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Die Container sind vor das Berntor zurückgekehrt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Urs Haenni

Schiffscontainer als Büro, Bar, Kino oder Gemischtwarenladen findet man vor allem dort, wo das Meer auf Land trifft. Container als billige und schnell eingerichtete Räumlichkeiten – da haben die Länder des Südens der westlichen Zivilisation etwas vorgemacht.

Als die Schiffscontainer vor zehn Jahren plötzlich auf der Arteplage in Murten auftauchten, da schien es, als seien sie aus einer anderen Welt angeschwemmt worden. Die Murtner beäugten die bunten Kästen damals argwöhnisch – erst recht, als sie sich zwei- oder dreistöckig vor dem Berntor auftürmten. Und als sich im Mai 2002 die Türen dieser Container öffneten, da verwandelten sie den beschaulichen Fleck am Murtensee in eine Ausstellungslandschaft wie aus einer anderen Welt mit Gästen aus aller Welt.

Genau zehn Jahre danach sind die Container wieder zurück vor dem Berntor. Und wieder gehen die Murtner hin und staunen. Es ist nicht mehr das Staunen über etwas Neues und zuvor Unvorstellbares, sondern über einen Sommer, der in den Erinnerungen der Einheimischen unvergessen bleiben wird.

Vier Tage Mini-Expo vor dem Berntor brachten vom Donnerstag bis gestern Sonntag den Monolithen wieder zurück, die Blinde Kuh, das Schlachtpanorama, den Garten der Gewalt, die Markthalle und die berühmte Militär-Käseschnitte. Alles in Miniaturformat, ausser der Käseschnitte, und mit unendlich weniger Aufwand, Kosten und Kontroverse als damals. Es war eine Aktion, die ganz im Geiste des Expo-Themas «Augenblick und Ewigkeit» stand: Erinnerungen für die Ewigkeit nahmen für einen Augenblick wieder Gestalt an.

Der Mini-Monolith, sonst auf dem Murtner Minigolf-Gelände beheimatet, stellte sich für vier Tage dem Publikum vor dem Berntor. Zwar rund 15 Mal kleiner als im Originalformat, war er doch begehbar und illustrierte, was den Zauber des temporären Monumentalwerks ausgemacht hatte: das Rundpanorama der Schlacht von Murten, die zeitgenössische Multimediashow im Erdgeschoss und das reelle Panorama durch einen Sehschlitz in der Mitte des Würfels. Der Mini-Monolith besteht aus Original-Monolith-Blech, und die Verrostung hat der Aussenhülle nochmals eine andere Farbe gegeben als zur Zeit der Expo. Man erinnert sich: Der Rost sollte den Verlauf der Zeit abbilden.

Star-Architekt Jean Nouvel hatte den Monolithen bewusst als Bauwerk auf Zeit konzipiert, aber nach Ende der Expo wollten die Einheimischen den schwimmenden rostigen Würfel fast nicht mehr hergeben. Zahlreiche, auch prominente Stimmen hatten sich für den Verbleib starkgemacht. Doch der Monolith verschwand fast so schnell, wie er aufgetaucht war; am Motto «Augenblick und Ewigkeit» durfte nicht gerüttelt werden. Übrig geblieben sind nur die Betonverankerungen auf dem Seegrund und viel Monolith-Blech. Dieses hat fast so einen Status erreicht wie die Überreste der Berliner Mauer. Monolith-Blech gibt es in fast jeder beliebigen Form zu kaufen: als Bilderrahmen, als Bartisch, als Uhr oder einfach als Stück Blech. Ein Murtner Schmied nutzte die Mini-Expo, um tüchtig Werbung dafür zu machen.

Werbung machte auch der Standortverein für einen permanenten Ausstellungsstandort des Schlachtpanoramas in Murten. Als Maquette, Dossier und in Worten liessen sich Besucher informieren, warum das Panorama nicht nur einen Augenblick, sondern für die Ewigkeit in Murten ausgestellt sein sollte. Sei es auch nur, um darunter den Parkplatz «Viehmarkt» realisieren zu können.

Die Container der Mini-Expo verschwinden diese Woche vom Berntorplatz, der Garten der Gewalt wird wieder Parkplätzen Platz machen, und das Original-Blinde-Kuh-Holzbrett kehrt in seine Anonymität zurück. Den Besuchern des Gedenk-Events bleiben weitere Bilder haften von Eseln in der Cabane, von Kieshaufen auf der Pantschau, von einem rostigen U-Boot, von der Werft in Merlach. Und Eltern hoffen, dass ihre Kinder nun begreifen, was die Expo.02 eigentlich gewesen ist.

Ein Fest für Nostalgiker: Die grosse Expo.02 wird in einigen Containern zur Mini-Expo.12.Bilder Corinne Aeberhard

Der Garten der Gewalt Ausgabe 2012.

Gut besuchter Mini-Monolith.

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