zweisprachigkeit ist.

Neuer Vorstoss

In der Diskussion wurde vor allem auch die Wichtigkeit des Erlernens der Partnersprache hervorgehoben. Es wurde darauf hingewiesen, dass eine wirkliche Verständigung erst möglich sei, wenn beide Seiten die Sprache der andern verstehe. «Es geht dabei keineswegs um Gleichmacherei» , hielt Beat Hayoz fest. «Sobald die Leute die Partnersprache können, wächst auch das gegenseitige Verständnis», ist Bernard Garnier überzeugt. Thierry Steiert hält die Zeit für reif, dass die DFAG einen Vorstoss unternimmt für ein neues Projekt im Bereich des Erlernens der Partnersprache. Joseph Buchs, früherer Abteilungsleiter bei der Erziehungsdirektion, würde dies auch begrüssen und wies darauf hin, dass die Erziehungsdirektorin Isabelle Chassot ein offenes Ohr für beide Kulturgemeinschaften habe.

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